Studie untersucht die Entwicklung der Wasserstoffgestehungskosten
News

Mit der Veröffentlichung des aktuellen Fachartikels „Projected levelized cost of hydrogen for on-site supply technologies in Germany“ im International Journal of Hydrogen Energy konnte ein weiteres wichtiges Ergebnis aus dem Forschungsprojekt H2Chemie2050, das von 2022 bis 2024 am INEC bearbeitet wurde, veröffentlicht werden.
Nach unserem ersten Beitrag „Hydrogen Dilemma“, der ebenfalls im International Journal of Hydrogen Energy erschienen ist, stellt diese Publikation die zweite wissenschaftliche Veröffentlichung dar, die aus den Forschungsarbeiten des Projekts hervorgegangen ist.
Hintergrund
Wasserstoff wird als zentraler Baustein für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien betrachtet. Gleichzeitig bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Wirtschaftlichkeit verschiedener Erzeugungs- und Versorgungspfade.
Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie die Entwicklung der Wasserstoffgestehungskosten (Levelized Cost of Hydrogen – LCOH) für zehn unterschiedliche Vor-Ort-Versorgungstechnologien in Deutschland. Analysiert wurde ein industrieller Wasserstoffbedarf von 10.000 Tonnen pro Jahr für den Zeitraum 2030 bis 2045.
Zentrale Ergebnisse
- Steam Methane Reforming (SMR) bleibt bis 2030 die kostengünstigste Technologie, verliert jedoch durch steigende CO₂-Kosten im EU-Emissionshandel zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit.
- Plasma-Pyrolyse könnte sich bis 2040 als interessante Brückentechnologie etablieren – vorausgesetzt, eine erfolgreiche kommerzielle Skalierung gelingt.
- Sinkende Strompreise reduzieren die Wasserstoffgestehungskosten von Elektrolyseverfahren bis 2045 um rund 30 %.
- Hochtemperatur-Elektrolyse (SOEC) erreicht insbesondere bei Nutzung industrieller Abwärme bis 2045 ein wettbewerbsfähiges Kostenniveau.
- Power Purchase Agreements (PPAs) bieten zusätzliches Potenzial zur Kostensenkung und verbessern die Wirtschaftlichkeit grüner Wasserstoffproduktion.
Bedeutung für die Transformation der Industrie
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Wasserstofftechnologien maßgeblich von den Entwicklungen der Strommärkte, den CO₂-Preisen sowie dem technologischen Fortschritt abhängt. Während fossile Verfahren kurzfristig noch wirtschaftliche Vorteile haben, gewinnen emissionsarme und erneuerbare Wasserstoffpfade langfristig zunehmend an Bedeutung.
Die Studie liefert damit einen Beitrag zur Diskussion über die zukünftige Wasserstoffversorgung der deutschen Industrie und unterstützt die Bewertung möglicher Transformationspfade hin zu einer klimaneutralen Produktion.
Zum Artikel: https://doi.org/10.1016/j.ijhydene.2026.156089
Artikel Hydrogen Dilemma:https://doi.org/10.1016/j.ijhydene.2025.150660