Studium Generale: Prof. Dr. Mathias Jucker
Veranstaltung 15.04.2026 19:00 Uhr - Audimax

Mathias Jucker ist Professor für Zellbiologie Neurologischer Erkrankungen an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Foto: Fabian Zapatka
Alzheimer beginnt nicht erst dann, wenn man Namen vergisst oder Termine durcheinandergeraten. Die Krankheit kann sich über viele Jahre im Verborgenen entwickeln – lange bevor im Alltag etwas auffällt. Genau diesen „unsichtbaren“ Anfang nimmt Prof. Mathias Jucker in den Blick: Was passiert im Gehirn zu Beginn? Woran erkennt man, dass etwas aus dem Gleichgewicht gerät? Und ermöglicht ein frühes Erkennen eine wirksamere Vorbeugung?
Obwohl so viele Menschen an Alzheimer erkranken, sind noch viele Fragen zu Alzheimer unbeantwortet: Wie entstehen die Eiweißablagerungen, die mit dem Vergessen in Verbindung gebracht werden? Wie und wann breiten sie sich durch das gante Gehirn aus? Prof. Jucker ordnet ein, wie frühe Veränderungen in Gehirn und Blutgefäßen mit dem späteren Verlust von Nervenzellen und den spürbaren Gedächtnisproblemen zusammenhängen.
Besonders spannend: Auch bei der Diagnose hat sich in letzter Zeit einiges bewegt. Was früher oft erst spät und mit aufwändigen Untersuchungen möglich war, lässt sich zunehmend früher erkennen – inzwischen sogar über Biomarker aus einfachen Bluttests. Damit stellen sich jedoch auch neue Fragen: Würde man überhaupt wissen wollen, dass ein erhöhtes Risiko besteht – gerade weil die Behandlungsmöglichkeiten noch begrenzt sind? Der Alzheimer-Forscher erläutert in seinem Vortrag warum das Gehirn im Alter anfälliger wird und wie diese Veränderungen frühzeitiger nachgewiesen, besser vorhergesagt und wirksamer therapiert werden können. Was frühes Erkennen leisten kann, wo die Grenzen liegen und welche neuen Behandlungsansätze dadurch entstehen – darum geht es an diesem Abend.