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An kaum einer anderen Hochschule in Deutschland kommen Gestaltung, Technik sowie Wirtschaft und Recht so eng unter einem Dach zusammen. Diese Vernetzung zwischen den Fakultäten erlaubt es uns, nahezu den gesamten Produktlebenszyklus abzubilden – von der ersten Idee über Gestaltung und technische Entwicklung bis zur wirtschaftlichen und rechtlichen Umsetzung. Durch zahlreiche Kooperationen mit Unternehmen setzt sich dieser Perspektivenwechsel auch über die Hochschule hinaus in die Praxis fort. Möglich wird das durch rund 400 Mitarbeitende, etwa 200 Professorinnen und Professoren sowie zahlreiche Lehrbeauftragte aus der beruflichen Praxis.

Was das konkret bedeutet, zeigt sich beispielsweise in der Arbeitsweise unserer studentischen Initiative der Rennschmiede: Studierende der Gestaltung entwerfen Aerodynamik und Erscheinungsbild des Rennwagens, angehende Ingenieur*innen aus dem Maschinenbau konstruieren das Chassis, Mitglieder des Studiengangs Elektrotechnik kümmern sich um das gesamte Innenleben des Boliden und Studierende aus Wirtschaft und Recht setzten Sponsoring und Budget um. Ein Produkt, drei Fakultäten, ein Team - das ist der Spirit von Perspektivenwechsel!

Interdisziplinäres Arbeiten ist bei uns kein Konzept auf dem Papier, sondern eine Erfahrung, die Studierende schon im Studienalltag machen. Eine gute Idee überzeugt erst dann wirklich, wenn sie auch konstruierbar ist und sich wirtschaftlich trägt. Genau an diesem Punkt, wenn die eigene Sichtweise auf die eines anderen Fachgebiets trifft, entsteht meist nicht Reibung, sondern die eigentlich gute Lösung. Das prägt, wie unsere Studierenden später an Probleme herangehen – ganz gleich, in welchem Beruf. Wie ernst wir das nehmen, zeigt sich am Zertifikat PERSPECTUM: Es bescheinigt Studierenden, die sich über ihr eigenes Fachgebiet hinaus mit fremden Inhalten und Methoden auseinandergesetzt haben, dass sie in komplexen Systemen vernetzt denken und mit anderen Disziplinen gemeinsam Probleme lösen können – vom Blickwinkel der Gestalterin bis zu dem des Juristen. Begleitet wird dieses Konzept von einer Nähe zwischen Studierenden und Lehrenden, die in kleinen Gruppen entsteht statt im Hörsaal mit hundert anderen.
 

Für unser Selbstverständnis in der Lehre bedeutet das konkret:

  • Ein interdisziplinärer Ansatz, der Zukunftsfragen innovativ, verantwortlich und ganzheitlich betrachtet – mit Lösungen von wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz
     
  • Praxisorientierung in Lehre und angewandter Forschung, getragen von intensiven Beziehungen zu Unternehmen und der Branchenvielfalt unserer Region
     
  • Internationaler, nationaler und regionaler Austausch – wir verstehen uns als Impulsgeber und gefragter Kooperationspartner, der zu wichtigen Themen Position bezieht
     
  • Eine leistungsfördernde Lernumgebung, die unsere Studierenden gezielt zum Studienerfolg begleitet
     
  • Die stetige Weiterentwicklung von uns selbst als Organisation, getragen von der Vielfalt, die uns ausmacht: Unsere Forschungsinstitute sowie Initiativen bekräftigen das.

Wirtschaftliches, technisches und gestalterisches Handeln endet bei uns nicht an der Frage nach Machbarkeit – Verantwortung ist von Anfang an mitgedacht. Unsere Aufgabe sehen wir darin, Kompetenzen zu vermitteln, die unsere Absolventinnen und Absolventen befähigen, den Herausforderungen unserer Gesellschaft verantwortungsbewusst zu begegnen.
 

Das zeigt sich konkret in:

  • Dem KI+ Zertifikat, das Studierende aller Studiengänge auf den verantwortungsvollen Umgang mit KI und Sprachmodellen vorbereitet
     
  • Der freiwilligen Zusatzqualifikation Ethikum, offen für Studierende aller Fakultäten
     
  • Unserer Zertifizierung als Fairtrade University und DIN-zertifizierten Nachhaltigkeitsmaßnahmen sowie unserer Selbstverpflichtung als Unterzeichner der UN-Initiative PRME
     
  • Diversitätsbewusstem Handeln, der Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie sowie der Gleichstellung von Frauen und Männern

Rankings zeigen, wie wir im Vergleich abschneiden – aber Qualität lässt sich auch anders belegen: durch eine unabhängige Prüfung unserer Strukturen und Programme selbst. Zwei international anerkannte Organisationen bestätigen genau das für unsere wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung – aus unterschiedlichen Blickwinkeln geprüft.

  • AACSB: 2011 waren wir die erste Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland, die dieses international renommierte Gütesiegel erhielt – eine Auszeichnung, die sonst vor allem Business Schools wie Harvard oder Stanford tragen. Bei uns umfasst sie nicht nur die Business School, sondern auch die Wirtschaftsingenieurwesen-Studiengänge der Fakultät Technik: eine der wenigen Akkreditierungen weltweit, die zwei Fakultäten gemeinsam auszeichnet
     
  • EFMD: Zusätzlich sind alle 13 BWL-Bachelorstudiengänge EFMD-akkreditiert – eines der international angesehensten Gütesiegel speziell für einzelne Studienprogramme

Tradition mit Blick nach vorn

Die Geschichte der Hochschule Pforzheim reicht bis ins Jahr 1877 zurück, als die Herzogliche Kunstgewerbeschule gegründet wurde. In den folgenden Jahrzehnten kamen wirtschaftswissenschaftliche und gestalterische Ausbildungsangebote hinzu. 1992 wurden diese traditionsreichen Einrichtungen zur Fachhochschule Pforzheim zusammengeführt. Mit der Erweiterung um die Ingenieurwissenschaften (1995) und den Studiengang Wirtschaftsrecht (1996) entstand das breite Fächerspektrum, das die Hochschule bis heute prägt. Seit 2005 trägt sie den Namen Hochschule Pforzheim – Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Recht.


150 Jahre - 150 Perspektiven 

Im Jahr 2027 feiert die Hochschule Pforzheim ihr 150-jähriges Bestehen. Das Jubiläum steht nicht nur für eine lange Tradition, sondern auch für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Hochschule. Was einst mit einer Kunstgewerbeschule begann, ist heute eine moderne Hochschule, in der Gestaltung, Technik, Wirtschaft und Recht eng zusammenarbeiten. Diese interdisziplinäre Ausrichtung bildet das Fundament unserer Strategie und unseres Anspruchs, gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam zu gestalten.

Zeitstrahl der geschichtlichen Entwicklung der Hochschule Pforzheim als Bild umgesetzt