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Nachklang: Filmreihe "PLAY HARD"

Film und Computerspiel sind zwei Kulturformen, die stark voneinander profitieren. Die Reihe PLAY HARD stellte diese Verwandtschaft nun auf der Leinwand im Kommunalen Kino Pforzheim dar. Die Filmreihe fand bereits im Oktober ihren Auftakt durch zwei Filme zum Thema WORK HARD, die vom Hochschul-Projekt HOTSPOT (House of Transdisciplinary Studies) initiiert waren. Fortgesetzt wurde sie im November durch das HEED in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Kunst- und Designtheorie der Hochschule Pforzheim mit drei Filmen sowie einem Vortrag, deren Schwerpunkt die verspielte Gesellschaft war.

Zum Auftakt der PLAY HARD-Filmreihe wurde „Ready Player One“ gezeigt, eine Adaption des Bestsellers von Ernest Cline, in dem der Jugendliche Wade den Härten der Realität entflieht und in der virtuellen Welt der Oasis drei vertrackte Rätsel lösen muss. Wer sie errät, erhält den Schlüssel zum virtuellen Königreich. Eingeführt wurde der Film durch drei Design-Studierende des Medientheorie-Seminars, die den Zuschauern Hintergrundinformationen zur Entstehung des Filmes, zur Virtuellen Realität und den versteckten „Easter Eggs“ – Anspielungen auf andere Blockbuster – erläuterten, die in Ready Player One eine essentielle Rolle spielen.

In der zweiten Woche stand ein Klassiker aus dem Jahr 1982 auf dem Programm, der die Zuschauer mitten in die Anfänge computeranimierter Filmszenen nahm. In „Tron“ sucht der Programmierer Kevin Flynn in den Tiefen der Computerfirma Encom nach Daten für Computerspiele, die ihm sein Widersacher einst gestohlen hatte. Auf dem Firmengelände angelangt, wird er jedoch in eine Computerwelt transferiert und Flynn scheint die einzige Rettung zu sein, aus dem dort herrschenden totalitären System wieder eine freie Welt zu machen. Auch hier beleuchteten drei Studierende wieder vor Vorstellungsbeginn die Hintergründe des Filmes und die verwendeten Animations- und Filmtechnik, die ihrer damaligen Zeit weit voraus waren.

Dritter Film der Reihe war das Teenagerdrama „Ben X“ über einen Außenseiter zwischen Wirklichkeit und Online-Welt. Ben hat das Asperger-Syndrom und lebt in seiner eigenen Welt, in der er im Onlinespiel „Archlord“ als mutiger Held gefeiert wird. Im harten Schulalltag hingegen tyrannisieren ihn seine Mitschüler und Ben beschließt, mit allem Schluss zu machen. Game Over. Da tritt Scarlite, das Mädchen aus dem Onlinespiel, in sein Leben. Der Film machte die Welt der Online-Gamer sichtbar und zeigt, welche Faszination von der Cyberwelt ausgeht und welche Auswirkungen sie auf das Denken, Fühlen und Handeln von Jugendlichen haben kann.r ations- und Filmtechnik Entstehung des Filmes und die verwendeten Computer-Elemente, die ihrer damaligen Zeit weit voraus war Film und Game, Realität und Fiktion vermischten sich auf faszinierende Art und Weise.

Wie sich Filme und Spiele ästhetisch und thematisch beeinflussen, vermittelte PD Dr. habil. Andreas Rauscher in seinem die Filmreihe abschließenden Vortrag „Film & Games. Ein Wechselspiel“. Der Film- und Medienwissenschaftler, der jüngst ein Buch über „Star Wars“ veröffentlichte, gab mit vielen audiovisuellen Beispielen einen Überblick über aktuelle interdisziplinäre Fragestellungen der Filmwissenschaft und der Game Studies. Mit Passagen aus dem zu Beginn der Filmreihe gezeigten Film „Ready Player One“ oder der „Resident Evil“-Reihe betrachtete er Ästhetik, Wirkung und erzählerische Mittel von Computerspielen und Filmen im Vergleich und wie diese sich gegenseitig beeinflussen. Im Anschluss an den Vortrag stellte sich Andreas Rauscher den Fragen des fachkundigen Publikums und die Filmreihe fand in einer angeregten Diskussionsrunde ihren würdigen Abschluss.

Ein herzlicher Dank geht noch einmal an das Kommunale Kino Pforzheim für den Auftakt einer hoffentlich noch lang andauernden Kooperation sowie an die Studierenden des Medientheorie-Seminars, die mit ihren Vorträgen die Filmreihe bereicherten.