Ein Brückenbauer zwischen Technik und Wirtschaft: Professor Uwe Dittmann verabschiedet sich in den Ruhestand

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Bei der Verabschiedung von Professor Uwe Dittmann: sein Nachfolger im Amt des Prodekans Professor Dr.-Ing. Henning Hinderer und Professor im Ruhestand Alfred Schätter, ein Wegbegleiter, der zusammen mit ihm das Wirtschaftsingenieurwesen über viele Jahrzehnte geprägt hat. (v.l.n.r.)

Nach 71 Semestern an der Hochschule Pforzheim endet eine prägende akademische Laufbahn: Professor Uwe Dittmann hat sich zum Ende des Wintersemesters 2025/26 in den Ruhestand verabschiedet. Mit ihm geht eine Persönlichkeit, die das Wirtschaftsingenieurwesen nicht nur aufgebaut, sondern über Jahrzehnte hinweg entscheidend geprägt hat.

Sein Weg an die Hochschule begann 1990 – nach knapp zehn Jahren in der Industrie bei Mercedes-Benz. Der Wechsel in die Lehre war für Uwe Dittmann mehr als ein Karriereschritt: „Die Möglichkeit, als Professor im Bereich Logistik tätig zu werden, war für mich die Verwirklichung eines Lebenstraums.“

Von Beginn an stand er für die enge Verzahnung von Theorie und Praxis. In der Logistik setzte er früh Akzente in der Prozess- und Bedarfsplanung sowie in der Simulation komplexer Systeme. Seine Lehre galt als anwendungsnah und methodisch fundiert – stets mit dem Ziel, Studierende optimal auf die Anforderungen einer zunehmend vernetzten Wirtschaft vorzubereiten.

Bereits 1994 übernahm Dittmann eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung der Hochschule: Als Gründungsdekan der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen, die später durch den Zusammenschluss mit den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik/Informationstechnik zur Fakultät für Technik wurde,  baute er gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen auf. „Diese Aufgabe hat mich über Jahrzehnte hinweg begleitet und geprägt“, so Uwe Dittmann. Bis heute zählen die Studiengänge zu den tragenden Säulen der Fakultät für Technik. „Uwe Dittmann hat aus einer Idee ein Erfolgsmodell gemacht. Das Wirtschaftsingenieurwesen in Pforzheim trägt in weiten Teilen seine Handschrift“, würdigt Prodekan Professor Dr. Henning Hinderer. „Er hat früh erkannt, wie wichtig interdisziplinäre Kompetenzen sind – und diese konsequent in der Lehre verankert.“

Neben der Lehre engagierte sich Uwe Dittmann über viele Jahre in der akademischen Selbstverwaltung, insbesondere als Prodekan, und prägte die strategische Entwicklung der Fakultät maßgeblich. Parallel leitete er seit 1995 ein Steinbeis-Transferzentrum und stärkte den Austausch zwischen Hochschule und Wirtschaft in zahlreichen Praxisprojekten. Auch bundesweit setzte er Impulse: Seit 2001 war Dittmann im Vorstand des Fakultäten- und Fachbereichstags Wirtschaftsingenieurwesen aktiv, ab 2005 als dessen Vorsitzender. Eng verbunden war er zudem mit dem Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure (VWI), dessen Netzwerk er über viele Jahre unterstützte und mitprägte.

Einen bewussten Übergang gestaltete Dittmann im Wintersemester 2022/23, als er die Leitung des Studiengangs in neue Hände übergab. In den darauffolgenden Semestern widmete er sich noch einmal intensiv der Lehre und den Studierenden – eine Phase, die ihm besonders am Herzen lag.

„Er war nie nur Verwalter, sondern immer Gestalter – mit einem klaren Blick für das, was Studierende wirklich brauchen“, so Professor Dr. Ingolf Müller, Dekan der Fakultät für Technik. „Sein Anspruch, Theorie und Praxis zusammenzudenken, hat Generationen geprägt.“

Mit dem Eintritt in den Ruhestand endet für Uwe Dittmann ein prägender Abschnitt – sein Einfluss auf die Hochschule bleibt jedoch spürbar. Strukturen, Studiengänge und zahlreiche Absolventinnen und Absolventen tragen seine Handschrift weiter. Uwe Dittmann selbst blickt mit großer Dankbarkeit zurück: „Ich habe an dieser Hochschule nicht nur gearbeitet, sondern ein berufliches Zuhause gefunden – geprägt durch Vertrauen, Kollegialität und viele persönliche Begegnungen.“

„Wir verabschieden ihn mit großem Dank und Respekt“, so Rektor Professor Dr. Ulrich Jautz. „Und mit der Gewissheit, dass sein Engagement weit über seine aktive Zeit hinaus nachwirken wird.“