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Klimazwei-Tagung in Berlin

"Mitarbeiter des EINBLIK-Projektes“ (v.l.n.r.): Christian Haubach, Sabine Walter (beide Hochschule Pforzheim), Britta Engel (TU Braunschweig) und Roland Schäpers (Systain Hamburg)

Pforzheimer Forscher stellen Klimaprojekt vor

 

Bei der weit beachteten Auftaktveranstaltung des Bundesforschungsministeriums (BMBF) in Berlin präsentierten letzte Woche über 40 Forschergruppen ihre Ideen und Forschungsansätze zum Klimaschutz. In zwei Teams wirken auch Forscher der Hochschule Pforzheim unter Leitung von Professor Mario Schmidt, Leiter des Instituts für Angewandte Forschung, mit. Sie stellten ihre Projekte vor und diskutierten die Ansätze mit anderen Wissenschaftlern aus ganz Deutschland. Sehr stark vertreten waren auch Wirtschaftsvertreter, die inzwischen ein großes Interesse an dem Thema zeigen.

„Klimazwei“, so das neue Förderprogramm des BMBF, steht für die zwei inhaltlichen Seiten der Forschungsbemühungen: Zum einen geht es um die Verringerung und Vermeidung des Klimawandels und welche – teilweise auch technisch innovativen – Maßnahmen hierfür dringend geboten sind; die Experten sprechen von „Mitigation“. Zum anderen stellen sich viele schon auf die Frage ein, wie das Leben in der Klimakatastrophe aussehen wird und welche Konsequenzen sie hat („Adaption“). Was bedeutet der Klimawandel für den Obstbau? Welche Herausforderungen werden an die Gebäudeklimatisierung gestellt? Wie werden das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen beeinflusst? Auf welche finanziellen Risiken muss sich die Wirtschaft einstellen? Hierzu laufen in dem neuen Forschungsprogramm des Bundes erstmals größere Forschungsprojekte.

Die Pforzheimer Forscher unter Leitung von Professor Mario Schmidt lassen sich allerdings noch von der Frage leiten, wie man den Klimawandel abwenden oder zumindest abschwächen kann. Sie suchen in einem größeren Projekt nach Verfahren, mit denen man die Klimaschutz­anstren­gun­gen von Unternehmen messen kann. Mit dabei ist Volkswagen, das hier an einem Vergleich von Werksstandorten interessiert ist. Mit Systain, einer Firma aus der Otto-Gruppe, geht es dagegen um die Bewertung von Lieferketten, in diesem Fall um die so genannte textile Kette. Denn die meisten Textilien, die über den Einzelhandel und Versandhandel wie Otto angeboten werden, werden in Asien oder Afrika produziert. Die klimawirksamen Emissionen fallen also gar nicht in Deutschland an, sondern überwiegend im Vorfeld bei der Produktion im Ausland oder beim Transport.

Auch die Optimierung der Halbleiterherstellung ist Thema eines Forschungsprojektes, an dem die Pforzheimer Wissenschaftler beteiligt sind. Denn zur Herstellung von Halbleiter-Bauelementen und Solarzellen müssen große Mengen Energie und treibhauswirksamer Gase eingesetzt werden. Zusammen mit Unternehmen aus der Halbleiterindustrie suchen die Mitarbeiter des Institutes für Angewandte Forschung (IAF) hier nach geeigneten Lösungen.