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Weniger ist mehr - Light-Weight-Crane

Die Siegergruppe: Matthias Schäfer, Jessica Becker (studentische Betreuerin), Tabea Schnitt, Thomas Krämer (v.l.n.r.)

Zum Heben schwerer Lasten muss nicht zwangsläufig schwere Technik aufgefahren werden – dies zeigen die 50 Erstsemester des Maschinenbaus mit ihren Konstruktionslösungen für Leichtbaukranausleger. Die Ausleger mit dem geringen Gewicht und dem starken Arm wiegen gerade einmal zwischen 40 und 520 g und sind für eine Kraftaufnahme von 5 kg ausgelegt. Von der Berechnung bis zur Umsetzung entstanden sie komplett innerhalb des Erstsemesterprojektes an der Fakultät für Technik und wurden am 23. Juni im Rahmen eines Wettbewerbs vorgestellt.

Ziel dieses hochschulinternen Projekts war die Entwicklung eines Kranauslegers, der leicht ist, eine Länge von 500 mm aufweist und eine Masse von 5 kg heben kann und sich dabei nur um 20 mm absenken darf. Die Last von 5 kg muss 30 Sekunden gehalten werden. Ausgangsmaterialien sind Papier und Klebstoff. Sie wurden zu Bauteilen mit zumeist runden Hohlprofilen verarbeitet. Das Design des Kranarms, wurde dabei exakt an den Belastungsverlauf angepasst. Der Wettbewerb, dem sich die zwölf Studierenden-Teams stellen musste, prämierte die technische Lösung, die aus einem möglichst leichten Kranausleger bestand, der die gestellten Forderungen erfüllte und durch eine pfiffige Umsetzung des Leichtbaukonzeptes ein möglichst geringes Eigengewicht aufwies. Sie wog nur 39,04 g und erfüllte alle Vorbedingungen mit Bravur.

„Am Anfang war es recht schwierig mit Leuten, die man nicht kennt, zusammenzuarbeiten. Aber wir haben uns als Gruppe gefunden und super zusammen an unserer Aufgabe getüftelt. Genial war, dass alles was wir in der Theorie in den Fächer Statik und Konstruktionslehre gehört haben, dann sofort in unserem Projekt zur Anwendung kam. So macht Lernen Spaß.“
Raphael und Lucas Gonsior, Maschinenbau/Produktentwicklung

„Wir haben einen tollen Teamgeist entwickelt und ich fühle mich voll akzeptiert. Bisher war das Studium nicht nur stupide Theorie, sondern über das Projekt konnten wir alles sofort in die Praxis umsetzen und es hat super Spaß gemacht. Gegenseitige Unterstützung und kreative Ideen entwickeln und umsetzen, war eine tolle Erfahrung und jetzt freuen wir uns auf den Wettbewerb, der für uns alle der Höhepunkt des ersten Semesters ist.“
Tabea Schmitt, Maschinenbau/Produktionstechnik und -management

Betreut wurden das Erstsemester-Projekt von den Professoren Dr.-Ing. Werner Engeln und Dr.-Ing. Roland Scherr sowie Dr.-Ing. Andreas Baum.

Mit Spannung erwarten wir weitere tolle Ideen – spätestens zum Ende des Wintersemesters 2017/18.

Hintergrund: Themenschwerpunkt Leichtbau
Mit dem Thema Leichtbau nimmt sich das Erstsemesterprojekt dieser Schlüsseltechnologie an, die durch immer knapper werdende Rohstoff- und Energieressourcen aber gleichzeitig wachsender Gesamtbevölkerung die Gesellschaft und Industrie von morgen prägen wird. Branchenübergreifend kommt Leichtbautechnologie zwischenzeitlich zur Anwendung und umfasst dabei alle Stufen im Produktlebenszyklus: Sie steht für ökonomische (moderne Produktentwicklung und Produktion), ökologische (Ressourceneffizienz) und soziokulturelle (hohe Funktionalität) Anforderungen an neue Produkte. Die Leichtbautechnologie umfasst verschiedene Leichtbauprinzipien und -techniken, wie z. B. den Werkstoffleichtbau, den Formleichtbau, den Konzeptionsleichtbau und den Fertigungsleichtbau. Der Leichtbau ist ein starkes innovatives Forschungsthema, das integrativ die verschiedensten Branchen zusammenführt und seinen Fokus nicht nur auf die spezifischen Eigenschaften von Materialien legt und deren Sicherheit in ihrer Anwendung, sondern auch die Wertstoffkreisläufe im Blick hat. Auch an der Fakultät für Technik gibt es weitreichende Forschungsarbeiten zum Thema Leichtbau und ab dem Wintersemester 2017/18 wird er als Vorlesungsthema direkt in der Lehre seinen Platz finden. Neben der Erforschung, Entwicklung und Erprobung neuer Materialien und Techniken, pflegen die Wissenschaftler einen engen Kontakt zur Industrie, denn die Ergebnisse um neue Werkstoffe und Verfahren müssen industriell einsetzbar gemacht werden.