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Fünf Fragen an ...

... Pierre Kostolnik, Absolvent des Bachelorstudiengangs Medizintechnik,
aktuell Investitionsplaner im Uniklinikum Münster (UKM)

 

Sie arbeiten heute als Investitionsplaner im Uniklinikum Münster (UKM). Vom Studium in den Beruf, beschreiben Sie uns Ihren Weg.

An mein Bachelor-Studium der Medizintechnik an der Hochschule Pforzheim schloss ich den Masterstudiengang „Biomedizinische Technik“ an der FH Münster an. Noch zum Ende der Masterthesis habe ich bei einem kleinen lokalen Hersteller von Schnelltests (z. B. Corona) und Geräten zur Blutanalyse als Ingenieur angefangen. Hier war ich in der Entwicklung tätig, musste aber auch an allem mitarbeiten, was im Betrieb anfiel (z. B. Kundenkontakt, Versand, …). Nachdem mein Chef dort in Rente ging und seine Position ohne Nachfolge blieb, entschied ich mich, die Firma zu verlassen. Nach einem kleinen Zwischenstopp bei Olympus wechselte ich schließlich zu meinem jetzigen Arbeitgeber, dem Universitätsklinikum Münster (kurz: UKM), wo ich als Investitionsplaner tätig bin.


Wie sieht Ihre typische Arbeitswoche aus?
Eine typische Arbeitswoche habe ich nicht. Je nachdem wie viel los ist, müssen alle Anträge aus medizintechnischer Sicht gesichtet, fachlich und aus Sicht des Arbeitsablaufs priorisiert und finanziell eingeschätzt werden. Dabei muss der technische Aspekt, der medizinische Sinn der Neuanschaffung und der wirtschaftliche Sinn beachtet werden. Es kommt zu einer Vor-Ort-Begehung bei der offene Fragen geklärt und weitere Infos gesammelt werden. Es erfolgt eine Marktanalyse und die Verhandlung mit dem Anbieter. Erfolgt die Freigabe der kaufmännischen Direktion, wird eine Bestellung generiert. Ist weniger los, wird die Zeit genutzt, um moderne Medizintechnik (sogenannte Leuchtturmprojekte) zu finden. Hierbei soll moderne Technik gefunden werden, die eventuell in die Klinik geholt wird, um eine bessere Versorgung bzw. neue Behandlungsmethoden anzubieten, die es womöglich nur in speziellen Zentren gibt.


Wenn Sie an Ihre Studienzeit zurückdenken, was haben Sie an Erfahrungen und Kompetenzen mitgenommen?
Da gibt es mehrere Aspekte, die erwähnenswert sind. Ich möchte mich jedoch auf drei beschränken: 1. Organisation, 2. Fachkompetenz, 3. Problemlösungskompetenz. Aber da ich zum ersten Jahrgang Medizintechnik gehörte, auch das Miteinander mit den Kommilitonen. Wir mussten zusammenarbeiten und zusammen lernen, da zu der Zeit auch vieles nicht immer klar war. Alle erwähnten und auch unerwähnten Erfahrungen, wie z. B. die Fähigkeit, sich „durchzubeißen“ helfen mir jeden Tag.


Welchen Ratschlag geben Sie unseren Studierenden für die Karriereplanung?
Erstmal entspannt bleiben. Auf dem Arbeitsmarkt gibt es Möglichkeiten, an die man meistens im Studium gar nicht denkt. Man muss man selbst sein und nicht so tun, als wäre man jemand anderes. Und zum Schluss möchte ich etwas sagen, was mir wichtig ist: Nach dem Ende des Studiums bemerkt man, dass man, auch wenn man viel gelernt hat, zu Beginn des Arbeitslebens sehr viel lernen muss, um in diesem auch richtig anzukommen.

Liebe Fakultät für Technik, wofür ich Dich schon immer mal loben wollte:
Eigentlich für alles. Es war eine super Zeit.