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Vom Hörsaal in die Praxis

Aline Hendrich hatte an der Hochschule Pforzheim Ressourceneffizienz-Management studiert und arbeitet heute nach einem Master-Studium in Wien bei einer Beratungsfirma nahe Stuttgart

Engagiert und begeistert von der Praxis zeigten sich junge Berufseinsteiger/innen, die in Baden-Württemberg Umweltstudiengänge belegt hatten und nun in Unternehmen arbeiten. In einem eigenen Forum erzählten sie auf dem diesjährigen baden-württembergische Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress vergangene Woche in Karlsruhe von ihren Erfahrungen. Der Kongress ist mit ca. 700 Teilnehmern und großer Beteiligung der Wirtschaft der größte seiner Art in Deutschland. Stark vertreten waren die Pforzheimer mit dem Bachelor-Studiengang „Ressourceneffizienz-Management“ (REM) und dem Master-Studiengang „Life Cycle & Sustainability“ (MLICS).

Gelandet sind sie überall: Bei großen baden-württembergischen Automobilherstellern, bei kleinen – aber nicht minder spannenden – Mittelständlern auf der Alb, bei Consultant-Unternehmen, in der öffentlichen Verwaltung oder sogar in großen Freizeitparks – zum Arbeiten wohlgemerkt. Und sie alle tun einen guten Job und sind in den Unternehmen gut integriert. Einige arbeiten noch auf ihren angestammten Gebieten, die mit Umweltschutz oder Nachhaltigkeit zu tun haben. Aber einige konnten ihr Wissen nutzen, um in benachbarte Bereiche, z.B. den Lean-Produktion-Bereich oder in die Produktionstechnik vorzustoßen. Umweltschutz und Ressourceneffizienz sind inzwischen auch ein Sprungbrett für eine Karriere in der Wirtschaft.

„Keine Angst vor der Technik“, war das Credo eines Alumnus. Es helfe im produzierenden Mittelstand, wenn man sich mit diesen Dingen auskennt. Denn oft hatten die Alumni mit den technischen Fächern während des Studiums ihre Not; doch in der betrieblichen Praxis zeige sich plötzlich der Sinn, auch dazu etwas gelernt zu haben. „Ich habe nie wieder Differentialgleichungen gebraucht“, meinte eine Absolventin des Umwelttechnik-Studiengangs an der Universität Stuttgart. Aber die Art zu lernen, sich neue Inhalte zu erschließen und zu wissen, wo man etwas nachschlagen kann, das sei entscheidend gewesen.

Bange Frage einer Pforzheimer REM-Studentin: „Sind wir mit unseren anspruchsvollen und interdisziplinären Fächern gegenüber anderen Studienangeboten benachteiligt? Oder zählt am Ende für die Unternehmen nur die Abschlussnote?“ Das konnten die Alumni klar beantworten: Niemand habe später nur auf die Noten geachtet. In der Praxis komme es auf die Persönlichkeit, das Engagement und das tatsächliche Können an. Empfehlung an die jungen Kolleginnen und Kollegen: Seid auch während des Studiums schon aktiv, nehmt an Praktika und Exkursionen teil und geht auf Kongresse und Tagungen, wo das möglich ist.

So nutzten die Pforzheimer Alumni dann auch die Gelegenheit und trafen sich nach dem Kongress mit ihren ehemaligen Studiengangleitern und Kolleginnen und Kollegen vom Institut für Industrial Ecology zu einem Bier in der Karlsruher Innenstadt und schwärmten von ihrer Studienzeit.