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Heinrich-Blanc-Förderpreis 2020: Rückenschmerz Ade - Körperhaltungs-Analysesystem

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Maschinenbauer Alexander Wirner wird für innovative Abschlussarbeit ausgezeichnet                                                                               

 

Rückenbeschwerden gelten als einer der häufigsten Gründe für Arbeitsunfähigkeit. Diese Beschwerden lassen sich zu einem hohen Anteil auf zu langes und starres Sitzen zurückführen. Ohne die richtige Nutzung der technischen Möglichkeiten ist auch die positive Wirkung von ergonomischen Bürostühlen sehr begrenzt. Im Rahmen seiner Bachelor-Thesis entwickelte Alexander Wirner den Prototypen eines Körperhaltungs-Analysesystems für einen Bürostuhl. Dieses soll das gesunde Langzeit-Sitzen fördern, indem es die ergonomischen Parameter kontrolliert und ein Feedback an den Nutzer ausgibt. Dafür hat der Absolvent der Hochschule Pforzheim, der im Herbst 2019 sein Studium im Bachelorstudiengang „Maschinenbau/ Produktentwicklung“ an der Fakultät für Technik abschloss, nun den Heinrich-Blanc-Förderpreis 2020 der Firma Blanco erhalten. Anfang Oktober erhielt Alexander Wirner für den ersten Platz ein Preisgeld in Höhe von 5 000 Euro.

Alexander Wirners Arbeit entstand in Kooperation mit dem Steinbeis-Forschungszentrum Simulation. Dessen Leiter, Maschinenbauingenieur Ruben Maier, der an der Fakultät für Technik auch im Laborbereich „Rechnerintegrierte Produktentwicklung“ lehrt, war zugleich Betreuer der Bachelorthesis. „Wir bearbeiten am Institut Fragestellungen aus der Industrie; auch Herrn Wirners Thema entstand auf Grundlage unseres Austausches mit einem Unternehmen, das das Sitzen auf dem Produktionsstuhl, also einem starren Montagearbeitsplatz, für seine Mitarbeiter optimieren wollte. Ein hervorragendes Beispiel für den Anwendungsbezug der Pforzheimer Lehre, unsere Nähe zur Industrie und die Verzahnung von Forschung und Lehre zwischen Hochschule und Instituten“, so Ruben Maier.

Die Auszeichnung seiner Thesis durch die Heinrich-Blanc-Stiftung sei ein Beleg für die gesellschaftliche, technische und wirtschaftliche Relevanz seines Themas, so Alexander Wirner. „Das Prototypensystem ermöglicht das Analysieren des Sitzverhaltens, wie auch das Abgleichen ergonomischer Parameter mit einem individuellen Optimum. Dies ermöglicht die Ausgabe von Hinweisen zu einem gesünderen Sitzen. Damit kann auch spielerisch ein gesundes Sitzverhalten erlernt werden.“ Die Weiterentwicklung und technologische Optimierung dieses Feedbacks biete großes Potenzial: „Das entwickelte Gesamtproduktkonzept des Körperhaltungs-Analysesystems sieht unter anderem Druckbereichsmessungen auf der Sitzfläche sowie der Rückenlehne vor, die detaillierten Aufschluss über das Sitzverhalten als auch eine Aussage über die Krümmung des Rückens geben können. Ich kann mir perspektivisch gut vorstellen, mit einem Industriepartner in die Weiterentwicklung zu gehen oder aber mich mit meiner Idee selbständig zu machen“, so der Preisträger, der aktuell ein Masterstudium absolviert sowie nach wie vor als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Steinbeis-Forschungszentrum Simulation der Hochschule Pforzheim tätig ist.

Bereits seit 2007 verleiht die Heinrich-Blanc-Stiftung alljährlich ihren Förderpreis für herausragende Abschlussarbeiten. In Würdigung des Namensgebers, dem Gründer des Unternehmens Blanco und Mitbegründer von E.G.O. Blanc und Fischer in Oberderdingen, sollen sich diese durch innovative Herangehensweise und ökonomische Relevanz auszeichnen.