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Blockchain & Internet of Things: Pforzheimer Absolventen auf internationaler Konferenz

Masterstudiengang „Embedded Systems“ auf COINS-Konferenz in Spanien virtuell vertreten

 

Zwei Pforzheimer Technik-Absolventen präsentieren ihre Abschlussarbeiten auf renommierter internationaler Konferenz. Die COINS-Konferenz (IEEE International Conference on Omni-layer Intelligent systems) im spanischen Barcelona richtet sich an Wissenschaftler weltweit und rückt die Technologien Blockchain, eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen, und Internet of Things (IoT), die Interaktion zwischen Mensch und beliebigen elektronischen Systemen sowie die Vernetzung zwischen den Systemen an sich, in den Fokus. Ende August präsentieren zwei Absolventen des Pforzheimer Masterstudiengangs „Embedded Systems“ (MES) in diesem thematischen Rahmen die Ergebnisse ihrer Abschlussarbeiten – virtuell vom heimischen Schreibtisch aus.

MES-Absolvent Christoph Lehnert thematisierte in seiner Masterthesis „Distributed Ledger and Smart Contract Based Approach for IoT Sensor Applications“, wie eine IoT-Netzwerk beschaffen sein muss, um mit intelligenten Verträgen, sogenannten Smart Contracts, interagieren zu können. Als Distributed Ledger (DL) oder „Verteiltes Kontenbuch“ wird eine dezentrale Datenbank bezeichnet, die Teilnehmern eines Netzwerks eine gemeinsame Schreib- und Leseberechtigung erlaubt. Neue Datensätze können jederzeit von den Teilnehmern selbst hinzugefügt werden. Ein anschließender Aktualisierungsprozess sorgt dafür, dass alle Teilnehmer jeweils über den neuesten Stand der Datenbank verfügen. Eine besondere Ausprägung der DL-Technologie ist die Blockchain. „Bisherig bekannte Ansätze sind statisch und bieten nur eine begrenzte Datengenauigkeit an. In meiner Arbeit habe ich einen Ansatz entwickelt, der flexibel zur Laufzeit adaptierbar ist“, so Christoph Lehnert. Der MES-Absolvent erreichte durch die Entwicklung eines neuartigen Softwarekonstrukts eine verbesserte Datengenauigkeit: „Hierdurch wird eine sichere und dezentrale Interaktion zwischen Benutzern, Softwarediensten und IoT-Geräten, wie z. B. intelligenten Sensoren, möglich.“

Sein Kommilitone Matthias Knapp fokussierte in seiner Abschlussarbeit „Pay-per-use Sensor Data Exchange between IoT Devices by Blockchain and Smart Contract based Data and Encryption Key Management“ die Nutzerauthentifizierung, das Zahlungsmanagement und ein Bewertungssystem von Smart Contracts. Diese Computerprotokolle verfügen üblicherweise über eine Benutzerschnittstelle und bilden die Logik vertraglicher Regelungen technisch ab. Befürworter von Smart Contracts behaupten, dass viele Arten von Vertragsklauseln somit teilweise oder vollständig selbst ausführbar und/oder selbst durchsetzbar werden. „Die Kombination von IoT-Devices mit der Blockchain-Technologie zur Authentifizierung, dem sicheren Zahlungsverkehr und dem sicheren Datenaustausch ist neu – und hat offenbar das Interesse des COINS-Programmkommittees geweckt“, so Matthias Knapp. „Dass unsere Beiträge hier angenommen wurden, ist eine große Ehre im Rahmen der wissenschaftlichen Community und zeigt das hohe Niveau unserer Ausbildung“, so Prof. Dr.-Ing. Thomas Greiner, Leiter des Instituts für Smart Systems and Services der Hochschule Pforzheim, der die Masterarbeiten betreute.

Von der analogen Elektronikentwicklung, über die digitale Hardwareentwicklung und Signalverarbeitung bis hin zur Softwareentwicklung – der Masterstudiengang „Embedded Systems”, der im Jahr 2017 sein zehnjähriges Jubiläum auf dem Pforzheimer Campus feierte, vermittelt Studierenden die Entwicklung und Verwendung von sogenannten eingebetteten Systemen. Seit seiner Einführung im Wintersemester 2007/08 haben über 150 Studierende den MES erfolgreich mit dem Master of Science abgeschlossen. Die Ingenieure sind gefragt am Arbeitsmarkt: In der Regel unterschreiben sechzig Prozent der Studierenden schon vor oder unmittelbar nach ihrem Studienabschluss ihren ersten Arbeitsvertrag. Weitere 20 Prozent treten im Durchschnitt nur vier Wochen nach ihrem Studienabschluss ihre erste Stelle an. Fachliche Schwerpunkte sind die Entwicklung von Automatisierungs-, Informations- und Kommunikationssystemen. Bei den überfachlichen Qualifikationen liegen Schwerpunkte auf Projektmanagement und rechtlichen Aspekten. Besonders gefragt sind die Ingenieure im Unternehmensbereich der Entwicklung und Konstruktion innerhalb der Berufsbranchen Fahrzeug- und Automatisierungstechnik sowie Softwareentwicklung. Laut einer Umfrage unter Absolventen sichern sich 30 Prozent innerhalb kürzester Zeit eine Führungsposition: davon 22,2 Prozent ein Jahr nach Studienabschluss, 44,4 Prozent sogar in weniger als einem Jahr. Das Masterstudium dauert drei Semester. Seit Oktober 2014 kann der MES in Kooperation mit der Technischen Akademie Esslingen auch berufsbegleitend erworben werden.