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NAMUR-Award: MMS-Absolventin durch internationalen Fachverband ausgezeichnet

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Michelle Blumenstein (Foto: Privat)

Studiengang „Mechatronische Systementwicklung“: Masterthesis überzeugt Prozessindustrie

Als beste Masterarbeit ist die Thesis „Comparison and Alignment of the Open Process Automation Standard and the VDI/VDE/NAMUR 2658 Standard with Respect to Configuration Portability" von Michelle Blumenstein mit dem NAMUR-Award ausgezeichnet worden. Die Preisübergabe erfolgte im Rahmen der virtuellen Jahressitzung der NAMUR – Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie e.V. Anfang November. Jährlich vergibt ein Fachgremium des internationalen Verbands diese Auszeichnung an herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten an den Hochschulen und Universitäten auf dem Gebiet der intelligenten Prozess- und Betriebsführung. In ihrer Arbeit, die in Kooperation mit der Siemens AG in den USA und Karlsruhe entstand, stellte Michelle Blumenstein den Vergleich und die Zusammenführung von zwei Industrierstandards an, die offene Prozessautomatisierungssysteme beschreiben. Die Absolventin des Masterstudiengangs „Mechatronische Systementwicklung“ (MMS) der Hochschule Pforzheim erhielt ein Preisgeld in Höhe von 2 000 Euro. „Damit gewinnt zum zweiten Mal hintereinander eine Thesis aus dem Masterstudiengang Mechatronische Systementwicklung einen der renommiertesten Nachwuchspreise. Für uns eine Bestätigung, dass wir mit den Inhalten genau das abbilden, was namhafte Unternehmen benötigen“, so Prof. Dr.-Ing. Mike Barth, MMS-Studiengangleiter, der die Abschlussarbeit wissenschaftlich betreute und die Jahreshauptversammlung der NAMUR moderierte.

Der „Open Process Automation Standard“ (OPAS) und die Richtlinie „VDI/VDE/NAMUR 2658“ beschreiben offene Prozessautomatisierungssysteme, sind aber vor verschiedenen Hintergründen entstanden und verfolgen daher im Detail verschiedene Zielstellungen: „OPAS kommt aus der Öl- und Gas-Industrie, die VDI/VDE/NAMUR 2658 aus dem Pharmabereich bzw. der Spezialchemie“, so Michelle Blumenstein. Ziel ihrer Arbeit war der Vergleich und die Zusammenführung beider Standards, um Unsicherheiten bei Kunden – welcher Standard soll eingesetzt werden? – und Inkompatibilitäten zu vermeiden. „Zudem sollten Synergien herausgestellt werden, die eine Zusammenführung beider Standards zur Folge hat“, so die Pforzheimer Absolventin.

Michelle Blumenstein untersuchte beide Standards hinsichtlich der Aspekte Modularität, Interoperabilität, Anlagenkoordination und Konfiguration – und entwickelte Ansätze zur Zusammenführung ihrer Unterschiede. Ergebnis ist eine Architektur, die Merkmale beider Standards besitzt: „Die neue Architektur verfolgt zum Beispiel das aus der VDI/VDE/NAMUR 2658 bekannte Service-Konzept, bietet aber auch die Möglichkeit, wie in OPAS feingranularere Komponenten schnell und einfach auszutauschen.“

Höhere Mathematik, Robotik und Künstliche Intelligenz, Systemmodellierung, Systems Engineering, Antriebs-, Regelungs- und Simulationstechnik oder funktionale Sicherheit – der dreisemestrige Masterstudiengang „Mechatronische Systementwicklung“ der Pforzheimer Fakultät für Technik qualifiziert seine Absolventinnen und Absolventen für die Entwicklung komplexer Systeme sowie für Führungsaufgaben im technischen Umfeld. Ihrem Pforzheimer Masterabschluss fügt Michelle Blumenstein nun noch eine Promotion an der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg hinzu. In den kommenden drei Jahren wird die Ingenieurin hier am Institut für Automatisierungstechnik lehren und forschen.

Die NAMUR – Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie e.V. vertritt seit über 65 Jahren die Interessen der internationalen Verbandsmitglieder. Die Abkürzung NAMUR wurde bei der Gründung 1949 von der damaligen Bezeichnung „Normen-Arbeitsgemeinschaft für Mess- und Regeltechnik in der Chemischen Industrie“ abgeleitet. Die NAMUR repräsentiert mehrere tausend Fachleute der Prozessleittechnik, wovon ca. 300 in den knapp 40 Arbeitskreisen auf den Gebieten Messen, Steuern, Regeln, Automatisierung, Kommunikation, Prozessführung und Elektrotechnik über den ganzen Lebenszyklus der Anlage von der Planung, Beschaffung, Montage, Betrieb und Instandhaltung bis zur Stilllegung tätig sind. Wichtige Ergebnisse des Erfahrungsaustausches in den Arbeitskreisen werden als NAMUR-Empfehlungen und -Arbeitsblätter publiziert.