Das STUDIUM GENERALE im Sommersemester 2021

Das STUDIUM GENERALE konnten wir im Sommersemester bislang ausschließlich digital anbieten. Die Vorträge - das Programm finden Sie hier zum Download - können im Livestream über den YouTube-Kanal des Studium Generale verfolgt oder aber bis zu vier Wochen nach der Aufzeichnung dort angeschaut werden. Zum Auftakt-Vortrag "Wie tickt Deutschland nach einem Jahr CORONA?" von Diplom-Psychologe Stephan Grünewald gelangen Sie hier. Wir hoffen sehr und freuen uns darauf, Sie demnächst aber auch wieder persönlich im Audimax begrüßen zu dürfen und halten Sie auf dem Laufenden, sobald das wieder möglich sein wird.

Bis dahin: bleiben Sie gesund und zuversichtlich.

Ihr STUDIUM GENERALE
Prof. Dr. Christa Wehner & Prof. Dr. Frauke Sander 

21. April 2021 - Professor Dr. Jörg Kinzig

Kriminalitätsentwicklung: Von realen Fakten und gefühlten Wahrnehmungen

Jede schwere, in Deutschland begangene Straftat ist regelmäßig Gegenstand einer umfangreichen Berichterstattung in den Medien und einer teilweise sehr emotional geführten Diskussion in den sozialen Netzwerken. Die Frage, ob die deutsche Justiz nicht allzu sanfte Urteile fällt, zu viel Nachsicht gegenüber Täterinnen und Tätern übt, ist ein Dauerbrenner nicht nur an Stammtischen. Zu kurz kommt dabei häufig eine rationale Betrachtung, was und aus welchen Quellen wir gesichert über die Kriminalitätsentwicklung der letzten Jahre wissen. Der Vortrag wird vor diesem Hintergrund der Frage nachgehen, ob tatsächlich – wie vielfach behauptet – alles immer schlimmer wird..

Professor Dr. Jörg Kinzig ist seit 2011 Direktor des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen. Nach einer Promotion über die Sicherungsverwahrung und einer Habilitation über organisierte Kriminalität liegt einer seiner Forschungsschwerpunkte in der Reaktion des Staates auf schwere Straftaten. Prof. Kinzig ist Vizepräsident der Kriminologischen Gesellschaft, einer wissenschaftlichen Vereinigung deutschsprachiger Kriminologinnen und Kriminologen. Sein letztes Buch „Noch im Namen des Volkes? Über Verbrechen und Strafe“ ist 2020 im Orell Füssli Verlag erschienen.

Der Livestream startet am 21. April um 19 Uhr.

19. Mai 2021 - Dr. Andreas Wolf

Von den `Dingen´ im Internet of Things - Die Zukunft des Maschinenbaus

Die weltweiten Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit konfrontieren die deutsche Industrie speziell in Baden-Württemberg mit einem dramatischen Strukturwandel. Vor allem durch das Internet of Things entsteht der Eindruck, dass Wertschöpfung vor allem durch Software, also Informatik entsteht, und es stellt sich die Frage, inwieweit Ingenieure der klassischen Disziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik in Zukunft noch benötigt werden. In Deutschland leben wir überwiegend von den Dingen, realen Produkten, die durch Software intelligent werden müssen, um weiter Erfolg zu haben. Auch für den Green Deal der EU ist der Maschinenbau unverzichtbar, um die klimafreundliche Politik in der Industrie umzusetzen.

Der Vortrag zeigt beispielhaft an einigen Alltagsprodukten und der Robotik, wie Maschinenbau und Internet zusammenwachsen und zukunftssichere Betätigungsfelder für Ingenieurinnen und Ingenieure entstehen. Der promovierte Maschinenbau-Ingenieur Dr.-Ing. Andreas Wolf ist Mitglied im Vorstand des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer) Baden-Württemberg. Er ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Firma robomotion GmbH in Leinfelden-Echterdingen, die im Schwerpunkt Roboter und Anlagen für die Verpackungstechnik und Logistik entwickelt und baut. Dr. Wolf ist Mitglied im Beirat von HEED, dem Institute for Human Engineering & Empathic Design. Heed will die Gründerkultur in Deutschland stärken und Studierenden die Entwicklung zu innovativen und unternehmerischen Persönlichkeiten ermöglichen.

 

9. Juni 2021 - Professor Dr. Heribert Prantl

Die Zeitung ist tot, es lebe die Zeitung - Journalismus zwischen Morgen und Grauen

Internet ist die globale horizontale Verbreiterung des Wissens. Guter Journalismus geht in die Tiefe. Noch nie war das Bedürfnis nach einem orientierenden, aufklärenden, verlässlich einordnenden, klugen Journalismus so groß wie heute. Es gibt die Pressefreiheit, weil die Presse auf die Demokratie achten soll. Diese Achtung beginnt mit Selbstachtung: Autorität kommt von Autor und Qualität kommt von Qual. Der Satz verlangt von Journalisten in allen Medien, auch im Internet, dass sie sich quälen, das Beste zu leisten; und er verlangt von den Medienmanagern und Verlegern, dass sie die Journalisten in die Lage versetzen, das Beste leisten zu können. Guter Journalismus ist ein Journalismus, bei dem Journalisten wissen, dass sie eine Aufgabe haben und dass diese Aufgabe mit einem Grundrecht zu tun hat: Artikel 5 Grundgesetz, Pressefreiheit. Nicht für jeden Beruf gibt es ein eigenes, ein ganz spezielles Grundrecht, genau genommen nur für einen einzigen: Artikel 5 – das verpflichtet!

Heribert  Prantl, Professor Dr. jur., ist Journalist, Publizist, Buchautor und politischer Kommentator für Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen. Er studierte Rechtswissenschaft, Geschichte und Philosophie. (Promotion zum Urheber- und Medienrecht) und ist Honorarprofessor für Rechtswissenschaft an der Universität Bielefeld. Dr. Prantl war zunächst Richter an einem bayerischen Amts- und Landgericht, Staatsanwalt und Justizpressesprecher, ab 1988 Leitender Redakteur und Leitartikler bei der Süddeutschen Zeitung. 25 Jahre lang leitete er das Ressorts Innenpolitik, später die neue Redaktion Meinung; von 2011 an war Prantl Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung. Seit März 2019 ist er ständiger Autor und Kolumnist.  

Rückblick auf das Wintersemester 2020/21

Wir danken Ihnen für Ihr Interesse an den drei Vorträgen des Wintersemesters, die zunächst live und virtuell und anschließend ausschließlich virtuell angeboten wurden. Auf der Unterseite Rückblick können Sie die Berichte zu den Vorträgen lesen.

Historie des STUDIUM GENERALE

Seit 1985 lädt die Hochschule Pforzheim Studierende, Professoren, Mitarbeiter und interessierte Gäste aus der Stadt und der Region zu einem anspruchsvollen STUDIUM GENERALE-Programm ein. Die Referenten sind renommierte Wissenschaftler, Unternehmer, Politiker, Künstler und Menschen, die Außergewöhnliches geleistet haben. Hunderte von interessierten Zuhörern nutzen immer wieder die Chance zur Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Themenfeldern, um ihren Horizont zu erweitern, Neues, Anregendes, manchmal auch Irritierendes zu erfahren und interessante Persönlichkeiten aus der Nähe zu erleben. Seit Oktober 2020 können alle Vorträge im Live-Stream über den YouTube-Kanal des STUDIUM GENERALE auch bequem von zu Hause aus oder von überall verfolgt und die Aufzeichnung noch etwa vier Wochen lang angeschaut werden. Sie alle sind herzlich eingeladen zum STUDIUM GENERALE an Ihrer Hochschule!

Die wissenschaftlichen Leiterinnen sind die Professorinnen Dr. Christa Wehner und Dr. Frauke Sander.

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