Technik erleben, Talente fördern: Kooperation der Fakultät für Technik mit dem Hilda-Gymnasium
News

Vadim Soshnyev (Mitte) mit seinem betreuenden Lehrer Dr.-Ing. Joachim Götz (links) und Prof. Dr.-Ing. Alexander Hetznecker (rechts) auf dem Technik-Campus der Hochschule Pforzheim – ein Beispiel gelungener schulischer Nachwuchsförderung durch Hochschulkooperation.
Wie funktioniert eigentlich ein Magnetgetriebe? Diese Frage stellte sich Vadim Soshnyev, Schüler der 11. Klasse am Hilda-Gymnasium Pforzheim, und entwickelte daraus eine eigenständige Projektarbeit im Rahmen des NwT-Unterrichts (Naturwissenschaft und Technik) in der Kursstufe.
„Das Hilda-Gymnasium bietet in der Kursstufe das Fach NwT an“, erklärt Dr.-Ing. Joachim Götz, betreuender Lehrer und Initiator zahlreicher Projekte. „Damit fördern wir gezielt eigenständiges Forschen – und genau hier entsteht die Verbindung zur Hochschule Pforzheim.“
Denn mit der Hochschule Pforzheim pflegt das Hilda-Gymnasium seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit. Insbesondere Prof. Dr.-Ing. Alexander Hetznecker, Studiengangleiter des Bachelor-Studiengangs Elektrotechnik/Informationstechnik ist eine feste Größe in der schulischen Projektförderung: „Herr Götz und ich arbeiten bereits seit über zehn Jahren zusammen – angefangen mit einem Nachhaltigkeitsprojekt zur Alge Chlorella vulgaris, später folgte ein intelligenter Schnellkochtopf mit Temperatur- und Drucksensoren. Nach einem zehnminütigen Gespräch mit Vadim Soshnyev war mir klar: Diesen jungen Mann unterstütze ich gern!“, erklärt Prof. Alexander Hetznecker seine Motivation, sich für junge Talente zu engagieren.
Vadims aktuelles Projekt zum Magnetgetriebe zeigt eindrucksvoll, wie Schüler*innen bereits auf ingenieurwissenschaftlichem Niveau arbeiten können. Magnetgetriebe haben den Vorteil, dass mechanische Reibung durch Zahneingriffe entfällt – die Verluste beschränken sich auf Lagerreibung und Ummagnetisierung. Die Wechselwirkungen der Magnete mit den Eisenkernen konnte Vadim mithilfe eines FEM-Simulationsprogramms modellieren. Ein erster Prototyp wurde bereits gefertigt, aktuell arbeitet er an der Vermessung der Eigenschaften. „Am Anfang war es nur eine Idee – jetzt habe ich einen eigenen Prototyp gebaut. Das Gefühl, wenn etwas wirklich funktioniert, ist einfach großartig. Und die Unterstützung der Hochschule hat mir dabei richtig Rückenwind gegeben“, erzählt Vadim stolz.
Die Zusammenarbeit zwischen Schulen der Region und der Hochschule Pforzheim wird durch Formate wie beispielsweise die Schüler*innen-LABS oder den Factory Space systematisiert. Ziel ist es, junge Talente frühzeitig für Technik und Wissenschaft zu begeistern – und ihnen Perspektiven für ein späteres Studium zu eröffnen.
Weitere Gelegenheiten für Schüler*innen die Fakultät für Technik kennenzulernen.
Der Prototyp des magnetischen Getriebes: Vadim Soshnyev realisierte das berührungslose Antriebssystem im Rahmen einer schulischen Projektarbeit mit Unterstützung der Hochschule Pforzheim. Über den Studiengang:
Elektrotechnik ist die Grundlage vieler moderner Technologien – vom Smart Home über das E-Bike bis hin zu Industrieanlagen und Kommunikationssystemen. Im Bachelor-Studiengang Elektrotechnik/Informationstechnik stehen die Entwicklung, Steuerung, Vernetzung und Automatisierung technischer Systeme im Mittelpunkt. Zu den zentralen Inhalten zählen Gleich- und Wechselstromlehre, Elektronik, Signalverarbeitung, Kommunikations- und Automatisierungstechnik sowie Messtechnik und Sensorik. Praxisnähe bieten anwendungsorientierte Labore, ergänzt durch vertiefte Kenntnisse in Analog- und Digitalelektronik und aktuellen Sicherheitstechnologien. Als Schlüsseltechnologie eröffnet die Elektro- und Informationstechnik vielfältige Einsatzmöglichkeiten in Forschung, Entwicklung und nahezu allen Branchen der Industrie.