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Fünf Fragen an...

Ulrich Heeger, Absolvent des Diplomstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen

 

Sie arbeiten heute bei GEZE als Bereichsleiter des Supply Chain Managements und haben Prokura-Status im Unternehmen. Vom Studium in den Beruf, beschreiben Sie uns Ihren Weg.
Wie das Leben so spielt, das war der pure Zufall. Ich war zum Ende meines Studiums mit einem Pforzheimer Kommilitonen Squash spielen. Dieser wiederum kannte zufällig den Chef-Controller von GEZE und hat mich sozusagen ins Unternehmen empfohlen. Angefangen habe ich als Projektingenieur im Produktionsumfeld der Automatikprodukte. Man sah damals in dieser Abteilung großes Entwicklungspotenzial und wollte mit innovativen, frischen Ideen alles etwas umstrukturieren und neu aufstellen. Vor allem sollte es Optimierung im SAP-Bereich geben. An dieser Umstrukturierung konnte ich in der ersten Zeit mitarbeiten und mich einbringen.

Zwei Jahre später hat GEZE dann Porsche Consulting beauftragt, um das Unternehmen auf den neusten Stand der Technik zu bringen. Ich konnte damals in der Rolle des Counter Parts zum Consulting als Projektleiter mitwirken. Wir haben ein neues Team gegründet und eine Abteilung für Fertigungssteuerung ins Leben gerufen. Nach weiteren zwei Jahren kamen dann noch die Bereiche Produktionsplanung und operativer Einkauf hinzu und ich wurde zum Abteilungsleiter ernannt. 2015 kam der Bereich Logistik hinzu und mir wurde als Leiter für alle drei Bereiche die Gesamtverantwortung übertragen. Seit 2018 habe ich auch die fachliche Verantwortung auf internationaler Ebene übernommen und koordiniere unsere Werke in China und Serbien, die ich teilweise auch mit aufgebaut habe.

Parallel zu meinen unterschiedlichen Stationen bei GEZE habe ich immer wieder unternehmensweite Projekte des Unternehmens koordiniert. Das Projektmanagement ist mir auf diese Weise zu einer Art Hobby geworden, das ich auch heute noch weiterhin mit Leidenschaft pflege. Ich will nicht nur Manager sein, ich möchte Freiraum zum Experimentieren! Es ist einfach spannend sich für eine bestimmte Zeit einem neuen Thema zu widmen und die eigenen Ideen einzubringen.

Seit Anfang 2019 bin ich für das internationale Supply Chain Management des Unternehmens verantwortlich und habe Prokura-Status.

Wie sieht Ihre typische Arbeitswoche aus?
Es gibt eigentlich nur untypische Arbeitswochen, allerdings lassen sich schon ein paar Muster herauskristallisieren: Ich habe etwa 130 Mitarbeiter und acht Teamleiter unter mir, das heißt Führungsaufgaben sind im Alltag sehr präsent. Wir machen zahlreiche Meetings mit den Kollegen vor Ort sowie virtuell an unseren internationalen Standorten auf Bereichsleitungsebene und mit der Geschäftsleitung. Auch Strategieworkshops mit externen Beratern gehören zum regelmäßigen Programm. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass die Firma immer am Puls der Zeit bleibt. Und die letzten Lücken des Zeitkontos eines Arbeitstages werden wie bei vermutlich allen mit einer Flut von E-Mails gefüllt. 

Wenn Sie an Ihre Studienzeit zurückdenken, was haben Sie an Erfahrungen und Kompetenzen mitgenommen?
Die beste Kompetenz, die ich aus der Studienzeit mitgenommen habe, ist die Fähigkeit sich durchzubeißen, am Ball zu bleiben, hartnäckig zu sein und auf ein Ziel hinzuarbeiten. Als Wirtschaftsingenieur ist man außerdem mit einem ziemlich breiten Horizont ausgestattet. Man lernt, sich schnell in Themen einzuarbeiten und hat ein Gespür dafür sich selbst und vielfältige Themen zu präsentieren. Man kann bei vielen Dingen mitreden und weiß gleichzeitig auch genau, an welchen Stellen es sinnvoll ist spezifischer ausgebildete Fachleute hinzuzuziehen. Das macht das Wirtschaftsingenieurwesen so erfolgreich und ist auch der Grund, warum ich Wirtschaftsingenieure heute bevorzugt einstelle. Sie können über den Tellerrand hinausschauen und sind an der Schnittstelle zwischen Vertrieb und Technik die optimale Besetzung.

Welchen Ratschlag geben Sie unseren Studierenden für die Karriereplanung?
Genießt die Studienzeit und kostet sie richtig aus. Es ist eine Phase, die man nicht zurückholen kann.
In der Rückschau hätte ich während meines Studiums auch gerne Auslandserfahrung gesammelt. Nicht nur aus beruflichen, sondern vor allem auch aus persönlichen Gründen. Deshalb rate ich dazu, ein Auslandssemester einzuplanen.

Ein weiterer Ratschlag meinerseits: Denkt nicht, mit dem Studienabschluss sei das Lernen vorbei! Das meiste, was ich in fachlicher und beruflicher Hinsicht gelernt habe, war definitiv im Unternehmen. Gerade das Thema Führung erarbeitet man sich hauptsächlich im Berufsalltag. Sicher werden theoretische Grundlagen im Studium erlernt, aber das große Lernen kommt erst noch und hört im Leben niemals auf.

Liebe Fakultät für Technik, wofür ich Dich schon immer mal loben wollte
Die familiäre Atmosphäre hat mir sehr gut gefallen. Wir waren eine Gruppe von etwa 30 Studierenden, die sich gemeinsam durch die Semester geackert hat und wurden begleitet von einem Professoren-Team, das jeden persönlich kannte und gefördert hat. Auch die Lage des Campus war optimal, über den Dächern Pforzheims, direkt am Waldrand, richtig idyllisch. Das Gesamtpaket hat perfekt in mein Leben gepasst.