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"MINT to go"

Die Teilnehmerinnen von „MINT to go“ durften an der Hochschule die mathemagische Zaubershow von Professor Dr. Johannsen und seinem humanoiden Roboter NAO besuchen.

Mädchen und junge Frauen über sogenannte MINT-Berufe zu informieren ist nicht nur wichtig, um dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Es geht auch darum, sie für diese Berufe zu begeistern und die bereits vorhandenen Stärken in diesem Bereich zu fördern und zu fordern. Deshalb hatten auch in diesem Jahr Schülerinnen der gymnasialen Oberstufe aus Pforzheim und dem Enzkreis im Rahmen von „MINT to go“ die Möglichkeit, entsprechende Berufe und die dahinter stehende Ausbildung kennenzulernen. Am Freitag, den 10. November 2017, waren 25 junge Frauen bei zwei Unternehmen in der Stadt Pforzheim und im Enzkreis zu Gast und haben anschließend einen ersten Einblick in den Alltag an der Hochschule Pforzheim erhalten. „MINT to go“ soll dabei helfen, junge Frauen für ein Studium oder einen Beruf in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Es ist ein Kooperationsprojekt der Hochschule, der Stadt Pforzheim, dem Landratsamt Enzkreis sowie der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

„Wenn wir junge Frauen begeistern wollen, dann brauchen wir vor allem eines: Rollenvorbilder. Ich trage gerne dazu bei, Mädchen und junge Frauen mit entsprechenden „Role Models“ in Kontakt zu bringen und ihnen zugleich die Möglichkeit zu eröffnen MINT-Berufe und MINT-Studiengänge in speziell auf sie zugeschnittenen Projekten und Aktionen kennenzulernen“, so Susanne Brückner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Pforzheim. „Daher freue ich mich sehr, dass wir in diesem Jahr zwei Unternehmen für einen Rundgang gewinnen konnten und auch die Hochschule wieder die Türen öffnet.“ Als Partnerschulen sind in diesem Jahr die Heinrich-Wieland-Schule, das Kepler-Gymnasium und die Fritz-Erler-Schule aus Pforzheim sowie die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Mühlacker mit dabei. Die Veranstaltung findet mittlerweile im fünften Jahr statt und hat sich als wichtiger Aktionstag in der beruflichen Orientierung an Gymnasien aus Pforzheim und dem Enzkreis etabliert.

„MINT to go“ bot den Schülerinnen einen ersten Einblick in technische Berufsfelder. Als erste Station besuchten die jungen Frauen die Pforzheimer Firma medialesson GmbH, die als Dienstleister in der Konzeption, im Design und der Entwicklung von Softwarelösungen tätig sind. medialesson ist spezialisiert auf Apps für Windows, iOS, Android und auch Cloud Solutions. Während des Rundgangs lernten die Teilnehmerinnen verschiedene Projekte und auch die Arbeitsabläufe im Unternehmen kennen. Den jungen Frauen wurde außerdem ausführlich erklärt, welche Berufe in einem IT-Unternehmen wie medialesson angeboten werden und welche Aufgaben sie in diesen Berufen erwarten könnten.

Anschließend waren die Schülerinnen bei der Firma MAHLE Behr GmbH & Co. KG in Mühlacker zu Gast, um die dortigen Ausbildungs- und Studiengänge des betrieblichen Ausbildungszentrums kennenzulernen. Die jungen Frauen wurden durch die Bereiche Mechatronik und Elektrotechnik geführt und haben außerdem erfahren, wie verschiedene Komponenten in einem Industriebetrieb ergänzt und in der Praxis umgesetzt werden. „Technische Berufe sind für junge Bewerberinnen genau so interessant wie für männliche Bewerber. Im Zuge der Digitalisierung eröffnen sich gute Chancen, gerade für Mädchen, die es zu ergreifen lohnt“, sagt Sibylle Fischer, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim. „Deshalb ist es so wichtig, junge Frauen zu Veranstaltungen wie „MINT to go“ und in entsprechende Unternehmen einzuladen. Nur wer gut informiert ist, kann die richtige Entscheidung treffen.“

Zum Abschluss des Tages waren die Schülerinnen an die Hochschule Pforzheim zu Gast, um dort wichtige Informationen zur ingenieurwissenschaftlichen und technischen Ausbildung hinter den MINT-Berufen zu erhalten. Mit dem Besuch der Mensa konnten die Schülerinnen erste Hochschulluft schnuppern. Anschließend ging es in die Vorlesungsräume, um die mathemagische Zaubershow von Professor Dr. Peer Johannsen und seinem humanoiden Roboter NAO zu besuchen. Mit Hilfe von NAO vermittelt er seinen Studierenden die Grundlagen der Informatik und Prinzipien der Programmierung. Mit den magischen Kartentricks, die auf mathematischen Gleichungen basieren, begeistert Peer Johannsen auf kreative Art nicht nur seine Studierenden an der Fakultät für Technik, sondern am Freitag auch die Teilnehmerinnen der diesjährigen Veranstaltung von „MINT to go“.

"Der OECD-Bildungsbericht für 2017 sieht weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Nur ein Viertel junger Frauen streben im Studium technische Berufe wie Ingenieurwissenschaften oder Informatik an. Deshalb ist unser Ziel von "MINT to go", das Interesse und die oft bereits vorhandenen Begabungen von Mädchen und jungen Frauen in unserer Region zu fördern und zu unterstützen. Praktische Erfahrungsmöglichkeiten in den entsprechenden Bereichen sind dabei unverzichtbar“, erklärt Martina Klöpfer, Gleichstellungsbeauftragte des Enzkreises, abschließend. „Wir wollen außerdem auf das Geschlechtergefälle im beruflichen Bereich und die Auswirkungen hinweisen, die leider bis heute bestehen.“

Weitere Informationen:
Die Abkürzung MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – Berufsfelder, in denen Mädchen und Frauen bislang unterrepräsentiert sind. In den kommenden Jahren werden Fachkräfte rar. Um im naturwissenschaftlich-technischen Bereich einem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wird das Potenzial von Mädchen und Frauen dringend gebraucht. An der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim ist derzeit knapp jede fünfte der insgesamt 2.300 Studierenden weiblich.