Das Hochschulorchester sucht Unterstützung
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Das Hochschulorchester probt vor dem Konzert an drei Probenwochenenden. (Foto: Ulrich Heinen/ Hochschule Pforzheim)
Aus einer Idee wird eine Institution: Drei Jahre nach seiner Gründung geht das Pforzheimer Hochschulorchester neue Wege. Im März 2026 haben die Musiker*innen einen gemeinnützigen Orchesterverein gegründet, der zum Wintersemester 2026 seine Arbeit aufnimmt. Gleichzeitig steht schon das nächste Konzert fest: Unter dem Titel „Freedom“ spielt das Orchester am Montag, 9. November 2026, um 19:30 Uhr ein Programm über den Wunsch nach Freiheit. Der Eintritt ist frei.
Unterstützung gesucht: Streicher*innen, Fördermitglieder und besondere Spielorte
Vor jedem Konzert stehen drei intensive Probenwochenenden. Und das Orchester sucht noch Verstärkung: „Unsere Bläserbesetzung ist ziemlich stabil, aber bei den Streichern können wir definitiv noch ordentlich Verstärkung brauchen“, sagt Katrin Thumser-Dauth, Violinistin und Schriftführerin im Vorstand. „Es macht viel Spaß, mit Jasper Lecon die Programme zu erarbeiten, gerade wenn die Stücke am Anfang unspielbar erscheinen – und plötzlich entsteht dieser magische Orchesterklang.“ Auch Fördermitglieder sind willkommen, die das Orchester finanziell und logistisch unterstützen möchten. Das Ensemble hat einen Wunsch: ungewöhnliche Konzertorte. „Wir möchten gerne auch mal Konzerte an experimentellen Orten mit spannender Akustik spielen: Fabrikhallen, überdachte Innenhöfe, große Treppenhäuser – wir freuen uns über Einladungen an interessante Locations“, sagt Nils Kohler, Medizintechnik-Student, Erster Trompeter und stellvertretender Vorsitzender des neuen Vereins.
Bei Vorschlägen zu besonderen Spielorten und Interesse am Orchester: orchester(at)hs-pforzheim(dot)de
Der große Schritt: die Vereinsgründung
Bisher wurde das Orchester vom Verein der Freunde und Alumni der Hochschule Pforzheim (FAV) getragen und mitfinanziert. Nun übernimmt es selbst die Regie. „Für uns ist das ein großer Schritt“, sagt Prof. Dr. Ulrich Heinen, der das Orchester seit der Gründung betreut hat und zum Vereinsvorsitzenden gewählt wurde. „Die neue Vereinsstruktur ermöglicht kurze Entscheidungswege und erlaubt gleichzeitig, die Verantwortung auf mehr Schultern zu verteilen.“ Der FAV bleibt dem Orchester verbunden und hat weitere finanzielle Unterstützung zugesagt. Eine Herausforderung bleibt das Geld aber dennoch. „Wir wollen unsere Konzerte auch weiterhin mit freiem Eintritt realisieren, um spannende Musik in möglichst viele Ohren zu bringen“, sagt Matthias Bender, Musikstudent in Mannheim und Vorstandsmitglied für die Finanzen. „Aber Noten, Aufführungsrechte und nicht zuletzt unser professioneller Dirigent, der natürlich von seiner Arbeit leben möchte, kosten viel Geld.“ Der Verein setzt deshalb auf Mitgliedsbeiträge, Spenden und Sponsoring.
„Freedom“: Musik, die an Wendepunkte erinnert
Das Konzert am 9. November erinnert an die Reichspogromnacht von 1938 und den Mauerfall 1989. Im Mittelpunkt steht die „Afro-American Symphony“ von William Grant Still (1930). Sie war das erste symphonische Werk eines afroamerikanischen Komponisten, das direkt in die Konzertsäle und das Repertoire von Orchestern wie der New York Philharmonic fand. Ihr gegenüber steht „Finlandia“ von Jean Sibelius, die musikalische Antwort auf den Freiheitswillen Finnlands unter russischer Herrschaft im Jahr 1899. Gefördert wird der Abend von der Joachim und Uta Volz-Stiftung für Kunst und Kultur.