EN
  • EN
  • search
    Suche
  • Login

News | 

Werkstoffentwicklungs- und Prüflabor erweitert Forschung und Lehre

Michael Stepper, Geschäftsführer Fritz Stepper GmbH & Co. KG, Prof. Dr.-Ing. Norbert Jost, Leiter des WEP; Prof. Dr. Ulrich Jautz, Rektor Hochschule Pforzheim, Dipl.-Ing. Simon Kött (v.l.n.r.)

„Mit dem kommenden Semester werden auch unsere Studierenden die Möglichkeit haben, Werkstoffproben noch eingehender und präziser zu untersuchen und diese werkstoffkundlich zu bewerten“, freut sich Professor Dr.-Ing. Norbert Jost, Leiter des Werkstoffentwicklungs- und Prüflabors (WEP) der Hochschule Pforzheim. „Wir sind seit einigen Wochen im Besitz eines weiteren Rasterelektronenmikroskops (REM), das wir nun auch spezifisch als Erweiterung der metallografischen Ausbildung zur Verfügung stellen können.“ Mit Unterstützung der Firma Fritz Stepper GmbH & Co.KG Präzisions-Werkzeuge aus Pforzheim konnte das WEP dieses Gerät für die Lehre und Forschung von dort übernehmen. In einer kleinen Feierstunde am Dienstag, den 9. Mai 2017, wurde das neue Mikroskop nun offiziell an die Hochschule Pforzheim und den Fachbereich Maschinenbau übergeben, dem das Werkstoffentwicklungs- und Prüflabor angehört.

Professor Dr. Ulrich Jautz, Rektor der Hochschule Pforzheim, betonte in seiner Begrüßung, wie wichtig es sei, so praxisnah wie möglich auszubilden. Er freut sich, dass den Studierenden nun eine weitere hochspannende und forschungsaffine Technik zur Verfügung steht. „Werkstoffe spielen in den Ingenieurwissenschaften eine ganz herausragende Rolle, deshalb haben sie auch einen entsprechend hohen Stellenwert an der Hochschule Pforzheim”, betont auch Norbert Jost. Michael Stepper, Geschäftsführer der Fritz Stepper GmbH & Co. KG Präzisions-Werkzeuge, stellte das Rasterelektronenmikroskop des Typs CamScan 44 den am Dienstag geladenen Gästen kurz vor.

Das sehr massiv aufgebaute und damit auch robuste Gerät hat trotz seines Alters eine extrem niedrige Betriebsstundenzahl und zeichnet sich durch eine ungewöhnlich große Probenkammer aus, die es erlaubt, auch größere Proben mit der hochauflösenden Elektronenmikroskopie zu untersuchen. Damit ist dieses Mikroskop geradezu prädestiniert für den Einsatz in der Lehre. Ein bereits vorhandenes Rasterelektronenmikroskop kann so schwerpunktmäßig für die vielfältigen Forschungsarbeiten des WEP bzw. des Instituts für Werkstoffe und Werkstofftechnologien (IWWT) eingesetzt werden. „Das „neue“ Mikroskop ist zwar gebraucht und aus den 90-iger Jahren, aber der Zustand ist überaus gut, wie man es wahrlich nur höchst selten bei solchen Gebrauchtgeräten findet”, freuen sich WEP-Institutsleiter Norbert Jost und seine Mitarbeiter.

Unterstützung bekam die Hochschule Pforzheim von der Firma Fritz Stepper GmbH & Co.KG Präzisions-Werkzeuge aus Pforzheim, die das Gerät aus ihrem Haus aussortiert hat. Neben den Kosten für den recht aufwendigen Abbau hat die Firma dankenswerter Weise auch die vollen Transportkosten an die Hochschule übernommen. „Wir freuen uns wirklich sehr, dass wir eine solche Unterstützung bekommen haben”, so Norbert Jost.

Mit Hilfe der Rasterelektronenmikroskopie sind Werkstoffuntersuchungen mit sehr hohen Vergrößerungen (bis rund 20.000-fach sind auch mit diesem älteren Gerät durchaus realistisch) bei gleichzeitig sehr guter Tiefenschärfe möglich. Insbesondere im Bereich der Lehrveranstaltungen zur Schadenskunde sind die Studierenden nun in der Lage, diese besondere, aber auch mittlerweile in der Werkstoffprüfung unverzichtbare Technik, weitest möglich selbst zu erfahren.

Die Elektronenmikroskopie ist eine Methode, bei der die Bildgebung einer Probe statt mit Licht mit einem hochenergetischem Elektronenstrahl erfolgt. Hierzu wird ein fein gebündelter Elektronenstrahl in einer Vakuumröhre mit hoher Geschwindigkeit auf eine Probenoberfläche gelenkt. Auf seinem Weg von der Kathode zur Probe wird der Elektronenstrahl von mehreren magnetischen Linsen gebündelt, bis er letztlich an der vom Bediener vorbestimmten Stelle auf die Probenoberfläche auftrifft. Mit den dann dort entstehenden Wechselwirkungen zwischen Elektronenstrahl und Probe ist es möglich, auch sehr kleine Werkstoffstrukturen mit höchster Genauigkeit abzubilden.

Pressestimme:
Pforzheimer Kurier