Exkursion 2025 – vier Tage, sieben Organisationen, unzählige Eindrücke zum Thema Nachhaltigkeit

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Gruppenbild mit grünen Helmen auf Dach einer Industrieanlage mit Schornsteinen

Mit großer Neugier und Engagement machten sich vom 5. bis 8. Mai 2025 Studierende der Studiengänge B.Sc. BWL – Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz und M.Sc. Life Cycle & Sustainabilityauf eine viertägige Exkursion durch den Südwesten Deutschlands. Ziel der Reise war es, zu erleben, wie Unternehmen unterschiedlichster Branchen Nachhaltigkeit konkret denken, gestalten und umsetzen – und dabei wertvolle Einblicke in reale Transformationsprozesse zu gewinnen.

Auf dem Weg in das Werksgelände von BASF

Den Auftakt bildete der Besuch bei BASF in Ludwigshafen, dem größten Chemie-Verbundstandort der Welt. Die Studierenden erhielten exklusive Einblicke in wegweisende Projekte zur Treibhausgasminderung, etwa in die Abwärmenutzung, den Ausbau von Elektrolyseanlagen sowie die geplante größte industrielle Wärmepumpe Deutschlands. Ebenso beeindruckend war die Produkt-Carbon-Footprint-Ermittlung für mehr als 45.000 Produkte. Gleichzeitig wurde klar: Selbst mit grünem Strom und Wasserstoff sind der Transformation Grenzen gesetzt, wenn keine alternativen Rohstoffe zur Verfügung stehen. Besonders erfreulich: Zwei Alumni der Hochschule Pforzheim berichteten aus erster Hand über ihre Arbeit im Bereich Life Cycle Assessment (LCA) und Carbon Footprinting.

Auch die Besichtigung des Rheinhafen-Dampfkraftwerks der EnBW in Karlsruhe, eines der weltweit effizientesten Steinkohlekraftwerke, bot vielfältige und spannende Einblicke: von den Dimensionen der Anlage über die Steuerzentrale bis hin zum strategischen Blick auf die Energiewende – gekrönt vom Ausblick vom Dach des Kraftwerksgebäudes.

In Oberkirch öffnete die Koehler Group ihre Tore. Zwischen tonnenschweren Papierrollen und einem vollautomatisierten Logistiksystem lernten die Studierenden, wie Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Innovationsgeist in einem Traditionsunternehmen Hand in Hand gehen können. Besonders spannend war der Einblick ins Nachhaltigkeitsmanagement, das dem Unternehmen eine Platin-Auszeichnung von EcoVadis eingebracht hat. Eine Absolventin des MLICS-Studiengangs stellte dabei anschaulich vor, wie die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens in der Praxis umgesetzt wird.

Vor den Turbinen und Generatoren des Kraftwerks
Gute Laune nach der Werksführung bei fischer

Bei Hansgrohe, einem weiteren Platin-ausgezeichneten Unternehmen, stand neben Treibhausgasemissionen insbesondere auch das Thema Wasser im Fokus. Im Rahmen einer Werksführung konnten die Studierenden den Produktions- und Verpackungsprozess einer Handbrause verfolgen und erhielten Einblicke in innovative Recyclingverfahren, mit denen Kunststoffe und Metalllegierungen getrennt und wiederverwertet werden. Neben den technischen Aspekten wurde auch thematisiert, welche Verantwortung ein Unternehmen für die Nutzungsphase seiner Produkte trägt – insbesondere in Bezug auf den Energieverbrauch bei der Warmwasserbereitung.

Wie sich Lean Management und Nachhaltigkeit synergetisch ergänzen können, zeigte der Besuch bei fischer. Kleine, kontinuierliche Verbesserungen auf allen Ebenen tragen hier wesentlich zur Ressourceneffizienz bei. Das Unternehmen demonstrierte eindrucksvoll, wie Prozesse durchdacht optimiert werden, um sowohl ökologische als auch ökonomische Potenziale zu heben – ein gelungenes Beispiel für pragmatische, aber wirksame Nachhaltigkeitsstrategien im Mittelstand.

Bei Herrenknecht drehte sich alles um gigantische Tunnelvortriebsmaschinen – und um ein Geschäftsmodell mit Zukunft: Remanufacturing. Anstatt gebrauchte Maschinenkomponenten zu entsorgen, werden sie gezielt aufbereitet und wiederverwendet. So lassen sich bis zu 70 % der Treibhausgasemissionen im Vergleich zur Neuproduktion einsparen. Die Studierenden waren beeindruckt, wie konsequent hier die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft auf große industrielle Anlagen übertragen werden.

Vor einer gigantischen Tunnelvortriebsmaschine bei Herrenknecht
Unterwegs im Nationalpark Nordschwarzwald

Zum Abschluss der Exkursionswoche stand, als Kontrast zur Industrie, ein Besuch im Nationalpark Schwarzwald auf dem Programm. Bei einer Rangerführung tauchten wir in das Thema „Wildnis wagen ein“: Die Studierenden erfuhren, wie Natur sich selbst überlassen wird, warum dies für die Biodiversität wichtig ist und welche Rolle der Mensch in diesem Prozess spielt – oder eben nicht spielen sollte. Anschaulich wurde erläutert, wie sich Wälder nach einem Borkenkäferbefall neu entwickeln und welche ökologischen Chancen in solchen Entwicklungen liegen. Der Besuch verdeutlichte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, Wirtschaft, Umwelt und gesellschaftliche Verantwortung gemeinsam zu denken – und damit auch die Relevanz von Studienangeboten wie dem Bachelor-Studiengang BWL – Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz sowie dem Master-Studiengang Life Cycle & Sustainability der Hochschule Pforzheim.