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Hochschul-Start-up gewinnt Investoren

Das Team. Foto:MetShape

Gründergeist und studentische Neugier: Alles begann mit Versuchen an der Hochschule Pforzheim. Nun ist ein Unternehmen daraus gewachsen. Die MetShape GmbH bietet Dienstleistungen im Bereich der Entwicklung und Herstellung von Klein- und Mikro-Präzisionsteilen mit der indirekten, additiven Lithography-based Metal Manufacturing (LMM) - 3D-Drucktechnologie an. Zwei Jahre nach der Gründung sichert sich das Hochschul-Start-up nun eine Seed-Finanzierung für das weitere Wachstum des Unternehmens. Seed-Finanzierungen treten in der Startup-Welt im Frühstadium von Unternehmensentwicklungen anstelle gängiger Bankkredite. Für MetShape sollen die Investitionen Aktivitäten im Bereich Vertrieb, Marketing und weitere Produktentwicklung sichern, um weiterhin erfolgreich am Markt zu agieren.

Metallische additive Fertigung in neuen Dimensionen

Dr. Andreas Baum (links) und Professor Dr. Carlo Burkhardt. Foto: Annika HesselschwerdtDr. Andreas Baum (links) und Professor Dr. Carlo Burkhardt. Foto: Annika Hesselschwerdt

Die Idee zur LMM-Technologie entwickelte Professor Dr. Carlo Burkhardt bereits 2015 im Rahmen des HORIZON2020 FOF-Projekts „REProMag“ (Resource Efficient Production of Magnets) des Instituts für strategische Technologie- und Edelmetalle (STI) der Hochschule Pforzheim (HSPF), dessen Leiter Burkhardt ist. In Zusammenarbeit mit dem Industrie-Projektpartner Lithoz aus Österreich, Pionier im Bereich des Lithographie-basierten 3D-Drucks von Keramikteilen, wurde die LMM-Technologie weiterentwickelt. Diese Entwicklungsarbeiten legten den Grundstein für die MetShape GmbH, die sich mit einem dreiköpfigen Team aus der HSPF ausgründete. Das war 2019. Seither hat sich MetShape mit der neuen, innovativen LMM-Technologie im breiten Portfolio der additiven Technologien etabliert und bereits viele Kundenanwendungen erfolgreich umgesetzt. „Mit unserem ganzheitlichen Ansatz und dem Know-How der gesamten LMM-Prozesskette ermöglichen wir unseren Kunden die größte Flexibilität bei der Entwicklung und Fertigung Ihrer Anwendungen.“ sagt Dr. Andreas Baum, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule und CEO und Mitgründer von MetShape.

 

Gründerförderung der HSPF erleichtert Unternehmern den Start in die Selbstständigkeit

3D-gedruckter Einstein-Kopf aus Edelstahl. Foto: MetShape

Unterstützt von der Design Factory und des GründerWERKs der Hochschule überzeugten die Gründer mit ihrem Businesskonzept die Jury der einjährigen Gründerförderung des Förderprogramms „Junge Innovatoren“ des Landes Baden-Württemberg. Dieses bot den Gründern die idealen Startbedingungen unter dem Dach der Hochschule und ermöglichte den Aufbau des Unternehmens. Weitere Unterstützung erfuhr MetShape durch die Vermittlung hochschulinterner studentischer Projekte.

Technologieerweiterung & Wachstumspläne

Nun konnte MetShape ein Investment mit einem der führenden Wagniskapitalgeber im Bereich der additiven Fertigung abschließen. Mit dieser Seed-Finanzierungsrunde werden Investitionen in neue Anlagen, Ausweitung der Marketing- und Vertriebsmaßnahmen und weiterer Personalzuwachs ermöglicht. „Mit der Weiterentwicklung des Unternehmens steigern wir den Kundennutzen dahingehend, dass wir uns vom LMM-Pionier zum kompetenten Ansprechpartner für alle relevanten AM-Technologien zur Produktion von präzisen Klein- und Mikrobauteilen weiterentwickeln“, sagt Andreas Baum. Durch die Erweiterung des Kompetenzprofils bietet MetShape seinen Kunden neben gesamtheitlicher Technologieberatung die schnelle Realisierung wirtschaftlicher Vorteile bei maximaler Flexibilität in Bezug auf Varianten, Komplexität, Geometrieänderungen und Stückzahl.

 

Starke Partnerschaften & gemeinsame Entwicklungsprojekte

Das Unternehmen arbeitet eng mit dem Maschinenhersteller Incus GmbH und der Hochschule Pforzheim bei der Weiterentwicklung der LMM-Technologie zusammen. Dadurch ist MetShape jederzeit auf dem neusten Stand der Technik und in der Lage seinen Kunden neue Materialentwicklungen und Kooperationsprojekte anzubieten. Durch den Umzug ins neue Zentrum für Präzisionstechnik Pforzheim (ZPT) im Sommer 2021 ist auch weiterhin die enge Zusammenarbeit mit der Hochschule gewährleistet.

 

Hintergrund

Das GründerWERK- Zentrum für Unternehmensgründung der Hochschule Pforzheim ist erste Anlaufstelle für Gründungsinteressierte an der Hochschule und unterstützt, vernetzt und begleitet Gründungsvorhaben von der Erstberatung bis hin zu Förderanträgen. Seit 01. April 2019 erhielt das Startup eine Förderung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg und wurde für ein Jahr durch das Programm „Junge Innovatoren“ unterstützt.

Mit dem aktuell vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekt der Design Factory Pforzheim (DFPF), einer interdisziplinären Innovations- und Gründungsplattform, hat sich das GründerWERK in Zusammenarbeit mit HEED (Institute for Human Engineering & Empathic Design) sowie einem breiten Netzwerk aus allen drei Fakultäten zum Ziel gesetzt, das große Potenzial an innovativen Ideen und den Gründergeist an der Hochschule noch intensiver zu fördern. Im Austausch mit Partnern aus der Region und dem Ökosystem Nordschwarzwald soll so ein Ort für Innovation, Startups und unternehmerisch denkende und handelnde Persönlichkeiten entstehen, ganz im Sinne der Hochschulvision - Führend durch Perspektivenwechsel.