Studium Generale

Seit 1985 lädt die Hochschule Pforzheim Studierende, Professoren, Mitarbeiter und interessierte Gäste aus der Stadt und der Region zu einem anspruchsvollen STUDIUM GENERALE-Programm ein. Die Referenten sind renommierte Wissenschaftler, Unternehmer, Politiker, Künstler und Menschen, die Außergewöhnliches geleistet haben. Hunderte von interessierten Zuhörern nutzen immer wieder die Chance zur Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Themenfeldern, um ihren Horizont zu erweitern, Neues, Anregendes, manchmal auch Irritierendes zu erfahren und interessante Persönlichkeiten aus der Nähe zu erleben. Sie alle sind herzlich eingeladen zum STUDIUM GENERALE an Ihrer Hochschule!

Die wissenschaftliche Leiterinnen sind Professorin Dr. Christa Wehner und Professorin Dr. Frauke Sander.

Die Veranstaltungen finden jeweils mittwochs um 19 Uhr im Walter-Witzenmann-Hörsaal (Audimax) in der Tiefenbronner Straße 65 statt. Das neue Programm startet im Sommersemester 2020.

Wenn Sie regelmäßig Informationen zu unserem STUDIUM GENERALE-Programm bekommen möchten,  senden Sie bitte eine Mail an das Studium Generale-Team, um den Newsletter zu erhalten.

Prof. Dr. Heribert Prantl Prof. Dr. Heribert Prantl

Internet ist die globale horizontale Verbreiterung des  Wissens. Guter Journalismus geht in die Tiefe. Noch nie war das Bedürfnis nach einem orientierenden, aufklärenden, verlässlich einordnenden, klugen Journalismus so groß wie heute. Es gibt die Pressefreiheit, weil die Presse auf die Demokratie achten soll. Diese Achtung beginnt mit Selbstachtung: Autorität kommt von Autor und Qualität kommt von Qual. Der Satz verlangt von Journalisten in allen Medien, auch im Internet, dass sie sich quälen, das Beste zu leisten; und er verlangt von den Medienmanagern und Verlegern, dass sie die Journalisten in die Lage versetzen, das Beste leisten zu können.

Guter Journalismus ist ein Journalismus, bei dem Journalisten wissen, dass sie eine Aufgabe haben und dass diese Aufgabe mit einem Grundrecht zu tun hat: Artikel 5 Grundgesetz, Pressefreiheit. Nicht für jeden Beruf gibt es ein eigenes, ein ganz spezielles Grundrecht, genau genommen  nur für einen einzigen: Artikel 5 – das verpflichtet!

Heribert  Prantl, Prof. Dr. jur., ist Journalist, Publizist, Buchautor und politischer Kommentator für Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen. Er studierte Rechtswissenschaft, Geschichte und Philosophie. (Promotion zum Urheber- und Medienrecht) und ist Honorarprofessor für Rechtswissenschaft an der Universität Bielefeld.

Dr. Prantl war zunächst Richter an einem bayerischen Amts- und Landgericht, Staatsanwalt und Justizpressesprecher, ab 1988 Leitender Redakteur und Leitartikler bei der Süddeutschen Zeitung. 25 Jahre lang leitete er das Ressorts Innenpolitik, später die neue Redaktion Meinung; von 2011 an war Prantl Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung. Seit März 2019 ist er ständiger Autor und Kolumnist.  

Letzte Buchveröffentlichungen: Vom großen und kleinen Widerstand (2018). Gebrauchsanweisung für Populisten (2017). Die Kraft der Hoffnung. Denkanstöße in schwierigen Zeiten (2017). Trotz alledem, Europa muss man einfach lieben (2016).

Prof. Dr. Jörg Kinzig Prof. Dr. Jörg Kinzig

Jede schwere, in Deutschland begangene Straftat ist regelmäßig Gegenstand einer umfangreichen Berichterstattung in den Medien und einer teilweise sehr emotional geführten Diskussion in den sozialen Netzwerken. Zu kurz kommt dabei häufig eine rationale Betrachtung, was und aus welchen Quellen wir gesichert über die Kriminalitätsentwicklung der letzten Jahre wissen. Der Vortrag wird zum einen der Frage nachgehen, ob tatsächlich - wie vielfach behauptet - alles immer schlimmer wird. Zum anderen wird er zu analysieren versuchen, wie es hierzulande um die sogenannte Kriminalitätsfurcht steht.

Prof. Dr. Jörg Kinzig ist seit 2011 Direktor des Instituts für Kriminologie der Universität Tübingen. Nach einer Promotion über die Sicherungsverwahrung und einer Habilitation über organisierte Kriminalität liegt einer seiner Forschungsschwerpunkte in der Reaktion des Staates auf schwere Straftaten.

Prof. Dr. Dirk Wentzel Prof. Dr. Dirk Wentzel

Am 31. Januar ist das Vereinigte Königreich nach 47 Jahren aus der Europäischen Union ausgetreten. In der Übergangsphase bis zum Ende des Jahres ändert sich zunächst einmal nichts, aber die zukünftigen Beziehungen zwischen der EU und UK sind völlig unklar, und die Wahrscheinlichkeit eines harten und ungeregelten Brexit ist wieder deutlich gestiegen. Der Brexit hat das Land zutiefst gespalten und eine Abspaltung Schottlands ist sehr wahrscheinlich. Wie aber kann es nun für UK innen- und außenpolitisch weitergehen?

Da die negativen Konsequenzen des Brexit primär das Vereinigte Königreich betreffen, ist es aus europäischer Perspektive absolut legitim, wieder die eigenen Projekte auf die Agenda zu setzen: Schaffung neuer Arbeitsplätze, Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit, Kampf gegen den Klimawandel, offene Handelspolitik, Ausbau der Digitalisierung, Erweiterung der Währungsunion, gemeinsamer Schutz der Außengrenzen: All das sind Elemente einer europäischen Agenda, die durch die Hängepartie des Brexit viel zu lange verschleppt wurden.

Dirk Wentzel studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität in Bonn, promovierte zu einem geldpolitischen Thema und habilitierte sich auf dem Gebiet der Medienökonomik. Längere Forschungsaufenthalte brachten ihn an die Moskauer Lomonossov-Universität, die Pennsylvania State University und an die New York University. Als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung lehrte Wentzel mehrere Jahre an der Pennsylvania State University.

Seit 2003 ist Wentzel Professor für Volkswirtschaftslehre und Europäische Wirtschaftsbeziehungen an der Hochschule Pforzheim. 2005 erhielt er durch die EU-Kommission einen Jean Monnet-Lehrstuhl.