„Tausendschönchen – Kein Märchen“ auf 35 mm im Kommunalen Kino mit Filmgespräch

Veranstaltung 20.01.2026 18:00 Uhr - Kommunales Kino Pforzheim

Cineastischer Salon zeigt feministisches Schlüsselwerk
Zwei Frauen sitzen in Bikinis an eine Holzwand gelehnt.

Der Cineastische Salon startet 2026 mit einem Schlüsselwerk der tschechoslowakischen Neuen Welle: „Tausendschönchen – Kein Märchen“ (Tschechoslowakei 1966, 74 Min), international besser bekannt als „Daisies oder „Sedmikrásky“. Der Klassiker wird am 20. Januar um 18 Uhr im Kommunalen Kino Pforzheim in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln auf analoger 35 mm-Kopie gezeigt. Im Anschluss lädt Professorin Dr. Evelyn Echle von der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim zum Filmgespräch mit Daria Schroth und Janusz Czech, dem Co-Leitungsteam des Pforzheimer Kunstvereins, ein.

„Tausendschönchen“ markiert einen provokanten Bruch mit erzählerischen Konventionen: Auf einem Freibad-Sonnendeck erkennen zwei junge Frauen, Marie I und Marie II, die Korruption ihrer Gesellschaft. In einem anarchisch-feministischen Spektakel befreien sie sich und schlagen konventionelle Normen in den Boden. Technisch bricht Regisseurin Věra Chytilová jede filmische Erwartung: Clownerie, Tanz- und Slapsticksequenzen wechseln mit Schwarzweiß, Zeitraffer und intensiver Kolorierung ab. Der Film gipfelt in einer surrealen Zerstörungsorgie, die gängige Moralvorstellungen radikal dekonstruiert. 

„Tausendschönchen – Kein Märchen wurde nach dem Prager Frühling verboten, der Grund: Kritik an sozialistischen Normen. Die Regisseurin Věra Chytilová erhielt Berufsverbot. „Der Film gilt mittlerweile als Klassiker und wurde international mehrfach als Meilenstein feministischer und experimenteller Filmästhetik geadelt. Besonders freut es mich, dass das Kommunale Kino für den Abend eine 35mm-Kopie besorgen konnte, was eine ganz andere Form der Materialität auf die Leinwand bringt. So ein Erlebnis ist wirklich selten geworden“, erklärt Evelyn Echle, Filmwissenschaftlerin und Gastgeberin des Cineastischen Salons. Zusammen mit Daria Schroth und Janusz Czech, dem Co-Leitungsteam des Pforzheimer Kunstvereins, diskutiert sie im Anschluss an die Vorstellung über die filmhistorische Bedeutung, die besondere Ästhetik sowie die Bezüge zur aktuellen Ausstellung im Kunstverein „The Shadow Line“, die eine Position des tschechischen Künstlers Jakub Janovský zeigt.

Studierende erhalten mit der Vorlage der Kulturflat freien Eintritt.

 

Cineastischer Salon zeigt:

„Tausendschönchen – Kein Märchen“
Dienstag, 20. Januar 2026, 18 Uhr
Kommunales Kino Pforzheim
Im Anschluss Filmgespräch mit Dr. Evelyn Echle, Daria Schroth und Janusz Czech