Studierende der Hochschule Pforzheim entwickeln digitale Ortschronik
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Das Projektteam (v.l.n.r.) Museumsleiter Rolf Reinbold, Jan Huber, David Merkle, Valentin Oehler und Prof. Dr.-Ing. Michael Felleisen im Heimatmuseum der Ortsgemeinde Lingenfeld
Eine digitale Ortschronik, die historische Ereignisse anschaulich im Internet präsentiert – davon profitieren Gemeinden ebenso wie Vereine oder Initiativen. Studierende der Hochschule Pforzheim haben nun im Rahmen eines Forschungsprojekts genau dafür eine innovative Software entwickelt.
Als Professor Michael Felleisen die Studierenden Jan Huber, David Merkle und Valentin Oehler ansprach, ob sie eine Software zur Erstellung einer Ortschronik entwickeln möchten, waren die drei sofort interessiert. Alle studieren im neuen Masterstudiengang Advanced Information Technology an der Fakultät für Technik und verfügen über erfolgreiche Bachelorabschlüsse in Informatik, Elektrotechnik bzw. Mechatronik. Entsprechend brachten sie vielfältige Ideen in das Projekt ein.
Nach der Kontaktaufnahme mit Rolf Reinbold, Museumsleiter der Gemeinde Lingenfeld und Heimatgemeinde von Professor Felleisen, wurden die Studierenden mit einer Vielzahl historischer Exponate aus unterschiedlichen Epochen versorgt. Reinbold hatte diese über Jahre hinweg zusammengetragen. Ein persönlicher Rundgang durch das von ihm gegründete Heimatmuseum vermittelte den Pforzheimer Studierenden einen ersten Eindruck von seinen Vorstellungen und Wünschen – unterstützt vom Lingenfelder Ortsbürgermeister Markus Kropfreiter.
Da Jan Huber bereits praktische Erfahrung in der Digitalisierung einer Vereinschronik mitbrachte, konnte das Team rasch mit der Umsetzung beginnen. Inzwischen ist ein funktionsfähiger Prototyp entstanden, mit dem sich Bilder und Texte einer Gemeinde oder eines Vereins mit wenigen Handgriffen online präsentieren lassen. Von historischen Ortsansichten, die sich per Schieberegler direkt mit aktuellen Bildern vergleichen lassen, bis hin zu einem dreidimensionalen virtuellen Rundgang durch das Heimatmuseum können zudem Video- und Audiomaterial eingebunden werden.
Auch die Nachbargemeinde Westheim zeigt inzwischen großes Interesse an dem Projekt. Anlass ist das 1050-jährige Ortsjubiläum im kommenden Jahr. Da viele Bürgerinnen und Bürger derzeit historische Informationen zusammentragen, fügt sich die Entwicklung einer digitalen Ortschronik ideal in die umfangreichen Vorbereitungen ein. Ortsbürgermeisterin Susanne Grabau freut sich daher sehr, dass auch Westheim aktiv in die Forschungsarbeit einbezogen wird – insbesondere zur weiteren Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit des Systems.
Das Entwicklungsteam bei der Arbeit, Jan Huber, Valentin Oehler und David Merkle (v.l.n.r.)Zu diesem Zweck hat das Studierendenteam eine Schulung konzipiert, in der Teilnehmende aus den beteiligten Gemeinden ihre eigene Ortschronik unter professioneller Anleitung erstellen. Während sie Schritt für Schritt den Umgang mit dem System erlernen und gleichzeitig Inhalte gestalten, sammeln die Studierenden wertvolle Hinweise zur Optimierung der Bedienbarkeit sowie Ideen für zusätzliche Funktionen. So profitieren beide Seiten: Die Teilnehmenden lernen das System praktisch einzusetzen, während die Studierenden ihr Softwaresystem weiterentwickeln können. Gleichzeitig ermöglicht das Projekt den Gemeinden, ihre digitale Ortschronik künftig selbstständig zu erstellen.
Die Besonderheit der Software liegt in ihrer intuitiven Bedienbarkeit. Auch technisch unerfahrene Nutzerinnen und Nutzer können ohne Programmierkenntnisse eine digitale Chronik individuell gestalten. Die Inhalte lassen sich flexibel darstellen und auf den jeweiligen Internetseiten anordnen. Neben Ortsgemeinden können auch Vereine und andere lokale Initiativen das System nutzen, um ihre Geschichte zeitgemäß und ansprechend digital aufzubereiten.
Zu den Personen:
Jan Huber aus Tuttlingen, David Merkle aus Göbrichen (Enzkreis) und Valentin Oehler aus Neuhausen (Enzkreis) studieren den Masterstudiengang Advanced Information Technology an der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim, nachdem alle drei erfolgreich ihr Bachelorstudium der Elektrotechnik, Informatik und Mechatronik abgeschlossen haben. Die drei möchten in ihrem Forschungsprojekt ein marktreifes Softwaresystem entwickeln, das es Ortsgemeinden, Vereinen und anderen lokalen Initiativen mit leichten Handgriffen ermöglicht, sich im Internet zu präsentieren.
Prof. Dr.-Ing. Michael Felleisen lehrt seit 1999 an der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim. Neben seinen vielfältigen Vorlesungen unterstützt er Studierende, ihre Forschungs-, Projekt- und Abschlussarbeiten erfolgreich zu absolvieren. Dabei stehen stets praxisnahe Themen im Vordergrund. Seit 2015 veröffentlicht er im WILEY-Verlag eine Bücher-Reihe zu »Elektrotechnik für Dummies« und zum aktuellen Themenbereich „Energieversorgungssystem der Zukunft“. Gerade schreibt er an einem Buch zur Energieautarkie, der unabhängigen Strom- und Wärmeversorgung der Zukunft.