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Zweiter Platz für Pforzheimer Mode-Absolvent Philipp Lichtenfeld

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Modepreis „Goldene Seidenschleife“ in Krefeld

Arbeitskleidung für 'digitale Nomaden': die prämierte Kollektion von Philipp Lichtenfeld. (Foto: Philipp Chung)

Laptops, Tablets oder das Mobiltelefon sind die Fortschritts-Insignien der neuen virtuellen Welt. Diese hat Philipp Lichtenfeld in seiner Mode-Abschlusskollektion DIGITALNOMAD an der Hochschule Pforzheim zum Protagonisten erklärt. Beim Krefelder Modepreis „Goldene Seidenschleife“ wurde er für diese Kollektion am Freitag, 27. Juli 2018, mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.

Die Kollektion DIGITALNOMAD, mit der der Modedesigner im Sommer 2017 sein Studium abschloss, befasst sich mit dem globalisierten Menschen, den der Fortschritt zu einem technologischen Nomaden werden lässt. Ganz bewusst ist er mit dem Mobiltelefon und dem Tablet unterwegs, um zu jeder Zeit an jedem Ort in Verbindung zu sein. Inspiriert von den Nomaden in Tibet und den Tuareg aus der Sahara, die ihre Habseligkeiten stets mit sich führen, dient die Kollektion als „Arbeitskleidung“ und „Schnittstelle“ für die moderne, selbstbewusste Frau.

Versteckte Taschen integrieren die ‚mobile devices’, das heißt die mobilen Endgeräte, akkurat und sicher in der Kleidung. „Die Kombination aus erdigen Farben und Wollstoffen mit einer geradlinigen Schnittführung und der deutlichen Hervorhebung der versteckten Taschen durch den glänzenden Lack schafft eine große Harmonie", urteilte die Jury aus Designern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern in Krefeld.

Designer Philipp Lichtenfeld hat im Januar sein eigenes Label gründet. (Foto: Christian Metzler)

Das Preisgeld von 3.000 Euro nutzt der 32-Jährige für sein eigenes Label. Zu Beginn dieses Jahres hat er ein eigenes Unternehmen gegründet. In seinem Pforzheimer Atelier arbeitet er derzeit an den 40 Outfits, die er im Herbst in einer großen Show präsentieren und danach auf den Markt bringen wird. Pforzheim als Standort war seine erste Wahl: „Pforzheim ist ein wunderbarer Platz für die persönliche Entfaltung in der Mode und ein stabiles Fundament, um international konkurrieren zu können. Ich hatte tolle Professoren, die sich bis heute noch für mich engagieren – das macht die Hochschule so stark“, sagt der Designer.

Das interdisziplinäre Arbeiten während des Studiums führt er auch in seiner Selbständigkeit weiter. Zu seinem Team gehören Studierende und Absolventen der Fakultät für Gestaltung: Die Accessoire Design-Studentin Sara Kornmesser erstellt technische Skizzen mit CAD. Für die Gestaltung der Ausstellungen arbeitet Eric Lacheiner-Kuhn – und Vanessa Ohlhausen stellt Schmuck für sein Label her.

Die „Goldene Seidenschleife“ hat in der Textilstadt Krefeld eine lange Geschichte und ist mit großen Namen der Modewelt verknüpft: Pierre Cardin war 1966 der erste Preisträger, später bekamen unter anderem Karl Lagerfeld und Wolfgang Joop die Trophäe. 18 junge Designer haben in diesem Jahr ihre Kollektionen im Stadtraum präsentiert, drei davon wurden ausgezeichnet.