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Über die vollständige Entleerung von Plastikflaschen bis hin zum NOx-Drama am Neckartor

Zwei komplexe Aufgabenstellungen präsentierten die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Maschinenbau/Produktentwicklung am 27. Juni 2018 im Rahmen des Seminars zur Produktentwicklung.

Wer kennt nicht das Ärgernis, dass man z. B. Duschgel- und Bodylotion-Plastikflaschen nicht vollständig entleeren kann. Reste in Verpackungen sind nervig und teuer. Es bleiben im Durchschnitt zehn Prozent des Inhaltes in der Verpackung (laut NDR Markt). Unter der Leitung von Dr.-Ing. Stephan Wild entwickelten die Studierenden einen batteriebetriebenen Apparat, der den noch verbleibenden Inhalt vermeintlich leerer Kunststoffflaschen herausschütteln soll. Für die Studierenden hieß es, einen Projektplan zu erstellen und die Stufen der Produktentwicklung: Idee, Recherche, Marketing, technische Anforderungen, Bau und Funktionsüberprüfung systematisch anzugehen. Betreuer Dr.-Ing. Stephan Wild war begeistert: „Die Studierenden arbeiteten strukturiert, wobei das Projekt sehr lebhaft blieb. Unvorhergesehene Probleme technischer und menschlicher Art wurden professionell geklärt. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Danke an das Team für die tolle und unkonventionelle Zusammenarbeit.“ Entstanden ist ein Gerät in Vorstufe namens „Eve“, das durch seine Rüttelfunktion bei zähen Flüssigkeiten gute Erfolge erzielt. „Es war viel Phantasie gefragt und mit großem Engagement und konstruktiven Diskussion haben wir das Projekt vorangebracht. Vielleicht können nachfolgende Semester unsere Grundlage für die Weiterentwicklung nutzen“, resümiert Daniela Mann.

Der Abgasskandal und der Vorstoß von einigen deutschen Städten, Dieselfahrzeuge aus ihren Stadtgebieten zu verbannen, ist in eine neue Phase eingetreten, denn es gibt bereits die ersten Dieselfahrverbote für Diesel der EU III + IV-Norm: seit 31. Mai 2018 in Hamburg, und Stuttgart zieht ab Januar 2019 nach. Seit dem Wintersemester 2017/18 arbeiten Studierende im Rahmen des Konstruktionsseminars an einer kostengünstigen Lösung für das Nachrüsten von Dieselfahrzeugen. Dieses Semester beschäftigten sich die Studierenden zum einen mit den Daten und Fakten rund um den Dieselskandal und zum anderen mit der Weiterentwicklung des im letzten Semester entworfenen Dosiersystems für einen SCR-Katalysator. „Jeder hat eine vermeintlich fachkundige Meinung dazu und so kursieren viele vermeintliche Fakten – damit möchten wir heute aufräumen“, so Alexander Wirner. Um Stickoxide zu reduzieren, wurden Maßnahmen unmittelbar am Fahrzeug und der Umwelt untersucht, aber auch die Verbote bzw. Vorschriften und Angebote aus der Politik. Noch gibt es für die Nachrüstung kein serienreifes System. Das Konzept der Pforzheimer Studierenden hat aber das Potential für einen realen Einsatz im Fahrzeug.

Die Variante „kleiner Tank am Abgasrohr“ ist sowohl funktionell als auch wirtschaftlich eine sinnvolle Lösung. Die Ansätze vereinfachen das heutige Gesamtsystem erheblich. Es kann einerseits als Nachrüstlösung, andererseits aber auch zur Substitution des heutigen Seriensystems eingesetzte werden. „Die Studierenden haben sich sehr intensiv in die Thematik eingearbeitet. Dabei ist ihnen bewusst geworden, dass das Thema mittlerweile emotional aus dem Ruder gelaufen ist.  Es ist nunmehr an der Zeit, dass die gesamte Dieselproblematik von wirklichen Experten aufgearbeitet und im Rahmen einer globalen und objektiven Betrachtungsweise zu einem sinnvollen Abschluss gebracht wird“, zog Prof. Dr.-Ing. Rainer Häberer zufrieden sein Fazit.

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