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Oberflächen ohne Fehl und Tadel

Professor Dr.-Ing. Gerhard Frey

Forschung und Entwicklung rund um die Oberflächenqualität von Kunststoffbauteilen – dieses Thema lockte am Donnerstagabend, 17. März 2016, rund 90 Interessierte an die Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim. Auch in dieser sechsten Auflage der Reihe „Industrie trifft Hochschule“ stand der Austausch der Fachleute aus Unternehmen mit Professoren und Mitarbeitern der Hochschule Pforzheim im Vordergrund. Veranstaltet wird „Industrie trifft Hochschule“ (ITH) von der Hochschule Pforzheim und der Präzisionstechnik-Cluster-Initiative „Hochform“ (Wirtschafts- und Stadtmarketing Pforzheim WSP).

Kunststoffe sind keine moderne Erfindung, sie sind weitaus älter. Bereits im 16. Jahrhundert entdeckte man, dass sich aus Magerkäse ein im warmen Zustand formbares und nach dem Erkalten festes Material herstellen lässt. Im 19. Jahrhundert ging es dann richtig los: Die ersten Kunststoffe wurden entwickelt. Mit der Entwicklung der Kunststoffe schlug auch die Stunde der Verarbeitungstechnik. Eines dieser Kunststoffverarbeitungsverfahren ist das Spritzgießen. Es ist ein Urformverfahren, bei dem meist ein verflüssigter Kunststoffwerkstoff unter Druck in eine Form, dem Spritzgießwerkzeug eingespritzt wird. „Heute ist die Entwicklung neuer Ressourcen schonender Verfahren eine wichtige Grundvoraussetzung für die Industrie“, sagte Gerhard Frey.

Einen Einblick in das Fertigungsverfahren Spritzgießen und die diesbezügliche Forschung an der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim gab Professor Dr. Gerhard Frey, der im Institut für Werkstoffe und Werkstofftechnologie (IWWT) das Kunststofflabor leitet. Das Labor ist darauf spezialisiert, das Fertigungsverfahren Spritzgießen zu optimieren und neue Methoden und Konzepte zu entwickeln. „Mit diesem Verfahren lassen sich Visionen verwirklichen – Einbauteile aus Kunststoffen, die präzise und komplex gefertigt werden können, mit perfekter Oberfläche, sind von zentraler Wichtigkeit“, macht Professor Frey die Bedeutung der Forschung für die Technik deutlich.

An der Hochschule Pforzheim werden insbesondere neue Methoden und Konzepte zur dynamischen und schnellen zyklischen Temperierung von Spritzgießwerkzeugen erforscht. Um die Qualität des Oberflächenfinishs zu gewährleisten, muss eine variable Temperaturführung des Sprießgießwerkzeugs möglich sein. Die Forschungsarbeiten zeigen bereits erste wichtige Ergebnisse. Entwickelt wurde ein variables Heißluftgerät, welches in der Lage ist, bestehende Spritzgießwerkzeuge so optimal zu erwärmen, dass z. B. eine beim Spritzgießen entstehende Bindenaht, die nicht nur das Oberflächenfinish stört, sondern auch Qualitätseinbußen mit sich bringt, nahezu vermieden werden kann. Gleichzeitig weist das Bauteil eine wesentlich höhere Festigkeit auf.

In Zusammenarbeit mit der Varioplast Konrad Däbritz GmbH, Ötisheim, werden die Ergebnisse im Hinblick auf die Serienproduktion getestet. „Dekorative Bauteile müssen optisch top sein“, legt Dipl.-Ing. Edwin Neugebauer, Key Account Manager bei Varioplast Konrad Däbritz GmbH dar.

Anschließend konnten die Teilnehmer die vorgestellten Ergebnisse intensiv diskutieren.

„Industrie trifft Hochschule“ bietet eine Austauschplattform zwischen Unternehmen und Wissenschaft. Die Veranstaltungsreihe wird von der Hochschule Pforzheim in Kooperation mit der Cluster-Initiative „Hochform“ des Eigenbetriebs Wirtschafts- und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) getragen.

 

Industrie trifft Hochschule – die nächsten Veranstaltungen
Funkenerosion:     Donnerstag, 02.06.2016
Schadensanalyse: Donnerstag, 27. Oktober 2016