Wenn KI auf die Bühne kommt: Professor Dr. Norbert Schmitz diskutiert über Robotik, Pflege und Verantwortung
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Welche Rolle werden intelligente Maschinen künftig in unserem Alltag spielen? Können Roboter emotionale Nähe schaffen und wo liegen die Grenzen technischer Systeme? Mit diesen Fragen beschäftigte sich Anfang Mai eine Podiumsdiskussion am Theater Pforzheim im Anschluss an das Schauspiel „Schwarze Schwäne“. Zu den Gästen gehörte auch Professor Dr. Norbert Schmitz von der Hochschule Pforzheim. Der Professor für Robotik und Künstliche Intelligenz diskutierte gemeinsam mit Vertreter*innen aus Pflege und Theater über aktuelle Entwicklungen der KI-Forschung sowie deren gesellschaftliche und ethische Dimensionen.
Das Stück „Schwarze Schwäne“ zeichnet das Bild einer nahen Zukunft, in der ein humanoider Pflegeroboter immer mehr Aufgaben und Verantwortung im Alltag übernimmt. Dabei stehen nicht allein technische Möglichkeiten im Mittelpunkt, sondern ebenso Fragen nach Vertrauen, Fürsorge und dem Verhältnis zwischen Mensch und Maschine. Für Norbert Schmitz macht die Inszenierung deutlich, wie intensiv Künstliche Intelligenz bereits heute gesellschaftliche Diskussionen beeinflusst. Zwar habe die Robotik in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt, von vollständig autonomen Pflegerobotern sei man jedoch weiterhin weit entfernt. Moderne Systeme könnten in klar strukturierten Umgebungen erstaunliche Leistungen erbringen, eigenständig reflektierende Maschinen existierten bislang aber noch nicht.
Zugleich kann man aber durchaus beobachten, dass Menschen zunehmend emotionale Bindungen zu technischen Systemen aufbauen, etwa im Umgang mit Sprachassistenten, sozialen Robotern oder KI-basierten Anwendungen. Gerade deshalb braucht es neben technischer Innovation auch eine kritische gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Auswirkungen solcher Technologien.
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion lag auf dem Einfluss von KI auf kreative Berufe. Dabei steht weniger die Frage nach einem möglichen Ersatz des Menschen im Vordergrund als vielmehr das Potenzial neuer Formen der Zusammenarbeit. Technische Systeme können kreative Prozesse bereichern und neue Ausdrucksmöglichkeiten schaffen, die menschliche Kreativität jedoch nicht ersetzen.
Die Veranstaltung verdeutlichte zugleich die enge Verbindung zwischen gesellschaftlichen Zukunftsfragen und der Lehre an der Hochschule Pforzheim. Als Studiengangleiter des Bachelorstudiengangs „Künstliche Intelligenz“ lehrt und forscht Norbert Schmitz als Studiengangleiter intensiv zu Technologien, die zunehmend Wirtschaft, Alltag und Kultur prägen. Zum Studium gehören für die Studierenden Inhalte wie Machine Learning, Robotik, Bildverarbeitung und intelligente Assistenzsysteme ebenso wie praxisnahe Projekte und interdisziplinäre Anwendungen.Besonderen Wert legt der Studiengang darauf, technisches Wissen mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden. Themen wie ethische Fragestellungen, Automatisierung oder Mensch-Maschine-Interaktion sind deshalb fester Bestandteil des Curriculums.
Mit Veranstaltungen wie der Podiumsdiskussion am Theater Pforzheim bringt die Hochschule aktuelle Forschung in den öffentlichen Austausch und zeigt, dass Künstliche Intelligenz längst nicht mehr nur eine technische Entwicklung ist, sondern eine zentrale gesellschaftliche Zukunftsfrage.
