VIA Impulse mit Katja Tiltscher
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„Man muss nicht alles planen – wichtig ist, den eigenen Weg in die Hand zu nehmen“
Ist es das richtige Studium zur richtigen Zeit? Diese Frage beschäftigt viele Studienanfängerinnen und Studienanfänger – auch die „Newies“, die am 4. März 2026 zum VIA Impulse Vortrag in den Walter Witzenmann Hörsaal kamen. Auf dem Programm stand ein Einblick in Studien- und Berufswege aus der Praxis: Katja Tiltscher von TRUMPF teilte offen ihre Erfahrungen, Zweifel und Entscheidungswege – und machte den Erstsemestern Mut, ihren eigenen Weg zu gehen.
Zwischen Zweifeln und Aufbruch: Der Start ins Studium
Tiltscher erinnerte sich an ihren eigenen Studienbeginn vor über zwei Jahrzehnten: „Ich hatte so viele Fragezeichen im Kopf – was studiere ich? Was wird aus mir? Schaffe ich das Studium?“ Einen fertigen Karriereplan habe sie damals nicht gehabt. Stattdessen sei sie ihren Weg über das Ausprobieren gegangen. Ein Studium sei kein Vertrag für die Ewigkeit, sondern ein Startpunkt, der Orientierung gebe.
Eine solide Basis wie ein BWL Studium könne dabei unterstützen, weil es viele Türen öffne: „Man kann von dieser Basis aus abspringen, aber auch jederzeit dorthin zurückkehren.“ Wichtig sei, sich Zeit zu lassen und nicht vorschnell zu glauben, woanders müsse es sofort besser sein.
Mut zur Veränderung: Umwege als Chancen
In ihrem Studium und späteren Berufsleben habe Katja Tiltscher vor allem eines gelernt: Entscheidungen müssen nicht endgültig sein – und ein fertiger Plan sei überbewertet. „Manchmal weiß man erst, was man will, wenn man erlebt hat, was man nicht will.“
Ihr Werdegang führte sie durch unterschiedliche Stationen – von der Beratung zu Beginn ihrer Laufbahn bis hin zu ihrer heutigen Rolle in der Forschung und Entwicklung. Gerade diese Umwege seien wertvoll: Sie machten offener, mutiger und eigenständiger. „Es geht darum, sein eigenes Bestes herauszuholen und sich treu zu bleiben – im Studium genauso wie später im Beruf.“
Auch internationale Erfahrungen prägten ihren Weg. Ein Aufenthalt in São Paulo sei anfangs herausfordernd gewesen, später jedoch einer der wichtigsten Bausteine ihres Lebens. „Ich habe dort zu schätzen gelernt, was ich in Deutschland habe, und habe verstanden, wofür ich stehe.“
Mit 29 stand sie an einem Wendepunkt: Sie wollte aus dem Personalbereich heraus – erhielt dann aber die Chance, eine Leitungsfunktion im HR zu übernehmen. Eine Herausforderung, die sie annahm und parallel zu einem Masterstudium im Process Management meisterte. Ihr Appell: „Auch wenn es sich am Anfang holprig anfühlt – es lohnt sich.“
Feedback als Wegweiser – und die Rolle von Kommunikation
Ein wichtiger Bestandteil ihres Karrierewegs waren Menschen, die sie begleitet und unterstützt haben. Heute teilt Katja Tiltscher ihre Führungsposition im Bereich Innovation und Technologie mit einer Tandem Partnerin. Diese enge Zusammenarbeit bedeute stetiges, direktes Feedback – ein großer Vorteil: „Dinge werden klarer und schneller angesprochen als im privaten Bereich.“
Mehr als 4 Jahre arbeitet sie in dieser Konstellation an der Transformation des Werkzeugmaschinenbaus in der Forschung und Entwicklung. Auch dieser Wechsel war ein Sprung ins kalte Wasser – einer, der sich ausgezahlt hat und ihre Stärken weiter sichtbar machte.
Neue Perspektiven und der eigene Platz im Wandel
Karrieren verlaufen heute selten geradlinig – Tiltscher beschrieb eine Arbeitswelt im Wandel: geprägt von Innovation, Technologie und immer neuen Anforderungen. Rollen veränderten sich, Zukunftsbilder ebenso – und niemand müsse bereits am Anfang Expertin oder Experte für alles sein, denn das ist überhaupt nicht möglich.
Viel entscheidender sei, sich selbst Fragen zu stellen: Was treibt mich an? Was inspiriert mich? Was möchte ich bewirken?
Träume und Wege könnten sich ändern – und das sei vollkommen normal. „Es geht vielleicht den einen oder den anderen Umweg“, so Tiltscher, „aber ihr gestaltet eure Zukunft selbst.“





