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Projekt zum Innovations- management von Unternehmen

Das Kernteam des Forschungsprojekts InnoDiZ: Annika Reischl und Professor Claus Lang-Koetz (beide HS PF), Felix Gnann (imu augsburg), Michael Witzke (blink.it), Monika Luger, Dr. Stefan Enzler (imu augsburg) und Professor Stephan Fischer (HS PF, v.l.n.r.); nicht dabei: Dr. Sabrina Weber (HS PF).

Projektgruppe entwickelt in Zusammenarbeit mit der Hochschule Pforzheim und dem Beratungsunternehmen imu augsburg neue Plattform zum Austausch von Erfahrungen und Methoden

Zum 01. Januar 2019 hat das Projektkonsortium, bestehend aus Unternehmen unterschiedlicher Branchen, unter der Leitung von imu augsburg GmbH & Co. KG und der Hochschule Pforzheim, das dreijährige Projekt „Selbstorganisiertes Innovationsmanagement im digitalen Zeitalter“ (InnoDiZ) gestartet. Ziel des Projektes ist, ein Blended-Learning-Konzept mit Online-Plattform für die virtuelle überbetriebliche Zusammenarbeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) zum Thema agiles Innovationsmanagement zu entwickeln. „Die Plattform soll KMU helfen, für die Praxis nutzbare Methoden zu erlernen und sich mit anderen Unternehmen darüber auszutauschen. Eine Firma mit knapp 100 Mitarbeitenden beispielsweise kann so Know-how aufbauen und sich mit anderen Unternehmen austauschen, ohne eine eigene Stelle dafür aufbauen zu müssen“, erläutert Professor Dr. Claus Lang-Koetz von der Hochschule Pforzheim. Über die überbetriebliche Weiterbildung von Fach- und Führungskräften zu Innovationsmanagern bzw. -akteuren soll ein selbstorganisiertes Innovationsmanagement bei den teilnehmenden Unternehmen etabliert werden. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie vom Europäischen Sozialfonds (ESF).

Zum Auftakt trafen sich die Projektpartner am Mittwoch, 27. Februar 2019, bei der Firma imu augsburg GmbH & Co.KG. Professor Dr. Stephan Fischer von der Hochschule Pforzheim unterstrich dort die Bedeutung des Projektes für die Wirtschaft. „Die Nutzung agiler Methoden und der dazu gehörenden Haltung in der IT-Branche hat gezeigt, dass diese Vorgehensweise für die Initiierung schneller Entwicklungssprünge sehr geeignet ist. Durch eine branchenspezifisch angepasste Übertragung des agilen Arbeitens, kombiniert mit überbetrieblicher Kollaboration und systematischem Kompetenzaufbau, vermuten wir für produzierende KMU im Innovationsmanagement einen ähnlichen Entwicklungssprung.“

Geleitet wird das Verbundforschungsprojekt von der Beratungsfirma imu augsburg GmbH & Co. KG. „Wir denken, dass das Innovationsmanagement der Zukunft nicht durch Hierarchien geprägt wird, sondern auf der Basis von Mitarbeiterkompetenzen deutlich wirksamer selbst organisiert werden kann. Dazu ist es jedoch nötig, dass agil gearbeitet wird und Methoden-Know-how auf allen Ebenen im Unternehmen vorliegt. Hier setzt unser Projekt an“, so Dr. Stefan Enzler, geschäftsführender Gesellschafter der imu und Projektleiter. Er erwartet durch das Projekt bei den Unternehmen messbare Steigerungen der Prozess- und Produktinnovationen in Qualität und Rate.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Europäische Sozialfonds (ESF) fördern das Projekt mit rund 1,6 Millionen Euro im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme „Zukunft der Arbeit: Mittelstand – innovativ und sozial“ im Programm „Forschung für die Produktion von morgen“ (betreut durch den Projektträger Karlsruhe, Förderkennzeichen 02L17C500 -07).

Hintergrund:
Veränderungen, wie die Digitalisierung und die Globalisierung sowie gesellschaftliche Entwicklungen wie der demografische Wandel, führen zu einem tiefgreifenden Umbruch der Arbeitswelt. Das Anliegen der Fördermaßnahme „Zukunft der Arbeit: Mittelstand – innovativ und sozial“ ist es, neue Konzepte und Werkzeuge der Arbeitsgestaltung und -organisation in und mit mittelständischen Unternehmen zu entwickeln. Die unter Berücksichtigung arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse erzielten Ergebnisse sollen Gestaltungsmöglichkeiten liefern, die für die Zukunft der Arbeit zum Standard werden können. Die direkte Verwertbarkeit in Unternehmen und Organisationen und damit die Entfaltung einer gesellschaftlich relevanten Wirkung sind wesentliche Ziele. Dazu werden die Forschungsergebnisse in direkter Zusammenarbeit mit mittelständischen Unternehmen erprobt und über pilothafte Umsetzungen breit in die betriebliche Praxis in Deutschland überführt. Damit stehen die Belange von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im besonderen Fokus.?

Das Forschungsprojekt InnoDiZ hat zum Ziel, eine Online-Plattform für virtuelle überbetriebliche Zusammenarbeit zu erproben, die interne Innovationsprozesse unterstützen soll. Es werden messbare Steigerungen der Prozess- und Produktinnovationen in Qualität und Rate erwartet. Zentraler Ansatzpunkt ist die überbetriebliche Weiterbildung von Fach- und Führungskräften zu Innovationsmanagern bzw. -akteuren, um damit ein selbstorganisiertes Innovationsmanagement, basierend auf agilem Veränderungsmanagement, im eigenen Unternehmen zu etablieren.

Alle Projektpartner auf einen Blick:

imu augsburg GmbH & Co.KG

  • Konzeption und Durchführung von betrieblichem Kompetenzaufbau für selbstorganisiertes und überbetriebliches Innovationsmanagement, Augsburg

blink.it GmbH & Co. KG

  • Entwicklung der Lern- und Kollaborationsplattform speziell für KMU, Darmstadt

Hochschule Pforzheim

  • Erforschung der Verbindung von Agilität und Innovationsprozessen, Pforzheim

J.N. Eberle & Cie. GmbH

  • Entwicklung innovativer Kooperationen in der Supply Chain von industriellen Bandsägen und Bandstahl-Produkten, Augsburg

Noch GmbH & Co. KG

  • Produktinnovation bei der Erstellung von Miniaturfiguren, Wangen

Reichmann & Sohn GmbH

  • Entwicklung smarter Mensch-Maschinen-Interaktion im Schleifprozess, Weißenhorn

Wiedenmann GmbH

  • Entwicklung von überbetrieblichen, selbstorganisierten Innovationsmanagement bei Herstellung von Maschinen zur Rasenbearbeitung, Rammingen

Phaesun GmbH

  • Wandel des Qualitätsmanagements hin zu einem zukunftsorientierten, ganzheitlichen Innovationsmanagement in der Solarbranche, Memmingen