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Industrie trifft Hochschule – Auf den Punkt präzise

Andreas Weck, Prof. Dr.-Ing. Kai Oßwald, Joachim Seele (v.l.n.r.)

Die Veranstaltungsreihe „Industrie trifft Hochschule“ bietet Wissenschaftlern und Praktikern eine Plattform, auf der sich am Donnerstagabend, 24. Oktober 2019 Fachleute aus Unternehmen mit Professoren und Mitarbeitern der Hochschule Pforzheim zum Thema „Funkenerosion: Neues aus Praxis und Forschung“ austauschen konnten. Veranstaltet wird „Industrie trifft Hochschule“ (ITH) von der Hochschule Pforzheim und der Präzisionstechnik-Cluster-Initiative „Hochform“ (Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim WSP).

Nach der Begrüßung durch den Dekan der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim, Prof. Dr.-Ing. Matthias Weyer, erwartete die Teilnehmer ein Abend voller neuer Erkenntnisse, Anregungen und spannender Diskussionen: Die Vorträge spannten den Bogen von neuesten Forschungserkenntnissen und aktuellen Forschungsvorhaben hin zur praktischen Anwendung im Unternehmen.

Die Funkenerosion im Pforzheimer Raum hat seit langem ihr Nischendasein verlassen und Einzug in die moderne technische Anwendung gehalten. Dennoch warten auch innerhalb der Funkenerosion Fertigungsverfahren noch auf ihre endgültige Entdeckung und Akzeptanz. So das High-Speed Wire Electrical Discharge Manfacturing (HSWEDM), einem Forschungsgebiet von Prof. Dr. Kai Oßwald. Es handelt sich um ein abtragendes Trennverfahren, welches sich vom konventionellen Drahterodieren unterscheidet. Augenmerk liegt dabei insbesondere bei der Drahtführung und dem Generator. Der wesentlichste Unterschied der HSWEDM-Technologie zur konventionellen Drahtfunkenerosion besteht in der Bewegung der Drahtelektrode. Auch das für HSWEDM-Prozess eingesetzte Medium unterscheidet sich durch einen hohen Leitwert deutlich von den in der konventionellen Funkenerosion üblichen Dielektrika. Hier sieht Oßwald zukünftiges Forschungspotential, denn das Medium wird noch nicht allen Anforderungen gerecht. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass das Verfahren klare Vorteile bietet: alle leitenden Materialien lassen sich gratfrei trennen, die Technik ist einfach, aber zuverlässig.

Joachim Seele stellt beeindruckend vor, wie bei der Georg Fischer Machining Solutions GmbH Forschungsergebnisse die praktische Anwendung beeinflussen: „Die Zukunft von damals ist heute Realität“. Neuste Entwicklungen in der Prozessregelung erlauben ein signifikant schnelleres Drahterodieren und wird in Zukunft noch durch eine leistungsstarke Datenanalyse unterstützt werden können.

Auch bei der ZECH Hartmetall-Werkzeugfabrikation GmbH, vertreten durch Andreas Weck, führen gestiegene Anforderungen, wie z. B. Oberflächen mit geringsten Rauheiten oder komplexere Formen, zur Frage, wie noch präziser und effizienter produziert werden kann. „Die Steckerherstellung ist die Königsdisziplin. Wir stecken viel in die Präzision – wir überlassen nichts dem Zufall“, so Weck. Die neusten Entwicklungen an Fräsern für Erodierelektroden wurden hier ebenso vorgestellt wie solche für die Direktbearbeitung von Hartmetallen.

Anschließend konnten die Teilnehmer die vorgestellten Ergebnisse bei einem zwanglosen Get-together intensiv diskutieren.
„Industrie trifft Hochschule“ bietet eine Austauschplattform zwischen Unternehmen und Wissenschaft.