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Fünf Fragen an...

... Rouven Müller, Absolvent der Studiengänge Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen/General Management und Master Produktentwicklung

 

Sie arbeiten heute bei der Unternehmensberatung Krehl & Partner GmbH & Co. KG. Vom Studium in den Beruf, beschreiben Sie uns Ihren Weg.
Nach meinem Bachelorabschluss im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen General Management entschied ich mich direkt im Anschluss den Master Produktentwicklung an der Hochschule Pforzheim zu studieren. Auf der Suche nach einer passenden Stelle für die Masterthesis wurde ich von Prof. Dr. Werner Engeln auf die Themengebiete von Krehl & Partner und das Angebot einer Masterthesis aufmerksam gemacht. Nach ersten Gesprächen mit einem der drei Geschäftsführer von Krehl & Partner, Philipp Blattert, entschied ich mich in Kooperation das Thema „Agile Vorgehensweisen im Value Engineering“ zu bearbeiten. Bereits während der Thesis bekam ich viele Einblicke in die Arbeit eines Unternehmensberaters in der Produktentwicklung. Besonders reizte und reizt mich noch immer die große Abwechslung in dem Beruf, das Arbeiten mit den unterschiedlichsten Entwicklern/innen, die Vielfalt an Produkten sowie die Herausforderungen in der Produktentwicklung in den unterschiedlichen Branchen und Unternehmen. Diese Faktoren haben letztendlich auch dazu geführt, das Angebot von Krehl & Partner für eine Festanstellung anzunehmen. Heute arbeite ich direkt als Consultant mit der Geschäftsführung an verschiedensten Kundenprojekten zur Wertsteigerung von Produkten, Prozessen und Organisationen.


Wie sieht Ihre typische Arbeitswoche aus?

Während einer typischen Arbeitswoche als Unternehmensberater bei Krehl & Partner versuche ich bei drei bis vier Kunden jeweils einen ganztägigen Workshoptermin durchzuführen und den/die restlichenTag(-e) nutze ich, vergangene Termine aufzubereiten und die neuen vorzubereiten. Dabei handelt es sich meist um Entwicklungs- und Rationalisierungsprojekte direkt beim Klienten vor Ort. Da jedoch jedes Kundenprojekt sehr individuell ist, von den zu entwickelnden Produkten bis hin zur Unternehmenskultur, gleicht eine Arbeitswoche meist nicht der anderen. Weiterhin ist Krehl & Partner europaweit und je nach Anforderung auch weltweit tätig, da unsere deutschen Kundenunternehmen meist Töchter im Ausland besitzen und häufig der Wunsch geäußert wird auch dort ein Beratungsprojekt durchzuführen.

Im Vorgehen innerhalb der Projekte sind dann wiederum Analogien zu finden, da sich die Berater an der Methode Wertanalyse und dem zugrunde liegenden Arbeitsplan orientieren, um mit den Entwicklungsteams einen ganzheitlichen und vor allem auch sachlichen Ansatz in der Produktentwicklung, der auf Daten und Fakten beruht, zu verfolgen. Innerhalb der Projekte arbeite ich mit den Kunden von der Sammlung der Kundenanforderungen bis hin zur Konzeptdefinition und -auswahl an dem Produkt. Zum Einsatz kommen hierbei Methoden wie der paarweise Vergleich, Funktionenanalyse, Funktionen-Kosten-Matrix oder auch der morphologische Kasten. In meiner Arbeit mit dem Kunden gilt es immer ein interdisziplinäres Team zusammenzustellen, die Teammitglieder in den Methoden zu schulen, agile Praktiken wie Spurts, Kanban-Boards oder auch einen CoLocation Raum ein- und umzusetzen. Zusätzlich zur Bearbeitung der Beratungsaufträge arbeite ich Vorträge und Seminare aus, die wir in unser Angebot bei Krehl & Partner aufnehmen. Ganz aktuell ist dies ein Seminar zum Thema „Im Spurt zum physischen Konzept“, bei dem die Teilnehmer selbst die agilen Praktiken anwenden und mittels additiver Fertigung zu einem physischen Prototyp gelangen. Hinzu kommt die Mitarbeit bei der Gewinnung neuer Kontakte und Kundenaufträge, sowie die Planungsarbeiten im Unternehmen.


Wenn Sie an Ihre Studienzeit zurückdenken, was haben Sie an Erfahrungen und Kompetenzen mitgenommen?Mein Bachelor- und mein Masterstudium bilden für mein heutiges Berufsleben die Kompetenzbasis. Die technischen und betriebswirtschaftlichen Inhalte im Bachelor aber auch besonders die Interdisziplinarität im Masterstudium aus den Bereichen Maschinenbau, Design und Wirtschaft sind ein großer Vorteil in meiner heutigen Arbeit mit interdisziplinären Teams beim Kunden. Die Kompetenz verschiedene Fachexperten zusammenzubringen, gemeinsam im Team Lösungen für Problemstellungen zu finden und dabei ein striktes Zeit- und Projektmanagement zu verfolgen konnte ich mir durch die vielfältigen selbstverantwortlichen und selbstorganisierten Projekte im Masterstudium insbesondere durch die DesignIng-Woche aneignen. Diese und die agilen Produktentwicklungsmethoden sind für mich der Impulsgeber für sogenannte Konzeptsprints, die ich heute beim Kunden durchführe. Weiterhin sind die verschiedenen Methoden, wie z.B. der Produktsteckbrief, die Ansoff-Matrix oder auch der morphologische Kasten, die ich während der Studienzeit in den unterschiedlichen Fächern kennengelernt habe, heute eine große Stütze innerhalb eines interdisziplinären Teams Ergebnisse zu erarbeiten und die gleiche Sprache zu sprechen.


Welchen Ratschlag geben Sie unseren Studierenden für die Karriereplanung?

Ich kenne selbst die Situationen in denen Absolventen mir Ratschläge gegeben haben. Diese zu hören, zu lesen und wenn man sie für Richtig erachtet umzusetzen ist bestimmt ein wichtiger Bestandteil in unserem Leben, aber viel wichtiger ist es selbst herauszufinden welche Stärken man besitzt und welche Themengebiete einem persönlichen Spaße und Freude im Beruf bereiten. Außerdem ist es elementar wichtig offen zu sein für neue Wege, die Tipps der Eltern oder der guten Freunde auch einmal auszublenden und sich auf seine eigene Entscheidungskompetenz zu verlassen. Viele Personen in meinem direkten Umfeld haben bei meiner Entscheidung als Unternehmensberater zu arbeiten Zweifel geäußert, da es ein anspruchsvoller Job sei mit hohem Reiseaufwand etc. und heute kann ich sagen, dass es für mich die beste Entscheidung war.

Neben dem oberen Ratschlag gilt für die Karriereplanung immer folgender Spruch:

„Die Karriereleiter erklimmt man nicht mit den Händen in der Hosentasche.“


Liebe Fakultät für Technik, wofür ich Dich schon immer mal loben wollte:Die technische Ausstattung/Equipment, die Lehrmethoden, die Professoren, die Exkursionswochen und insbesondere die praxisnahen Projekte mit Abschlusspräsentationen stellen für die Studierenden eine Lernumgebung dar, mithilfe derer sich jeder Studierende die Kompetenzen für sein späteres Berufsleben aufbauen kann. Dank dafür!