Forschungsprojekt SECURITAS 

im Kommunikationstechnik-Labor an der Hochschule Pforzheim 

Bei der Förderrunde "IngenieurNachwuchs 2008" des Bundesforschungsministeriums (BMBF) wurde das Projekt SECURITAS von Prof. Dr.-Ing. Frank Niemann als förderwürdig begutachtet und wird seit Sommer 2008 mit etwa 260.000 Euro gefördert. Die Förderung dient der forschungsnahen Qualifizierung von Ingenieurnachwuchskräften.

Im Forschungsprojekt „SECURITAS: Sicherheitsmanagement in Kommunikationsnetzen“ geht es um ausgewählte Sicherheitsfragen in Kommunikationsnetzen und um die Entwicklung von neuen anwendungsorientierten Konzepten des Sicherheitsmanagements für Netzdienste speziell für kleine und mittlere Unternehmen.

Die Abhängigkeit unserer Gesellschaft von modernen, funktionsfähigen Informations- und Kommunikationstechnologien nimmt beständig zu. Gleichzeitig steigen damit die Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit dieser Technologien – Störungen sind mittlerweile mit erheblichen betriebs- (und volks-)wirtschaftlichen Schäden verbunden.

Ziel des Forschungsprojekts ist die Untersuchung von Angriffsszenarien und die Entwicklung von Schutzmechanismen für den Sprachdienst Voice over IP (VoIP) und den Datendienst E-Mail unter besonderer Berücksichtigung der Spam-Problematik. (Als Spam bezeichnet man unerwünschte, in der Regel auf elektronischem Wege massenhaft übertragene Nachrichten, die dem Empfänger unverlangt zugestellt werden und häufig werbenden Inhalt haben.)

Spam wird für den Sprachdienst auf Basis von VoIP mit dessen zunehmender Verbreitung immer häufiger auftreten und damit letztlich zu einer Bedrohung des Dienstes werden. Deshalb sollen Ansätze zur Bekämpfung von Spam over Internet Telephony (SPIT, Call Spam) erforscht werden. Projektpartner sind die Drachenfels GmbH aus Pforzheim, das Rechenzentrum der Hochschule und das Institut für Kommunikationstechnik der Universität Hannover.

Im Projektlabor von Prof. Niemann wurde dazu eine entsprechende Infrastruktur aufgebaut. Sie besteht aus ca. 10 PCs mit verschiedenen Betriebssystemen (versch. Linux-Distributionen /-versionen und MS-Windows) zum Test von Asterisk PBX-Telefonanlagen (Private Branch Exchange), in Verbindung mit SIP Express Routern (SER und OpenSER), mehreren VoIP-Telefonen (Siemens OpenStage, SNOM, Softphones) und Routern bzw. Switches. Ein ASTARO Security-Gateway (Firewall) dient der Verbindung verschiedener physikalischer oder logischer Netze miteinander bzw. dem Abschotten gegeneinander.
Der PC mit der Asterisk Telefonanlage enthält auch eine ISDN-Einsteckkarte, die vier S0-Schnittstellen zur Verfügung stellt, so dass dadurch der Übergang zu ISDN-Geräten gegeben ist.

Im Rahmen des Projekts arbeiten derzeit drei wissenschaftliche Mitarbeiter und drei studentische Hilfskräfte an Lösungen für die o.a. Problemfelder.

Forschungsprojekt im Rahmen der BMBF-Ausschreibung
"IngenieurNachwuchs"

Gefördert vom BMBF