Wenn das Auge mehr sieht als das Messgerät: Studentische Forschung aus Pforzheim international prämiert
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Lukas Eger (Mitte) erhält den "Best Paper Award" bei der Electronic Displays Conference 2026 in Nürnberg. Mit ihm freuen sich der betreuende Seniorprofessor Dr. Karlheinz Blankenbach (rechts) und Prof. Dr. Jan Bauer, Vorsitzender des Programmkomitees. Bild: NürnbergMesse, Frank Boxler
Die Fakultät für Technik kann einen weiteren internationalen Forschungserfolg vermelden: Der Masterabsolvent Lukas Eger aus dem Studiengang Embedded Systems und der Bachelorabsolvent Pascal Ulmer aus dem Studiengang Elektrotechnik/Informationstechnik, wurden erneut für ihre Arbeiten im Bereich moderner Displaytechnologien ausgezeichnet. Besonders bemerkenswert ist dabei die Kontinuität der Erfolge – Lukas Eger hatte bereits zuvor mit einer preisgekrönten Masterarbeit im gleichen Themenfeld auf sich aufmerksam gemacht, die beim europäischen SID Mid-Europe Student Award 2025 einen Spitzenplatz erreichte.
Mit der aktuellen Auszeichnung werden nun erneut Forschungsleistungen gewürdigt, die sich einer zentralen Frage widmen: Warum wirken Displays für das menschliche Auge oft anders, als es Messgeräte erwarten lassen?
Im Mittelpunkt der Arbeiten steht der sogenannte Helmholtz-Kohlrausch-Effekt, der beschreibt, dass stark gesättigte Farben subjektiv heller erscheinen können, selbst wenn physikalische Größen wie die Leuchtdichte identisch sind. Genau diese Diskrepanz zwischen Messwert und Wahrnehmung untersuchen die beiden Absolventen systematisch für unterschiedliche Displaytechnologien.
Ihre gemeinsame Studie zur „Comparison of perceived brightness and colorfulness for various display technologies“ analysiert insbesondere Unterschiede zwischen LCD- und OLED-Displays. Dabei zeigt sich unter anderem, dass ein größerer Farbraum die wahrgenommene Helligkeit deutlich erhöhen kann und OLED-Technologien durch ihre ausgeprägte Schwarzdarstellung eine besonders starke Kontrastwirkung erzeugen.
Die Relevanz dieser Forschung reicht weit über die Hochschule hinaus. Auch auf internationaler Ebene wird das Thema intensiv diskutiert: Im Rahmen der renommierten Fachkonferenz der Society for Information Display (SID) in Los Angeles, Kalifornien, wurde die Arbeit in das Programm der Session „Automotive Display Human Factors“ aufgenommen. Dort wird der betreuende Professor der beiden Studierenden, Seniorprofessor Dr. Karlheinz Blankenbach, am 07. Mai die Ergebnisse in einem Fachvortrag präsentieren und in den Kontext aktueller Entwicklungen im Bereich Automotive-Displays einordnen. Die Session bringt internationale Expert*innen aus Industrie und Forschung zusammen und beschäftigt sich mit der Frage, wie Displays im Fahrzeug optimal an menschliche Wahrnehmung und ergonomische Anforderungen angepasst werden können.
Dass Lukas Eger bereits zuvor für seine Forschung ausgezeichnet wurde, unterstreicht die wissenschaftliche Tiefe und Kontinuität seiner Arbeiten. Gemeinsam mit Pascal Ulmer zeigt er, dass moderne Displaytechnologien nicht allein über technische Messwerte verstanden werden können, sondern immer im Zusammenspiel mit menschlicher Wahrnehmung betrachtet werden müssen.
Die Hochschule Pforzheim gratuliert beiden Absolventen herzlich zu der erneuten internationalen Anerkennung und freut sich über die wachsende Sichtbarkeit ihrer Forschungsarbeiten in der internationalen Fachcommunity.