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Mehr Algen, weniger Lebensmittelabfall!

Der Förderpreis der PSD Bank Karlsruhe-Neustadt eG ging an Florian Bodrogi

Rebecca Müller erhielt den Preis der SWP - Stadtwerke Pforzheim GmbH & Co. KG

REM-Studierende gewinnen Preise

In diesem Semester hat der Studiengang REM (Bachelor BWL/Ressourceneffizienz-Management) gleich doppelten Grund zur Freude. Zwei der begehrten Förderpreise für Studierende gingen an Studierende des Studiengangs und bestätigen deren hervorragende Leistungen.

Algen als Rohstoff der Zukunft war das Thema der Abschlussarbeit von Rebecca Müller, die dafür den Preis der SWP - Stadtwerke Pforzheim GmbH & Co. KG erhielt. Mikroalgen können in der Zukunft als interessante Möglichkeit dienen, biobasierte Rohstoffe herzustellen. Sie enthalten  neben der reinen Biomasse und Lipiden weitere Inhaltsstoffe, die von großem Wert sein können. Dies sind z. B. Pigmente, Vitamine, Kohlenhydrate, Spurenelemente und auch Proteine.

Frau Müller hat in ihrer Bachelorarbeit das Potenzial für Anwendungsmöglichkeiten von Proteinen aus diesen kleinen, im Wasser aufwachsenden Organismen angefertigt. Proteine aus Mikroalgen können in der Zukunft z. B. in der Tiernahrungs- und Lebensmittelindustrie, der Pharmazie, der chemischen Industrie und im Kosmetikbereich genutzt werden. Frau Müller hat mögliche Anknüpfungspunkte in bestehenden Wertschöpfungsketten identifiziert sowie Erfolgsfaktoren für eine mögliche kommerzielle Umsetzung hergeleitet.

Die Arbeit lief in Zusammenarbeit und Co-Betreuung mit dem Karlsruher Institut für Technologie (Institut IHM) und hat sehr wertvolle Hinweise für die weitere Forschung und mögliche industrielle Umsetzung auf diesem Gebiet gegeben.

Der Förderpreis der PSD Bank Karlsruhe-Neustadt eG ging an Florian Bodrogi für ein Materialflussmodell der Lebensmittelerzeugung und –versorgung der EU, das er am Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg gGmbH (ifeu) in seiner Abschlussarbeit konzipiert und umgesetzt hat. Die Lebensmittelproduktion und auch die Verschwendung und Vernichtung von Lebensmitteln haben einen erheblichen Anteil an globalen und regionalen Umweltproblemen. Um hier Maßnahmen und Konzepte zur Reduzierung der Umweltwirkungen verlässlich analysieren und beurteilen zu können, benötigt es eine verlässliche Datenbasis, die wissenschaftlich nachvollziehbar und validierbar ist. Auf diese können dann makroökonomische und politische Bewertungsmethoden ebenso wie unternehmensspezifische Analysen bspw. im Zuge von Life Cycle Assessments (LCA) aufsetzen.

 

Die Arbeit von Herrn Bodrogi hat einen immens wichtigen Beitrag zu dieser Datenbasis geleistet. Mit seinem Materialflussmodell der europäischen Lebensmittelerzeugung und –versorgung ist es u.a. möglich, für alle wichtigen Lebensmittelgruppen (Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Früchte, Getreide usw.) statistisch belastbare Angaben zu den Produktionsmengen vom Acker bis zum Nahrungsmittelaufnahme machen und dabei jeweils vermeidbare und unvermeidbare Materialverluste ausweisen. In einem weiteren Schritt konnte er daraus auch die pro Kopf konsumierten Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Proteine) errechnen und diese zur Validierung mit anderen Studien abgleichen. Die Arbeit von Herrn Bodrogi liefert damit die Datenbasis für Analysen in dem EU-Großprojekt Protein2Food, das auf die Entwicklung ressourceneffizienter proteinreicher Lebensmittelprodukte abzielt. Darüber hinaus ist es als Datenbasis für andere Forschungsvorhaben und Analysen im Themenfeld der Lebensmittelerzeugung und –versorgung interessant und wird von ihm am ifeu kontinuierlich weiterentwickelt.

Das Team des INEC gratuliert Frau Müller und Herrn Bodrogi zu ihren tollen Auszeichnungen!