Sicherer, leichter, intelligenter: Institut für Smart Bicycle Technology (ISBT) gibt Einblick in aktuelle Fahrradforschung

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Einblick in die Fahrradforschung am Institut für Smart Bicycle Technology (ISBT): Masterstudent Paul Smidt (Mitte) stellt die Ergebnisse seiner Masterarbeit „Simulation und Fahrversuch für eine Kombibremse mit Brake-by-Wire-Versuchs-eMTB zur elektronischen Bremskraftverteilung“ vor.

Mit einer Vortragsveranstaltung zum Jahresbeginn 2026 hat das Institut für Smart Bicycle Technology (ISBT) an der Hochschule Pforzheim die Bandbreite seiner aktuellen Forschungsaktivitäten vorgestellt. Professorale Mitglieder und Mitarbeitende kamen zusammen, um laufende Arbeiten aus dem Institut wechselseitig kennenzulernen, einzuordnen und gemeinsam zu diskutieren. Dabei wurde deutlich, wie eng am ISBT unterschiedliche Disziplinen miteinander verknüpft sind – vom Werkstoff über das Fahrverhalten bis hin zu Antriebskonzepten für E-Bikes.

Zusätzliche Perspektiven brachten Gäste aus der Industrie ein. Mit Georg Widmaier und Daniel Schwenk waren Vertreter von Bosch eBike Systems aus Reutlingen eingeladen. Für Georg Widmaier bedeutete der Besuch eine Rückkehr an die Hochschule, an der er seinen Bachelor im Studiengang Maschinenbau abgeschlossen hat. Seither besteht eine langjährige Zusammenarbeit mit dem ISBT in öffentlich geförderten Forschungsprojekten wie „BikeSafe“ und „BikeAssist“. Der Austausch zwischen Hochschule und Industrie erwies sich auch bei dieser Veranstaltung als wichtiger Impulsgeber für die fachlichen Diskussionen.

Inhaltlich reichten die Beiträge von grundlegenden fahrdynamischen Fragestellungen bis zu aktuellen Entwicklungen im E-Bike-Bereich. Manuel Gerth stellte im Rahmen seiner Promotion seine Arbeiten zum Thema „Pedalrückschlag beim MTB“ vor und zeigte, wie sich dieser Effekt aus dem Zusammenspiel von Antrieb, Fahrwerk und Fahrsituation ergibt und welchen Einfluss er auf Fahrkomfort und Kontrolle hat.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Fragestellungen aus dem Leichtbau. Simon Mörmann präsentierte Ergebnisse seiner Promotion zur „Prozessoptimierung zur Herstellung von hybriden 3D-Wickelstrukturen für leichtbaugerechte Strukturbauteile“ und verdeutlichte, wie durch angepasste Fertigungsprozesse leistungsfähige und zugleich gewichtsoptimierte Bauteile entstehen. Ergänzend dazu stellte Leandra Schmid ihre Promotionsarbeit zur Interfacebetrachtung und -optimierung von hybriden 3D-Wickelstrukturen für leichtbaugerechte 3D-Strukturbauteile vor. Im Mittelpunkt stand dabei die gezielte Auslegung der Übergänge zwischen unterschiedlichen Werkstoffen, die entscheidend für die mechanischen Eigenschaften und die Dauerfestigkeit solcher Strukturen sind.

Auch sicherheitsrelevante Themen nahmen breiten Raum ein. Professor Jürgen Wrede berichtete über die Ergebnisse seines Vortrags „Survey on bicycle braking behaviour“, der auf der internationalen Konferenz ICSC205 in Oslo vorgestellt worden war. Die Untersuchung liefert wichtige Einblicke in reales Bremsverhalten und typische Nutzungsmuster von Radfahrenden. Darauf aufbauend stellte Paul Smidt im Rahmen seiner Masterarbeit „Simulation und Fahrversuch für eine Kombibremse mit Brake-by-Wire-Versuchs-eMTB zur elektronischen Bremskraftverteilung“ vor. Durch die Kombination von Simulationen und Fahrversuchen wird untersucht, wie sich Bremskräfte situationsabhängig optimal verteilen lassen.

Abgerundet wurde das Programm durch einen Beitrag aus dem Bereich der Antriebstechnik. Benjamin Stumpe stellte seine Bachelorarbeit „Rekuperation beim Pedelec mit Mittelmotor – Entwicklung eines schaltbaren Freilaufs für den E-Motor“ vor. Ziel dieser Arbeit ist es, beim Bremsen entstehende Energie nutzbar zu machen, ohne das gewohnte Fahrverhalten eines Pedelecs zu verändern.

Die Veranstaltung zeigte anschaulich, wofür das ISBT steht: für eine ganzheitliche Betrachtung des Fahrrads als System und für Forschung, die wissenschaftliche Tiefe mit praktischer Relevanz verbindet. Zugleich bot sie Raum für den institutsinternen Austausch und setzte Impulse für künftige Forschungsaktivitäten.

Weitere Informationen zu den Forschungsaktivitäten des ISBT finden sich auf der Institutswebsite