Thomas Düster ist neuer Professor für Industrial Design
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Foto: Renata Steiner
Zum Wintersemester 2026/27 übernimmt Thomas Düster eine Professur für Industrial Design an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim. Der Designer bringt mehr als 20 Jahre Berufserfahrung in Europa, Asien und den USA mit, unter anderem bei Philips, Huawei und Amazon. Seine Schwerpunkte liegen in nachhaltiger und innovativer Produktgestaltung, Designstrategie und der Leitung interdisziplinärer Teams.
Internationale Designpraxis und handwerkliche Wurzeln
Von 2006 bis 2012 arbeitete Düster bei Philips Design in den Niederlanden, in Belgien und Hongkong, wo er Beleuchtungslösungen entwickelte und im „Design Probes“-Team innovative Zukunftsszenarien entwarf. Anschließend leitete er bei Huawei in China ein internationales Designteam, bevor er von 2014 bis 2018 bei Amazon Go in Seattle das Industriedesign verantwortete.
Seit 2018 führt Düster sein eigenes Designstudio formfuture in Seattle, das Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Produkten, Designstrategien und Innovationen begleitet. Gemeinsam mit Partnern gründete er außerdem das Unternehmen Juno Baby. Dessen nachhaltig konzipierte, faltbare Babywiege mit Transportbox wurde vom TIME Magazine 2021 als eine der 100 besten Erfindungen des Jahres ausgezeichnet.
Seine gestalterische Laufbahn begann Düster mit einer Ausbildung zum Schreiner. 2000 schloss er mit der Meisterprüfung ab und arbeitete ein Jahr lang als Werkstattlehrer an einer Holzfachschule. Anschließend studierte er Industrial und Product Design an der Hochschule der Bildenden Künste Saar sowie an der Design Academy Eindhoven, wo er 2006 seinen Abschluss erwarb.
Mit Neugier und Mut neue Lösungen entwickeln
Nachhaltigkeit und technologische Innovation gehören zu den Schwerpunkten von Düsters Arbeit. Dabei setzt er auf Experimentierfreude und den Mut, ungewöhnliche Ideen zu verfolgen und bestehende Denkmuster zu hinterfragen. Ebenso wichtig ist ihm die Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen, die bereits seine Arbeit bei Amazon Go prägte, wo er Design, Technologie und Produktentwicklung zusammenführte. Auch als Gastdozent und Mentor an der University of Washington in Seattle arbeitete Düster fachbereichsübergreifend und leitete unter anderem Workshops an der Foster School of Business.
Diese Interdisziplinarität möchte er auch in die Lehre einbringen. Daneben legt Düster großen Wert auf Fähigkeiten, die über das Fachliche hinausgehen: Studierende sollen lernen, ihre Ideen überzeugend zu vermitteln und andere für ihre Konzepte zu gewinnen.
Den Austausch mit Studierenden versteht er dabei als gegenseitigen Lernprozess. Er möchte seine Erfahrungen aus der internationalen Designpraxis weitergeben, zugleich neue Perspektiven kennenlernen und die eigene Arbeit kritisch hinterfragen lassen. Besonders reizt ihn die Möglichkeit, den aktuellen Herausforderungen in der Lehre und im Industrial Design mit neuen Ideen und Ansätzen zu begegnen.
„Ich glaube, dass wir heute wichtiger sind als je zuvor. Neue Technologien verändern unseren Beruf grundlegend. Darin sehe ich eine große Chance, gemeinsam mit den Studierenden neue Wege zu gehen und zu fragen: Was brauchen die Menschen wirklich? Und wie können wir ihr Leben besser machen?“, sagt Düster.