8. Symposium Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz
Das nächste Symposium Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz des Instituts für Industrial Ecology (INEC) wird am Freitag, den 12.06.2026 im Walter-Witzenmann-Hörsaal (Audimax), Tiefenbronner Str. 65 stattfinden.
Das achte Symposium „Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz“ steht unter dem Thema „Nachhaltiger Schmuck?!“
Die Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen ist umfangreich beforscht und über Berichtspflichten und Regulatorik längst in der Praxis angekommen. Das vergangene Jahrzehnt hat eine rasante Dynamik der Nachhaltigkeitsberichterstattung in vielen Branchen gezeigt. Jedes Mal, wenn die staatliche Seite der Wirtschaft engere Grenzen setzt, reagieren viele Unternehmen ad hoc und wissen nicht, wie sie Nachhaltigkeit messen, eine Nachhaltigkeitsstrategie umsetzen und diese mit ihrer Geschäftsstrategie in Einklang bringen können. Die Gesetzgebung stellt sehr technische und datenintensive Anforderungen, über deren Sinn man oft streiten kann. Oft bleiben gute Absichten in der Bürokratie stecken.
Dies betrifft auch die Schmuck- und Edelmetallbranche: Unternehmen möchten bei Nachhaltigkeit zu den Vorreitern gehören, viele wissen aber nicht, wie. Es gibt interessante Beispiele auf nationaler wie internationaler Ebene. Wir wollen dazu den Austausch und offenen Diskurs anstoßen.
Das Symposium Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz ist eine Veranstaltung des Instituts für Industrial Ecology (INEC) der Hochschule Pforzheim, das jedes Semester stattfindet. Beim Symposium kommen Fachleute aus Wissenschaft und Praxis sowie die interessierte Öffentlichkeit zusammen, um aktuelle Themen der Nachhaltigkeit und der effizienten Nutzung von Ressourcen zu diskutieren.
Bitte melden Sie sich über das untenstehende Anmeldeformular an.
vorläufiges Programm (Änderungen vorbehalten)
ab 8:30 Uhr - Registrierung Gäste
09:00 Uhr - Begrüßung und Eröffnungsvortrag
- Kann ein Ring die Welt retten? Warum die Schmuckbranche über Nachhaltigkeit sprechen muss, Prof. Dr. Roukaya Issaoui-Domnik (INEC)
09:20 Uhr - Panel 1: Regulatorik und Treiber von Nachhaltigkeit in der Schmuckbranche
- Verantwortungsvoller Rohstoffbezug: Die Rolle der deutschen Edelmetallindustrie, York Tetzlaff (Fachvereinigung Edelmetalle e. V. (FVEM))
- Regulatorik als strategischen Wettbewerbsvorteil: Fairtrade-Zertifizierung zur strategischen Resilienz nutzten und warum Pionierarbeit heute der beste Risikomanager ist, Jan Spille (Goldschmied, Hamburg)
10:30 Uhr - Pause
10:45 Uhr - Panel 2: Nachhaltige Innovationen
- Jenseits von nachhaltigem Schmuck: Warum wir Gold, Macht und Wirkung neu denken müssen, Guya Merkle (Vieri Fine Jewellery, Zürich)
- Die Perspektive des Einzelhandels: Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für die Konsumentscheidung? (Georg Leicht, Juwelier Leicht)
- Was bedeutet Nachhaltigkeit im Design: Emotionales Verhältnis zum Material und Mythos Edelmetall, Prof. Andreas Gut (Hochschule Pforzheim)
12:30 Uhr - Mittagspause
13:15 Uhr - Panel 3: Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit und Nachhaltige Lieferketten
- Recycling von Gold als Ausgangspunkt für klimafreundlichere Schmuckproduktion, Dr. Philipp Reisert (C.Hafner, Pforzheim)
- Farbedelsteine und Kleinbergbau zwischen Informalität, Nachhaltigkeit und EU-Sorgfaltspflichten, Vera Cittadino (Mercator Programm: Glänzende Lücken im Edelsteinsektor zwischen Europa und Lateinamerika)
14:30 Uhr - Pause
14:45 Uhr - Panel 4: Podiumsdiskussion und Fazit
- Podiumsdiskussion mit Referent:innen, Moderation: Prof. Dr. Fernando Fastoso (Hochschule Pforzheim)
15:30 Uhr - Ende der Veranstaltung
Zur Person:
Vera Cittadino beschäftigt sich im Rahmen des Mercator Kollegs mit der Stärkung von Menschenrechts- und Umweltstandards im Farbedelsteinsektor. Ihr Fokus liegt auf der Rolle Europas als Absatzmarkt und Regulierungsakteur sowie auf der Frage, wie menschenrechtliche Sorgfaltspflichten im Edelsteinabbau wirksam umgesetzt werden können. Zuvor arbeitete sie als Büroleiterin einer Parlamentarischen Staatssekretärin im Deutschen Bundestag und als Juwelierin im Luxussegment. Aktuell ist sie als Mercator Fellow beim Igarapé Institute in Rio de Janeiro, Brasilien tätig.
Zur Person:
Guya Merkle ist Gründerin von VIERI Fine Jewellery und der Earthbeat Foundation. Seit über einem Jahrzehnt setzt sie sich für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Gold ein und stellt etablierte Nachhaltigkeitsnarrative infrage. Ihr Fokus liegt auf strukturellem Wandel und der Frage, wie Luxus, Transparenz und echte Wirkung zusammen gedacht werden können. Sie hat sich mit dem Thema auch in einem Buch befasst.
Zum Vortrag “Jenseits von nachhaltigem Schmuck: Warum wir Gold, Macht und Wirkung neu denken müssen ODER Nachhaltiger Schmuck reicht nicht: Gold, Macht und die Frage nach echter Verantwortung”:
Nachhaltiger Schmuck greift zu kurz, solange wir das System dahinter nicht hinterfragen. Guya Merkle beleuchtet die Rolle von Gold in globalen Machtstrukturen und zeigt, warum echte Veränderung nur entsteht, wenn wir über Standards hinausgehen. Im Zentrum steht die Frage: Wie kann Luxusschmuck Teil der Lösung werden?
Zur Person:
Dr. Philipp Reisert führt das 1850 gegründete und bis heute familiengeführte Unternehmen C.HAFNER seit 1995 als Co-CEO in der fünften Generation und ist verantwortlich für 250 Mitarbeitende in Edelmetallrecycling und -verarbeitung. Er engagiert sich aktiv in der European Precious Metals Federation (EPMF), der deutschen Fachvereinigung Edelmetalle (FVEM) und dem Responsible Jewellery Council (RJC). Er hat an der Universität St. Gallen studiert und promoviert.
Zum Vortrag "Recycling von Gold als Ausgangspunkt für klimafreundlichere Schmuckproduktion":
Dr. Philipp Reisert zeigt in seinem Vortrag, wie das Recycling von Gold einen konkreten Beitrag zu nachhaltigeren und klimafreundlicheren Lieferketten in der Schmuckproduktion leisten kann. Aus Sicht der Gold- und Silberscheideanstalt C. HAFNER erläutert er, welche ökologischen Vorteile recyceltes Gold bietet und wie Unternehmen Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette übernehmen können. Dabei wird deutlich, dass Nachhaltigkeit und hochwertige Schmuckherstellung kein Widerspruch sind.
Zur Person:
York Alexander Tetzlaff ist seit 2019 Geschäftsführer der Fachvereinigung Edelmetalle, dem Bundesverband der deutschen Edelmetallindustrie mit Sitz in Pforzheim. Davor leitete er das Europabüro des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sowie zuvor das EU-Verbindungsbüro der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, jeweils in Brüssel. Zuvor arbeitete er als Syndikusanwalt für die Metall- und Elektroindustrie in München. Seine Abschlüsse in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften absolvierte er an den Universitäten Bayreuth und München.
Zum Vortrag „Verantwortungsvoller Rohstoffbezug: Die Rolle der deutschen Edelmetallindustrie“:
Der verantwortungsvolle Bezug von Edelmetallen rückt zunehmend in den Fokus von Regulierung, Märkten und Öffentlichkeit. York Alexander Tetzlaff beleuchtet die Rolle der deutschen Edelmetallindustrie als zentraler Akteur in globalen Lieferketten. Im Vortrag wird gezeigt, wie Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitsanforderungen praktisch umsetzen, welche regulatorischen Vorgaben maßgeblich sind und welche Chancen sich insbesondere durch Recycling und transparente Lieferketten ergeben.
Zu den Personen:
- Dr. Roukaya Issaoui-Domnik ist Professorin für Ressourceneffizienz und nachhaltige Rohstoffversorgung an der Hochschule Pforzheim. Ihre Schwerpunkte in Lehre und Forschung sind nachhaltige Wertschöpfungsketten für Rohstoffe, Nachhaltigkeitsbewertung und -berichterstattung. Vor ihrer Berufung an die Hochschule war sie Nachhaltigkeitsmanagerin bei der AfB Group. Ihre Promotion zum Thema „Sustainable Phosphate Management: Environmental and Social Life Cycle Assessment of Phosphate Mining in Tunisia“ entstand im kooperativen Promotionskolleg zwischen dem Institut für Industrial Ecology (INEC) und dem Karlsruher Institut für Technologie.
- Fernando Fastoso, PhD, ist Inhaber des Lehrstuhls für Markenmanagement für Luxus- und High-Class-Marken an der Hochschule Pforzheim. In Lehre und Forschung beschäftigt er sich vor allem mit Luxusbranding und Konsumentenpsychologie. Bevor er nach Pforzheim kam, war Fernando Fastoso fünfzehn Jahre lang an den Universitäten York und Bradford tätig. Zuvor arbeitete er zehn Jahre im Account Management und in der strategischen Planung für das DDB Network in Düsseldorf. Zwischen 2020 und 2023 wurde seine Professur von Unternehmen aus Pforzheim – darunter Binder, Chopard und Wellendorff – sowie vom deutschen Bundesverband Schmuck und Uhren gefördert
Datenschutzhinweis
Ihre Angaben werden ausschließlich zur Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Veranstaltung „Symposium Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz“ am 12.06.26 verwendet. Eine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte erfolgt nicht, sofern keine gesetzliche Verpflichtung oder eine ausdrücklich erteilte Einwilligung Ihrerseits vorliegt.
Nach Abschluss der Veranstaltung und Ablauf etwaiger gesetzlicher Aufbewahrungsfristen werden Ihre personenbezogenen Daten gelöscht bzw. anonymisiert.
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Das Symposium wird unterstützt von der Allianz für Morgen.
Über das Symposium
Seit dem Wintersemester 2022/23 findet das Symposium Nachhaltigkeit und Resourceneffizienz einmal im Semester statt. Dieses Format hat nach über 10 Jahren die Ringvorlesung abgelöst. Die Vorträge externer Referent:innen werden im Symposium gebündelt. Das Programm des Symposiums soll neben Gastvorträgen auch Raum für Vorträge von mittlerweile im Berufsleben stehenden Absolvent:innen der beiden Bachelor- und Masterstudiengänge mit Nachhaltigkeitsfokus bieten. Außerdem sollen Studierende herausragende Ergebnisse aus Projekt- oder Abschlussarbeiten vorstellen können.
Das Symposium ist, wie auch zuvor die Ringvorlesung, Teil des Kolloquiums des B.Sc. Betriebswirtschaft/Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz (ehemals Ressourceneffizienz-Management - BREM) und ein wichtiger Impulsgeber für Studierende des M.Sc. Life Cycle & Sustainability (MLICS), für Studierende im Ethikprogramm des rtwe und für viele weitere nachhaltigkeitsinteressierte Studierende, Gäste, Mitarbeiter:innen und Professor:innen.
Wir danken dem Referat für Technik- und Wissenschaftsethik (rtwe) an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaft des Landes Baden-Württemberg für seine finanzielle Unterstützung.
Kontakt und Konzeption:
Marco Rudolf, Alejandro Arias Castillo, Marco Schmid
Prof. Dr.-Ing. Claus Lang-Koetz, Prof. Dr. Tobias Viere, Prof. Dr. Mario Schmidt

