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Professor Rainer Drath in den Vorstand des Vereins „AutomationML e.V.“ gewählt

„Wir bieten ein Schweizer Taschenmesser für den Datenaustausch“

Digitalisierung ist in aller Munde – dennoch verfügen nach wie vor die wenigsten Unternehmen über einen vollständigen digitalen Produktkatalog oder durchgängig digitalisierte Engineeringprozesse. Dabei werden die Prozessketten für das Engineering von Anlagen zunehmend komplexer. Bei der Bewältigung aller Planungsschritte, von der Idee bis zur Inbetriebnahme, entstehen immer größere Datenmengen, die zwischen den beteiligten Werkzeugen abgestimmt werden müssen. Dieser Datenaustausch zwischen Softwaresystemen stellt die Branche vor große Herausforderungen und Kosten: „Aktuell sprechen die meisten Planungswerkzeuge keine gemeinsame Sprache, viele Daten müssen in der Praxis händisch aufeinander abgestimmt werden, was zeitintensiv und fehleranfällig ist“, so Prof. Dr.-Ing Rainer Drath. Das von ihm mitentwickelte neutrale XML-basierte Datenaustauschformat „AutomationML“ schafft Abhilfe: „Wir haben ein Datenformat entwickelt, das alle beteiligten Werkzeuge industrieller Automatisierungssysteme digital miteinander verknüpfen kann, ohne dass deren Datenmodelle harmonisiert werden müssen – ein Meilenstein.“ Weiterentwickelt, international standardisiert und am Markt etabliert wird das „Schweizer Taschenmesser für den Datenaustausch“ unter dem Dach des Vereins „AutomationML e.V.“ – Rainer Drath, Professor für Mechatronische Systementwicklung an der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim, wurde jüngst in den Vorstand gewählt. Eine große Ehre für den Experten des digitalisierten Engineerings – sein Engagement innerhalb der Branche ist zugleich eine Chance für seine Pforzheimer Studierenden: „Mein Ziel ist es, die Hochschule Pforzheim als Kompetenzzentrum für ‚AutomationML‘ zu etablieren. Die Hochschule und künftige Absolventen sind in der Lage, Unternehmen bei der Einführung und Anwendung des Datenaustauschformats zu unterstützen“.

Die AutomationML-Initiative wurde 2006 zunächst als offenes industrielles Konsortium ins Leben gerufen. Seit 2009 fungiert das Netzwerk als eingetragener Verein mit zwischenzeitlich 56 Mitgliedern. Mitglieder sind Unternehmen wie die BMW Group, die Daimler AG, die KUKA Deutschland GmbH, die ABB Group, Siemens Automation and Drives oder die Volkswagen Group sowie Forschungseinrichtungen, darunter seit 2017 auch die Hochschule Pforzheim.

Längst, so Rainer Drath, ist das neue Datenformat im Markt angekommen: „Zahlreiche große und kleine Firmen, Hochschulen und Universitäten sowie Gremien arbeiten bereits erfolgreich mit AutomationML.“ Der Pforzheimer Professor ist Architekt von AutomationML, Herausgeber des AutomationML-Buches und Autor der zugehörigen IEC-Normen „IEC62714-1“ sowie „IEC 62714“.

Im Rahmen seiner Professur für den Master-Studiengang Mechatronische Systementwicklung lehrt Rainer Drath seit dem Wintersemester 2017/18 System- und Software-Engineering, Messtechnik mechanischer Größen, Versuchstechnik, Elektrotechnik und Funktionale Sicherheit an der Fakultät für Technik. Er studierte von 1990 bis 1995 Elektrotechnik/Automatisierungstechnik an der TU Ilmenau. Seine anschließende Promotion (1996 – 1999) „Modellierung hybrider Systeme auf der Basis modifizierter Petri-Netze“ erfolgte im Rahmen des DFG-Forschungsprojektes KONDISK. Im Rahmen eines Auslandsaufenthalts setzte Rainer Drath seine Arbeiten am Human Genome Center Tokyo fort.