Forschung für die Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Pforzheim gestärkt
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Younes Lhousni und Paul Steiner arbeiten mit der Elektrodynamischen Fragmentierungs-Anlage (EDF). (Foto: Prof. Dr.-Ing. Jörg Woidasky)
Alte Solarmodule auf dem Dach, verschlissene Rotorblätter von Windkraftanlagen, elektrische Einweggeräte aus dem OP-Saal: All diese Produkte enthalten wertvolle Rohstoffe – Metalle, seltene Erden, oder auch hochwertige Fasern. Diese stecken jedoch oft fest in Verbundwerkstoffen, sodass sie sich kaum wirtschaftlich zurückgewinnen lassen. Die Folge: Rohstoffe werden vernichtet, müssen erneut erzeugt werden – mit hohen Umweltkosten.
Genau hier setzt die Forschung an der Hochschule Pforzheim an. Mit gezielten Hochspannungsblitzen werden Materialverbunde buchstäblich auseinandergetrieben – schonend, präzise und ohne aggressive Chemie. Was klingt wie Science-Fiction, ist im Labor bereits Realität: Photovoltaik-Paneele, Windkraftbauteile, Elektrogeräte – all diese lassen sich so auftrennen, dass die enthaltenen Wertstoffe in den Kreislauf zurückfließen können. Hierfür wird in Pforzheim bereits seit 2014 eine Elektrodynamische Fragmentierungs-Anlage (EDF) genutzt.
Nun gibt es erfreuliche Neuigkeiten für die Arbeitsgruppe „Nachhaltige Produktentwicklung“, die mit dem Gerät zur Kreislaufwirtschaft forscht: Die Anlage der Hochschule kann für über 200.000 Euro erneuert und ertüchtigt werden. Sie ist einzigartig an einer deutschen Hochschule für angewandte Wissenschaften und ihr Weiterbetrieb wird nun mit Unterstützung vom Land Baden-Württemberg und der Deutschen Forschungsgesellschaft, der größten deutschen Forschungsförderungs-Organisation, gesichert.
Die Hochschule Pforzheim zeigt: Nachhaltige Technologie beginnt im Labor – und wirkt bis in den Alltag. Prof. Dr. Jörg Woidasky ist Projektverantwortlicher und ordnet ein: „Die Förderung durch die DFG und das Land ist eine Auszeichnung für unsere bisherigen wissenschaftlichen Forschungsleistungen mit der Elektropuls-Technik in Pforzheim. Wir verstehen sie gleichzeitig als Ansporn, weiterhin gemeinsam mit Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen kreislaufwirtschaftliche Herausforderungen unserer Gesellschaft anzugehen und mit innovativen Ansätzen zu lösen“.