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Veranstaltung |  23 Nov 2017 - 15 Jan 2018 |  18:00 Uhr | Fakultät, 2. Stock

„before us“ – Schmuck-Unikate aus dem Archiv

Sie haben Patina und sind echte Zeitzeugen: Die 50 Arbeiten aus den 1960er und 1970er Jahren, die seither in den Archivschränken der Fakultät ruhten. Am Donnerstag, 23. November 2017, eröffnet der Studiengang Schmuck um 18 Uhr die Kabinett-Ausstellung „before us“ und zeigt die Einzelstücke der Öffentlichkeit. 

„Die differenzierte Sichtweise zwischen klassischem Juwelenschmuck und ganz modernen Materialien und Techniken stechen sofort ins Auge“, sagt Professor Andi Gut, Studiengangleiter Schmuck. Die kleine Schau der studentischen Arbeiten aus den 1960er und 1970er Jahren zeigt eine Vielzahl an Techniken. Steinfassungen und Abwickelungen gehören zum klassischen Juwelier-Goldschmieden. Die Arbeiten im Juwelenstil sind aus heutiger Sicht eine Reminiszenz an die 1920er Jahre. Ganz visionär dagegen muten die Broschen und Ohrringe mit Plexiglas an. Die Kunststoffe lassen den Ursprung der 1980er Jahre vermuten, stammen aber ebenfalls aus den 1970er Jahren. Schon damals haben die Schüler an der Fachhochschule für Gestaltung mit Materialien experimentiert – ein Charakteristikum, das auch die heutigen Pforzheimer Schmuck-Studierenden in der Branche auszeichnet. Ebenfalls zu sehen: Guillochierter Schmuck. Student oder Studentin Hörnle hat diese manufakturelle Technik 1960 für ihre Armreifen genutzt. 

Neben den Objekte finden sich die dazugehörigen Archivkarten. Nur spärlich geben sie Information über die Art des Schmucks und das Gewicht des verwendeten Silbers. Die Namen der Gestalter sind nur als Nachnamen zu lesen, die Betreuer der Arbeiten sind gar nicht genannt. „Bei einigen Arbeiten sind die Handschriften der Lehrer allerdings erkennbar.“ Andi Gut zeigt eine Kette der Studentin oder des Studenten Blatsch. Der Anhänger ist mit senkrechten Linien und Streifen versehen – ein deutlicher Verweis auf Professor Reinhold Reiling, der damals an der HfG lehrte. Auch Arbeiten heute bedeutender Schmuckkünstler sind zu sehen. Von Michael Zobel zum Beispiel, international renommierter Schmuckdesigner mit Atelier in Konstanz. „Damals hat die Schule den Studenten das Material gestellt. Folglich gingen die Ergebnisse in den Besitz der Hochschule über“, erklärt Andi Gut. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Schmuckstücke in der Ausstellung gezeigt werden können.

Organisiert haben die Präsentation die Studierenden aus dem dritten Semester gemeinsam mit der Wissenschaftlichen Mitarbeiterin Susanne Schneider. Die Objekte werden bewusst so gezeigt, wie sie vorgefunden wurden, mit reichlich Patina. Denn für die Besucher und auch für die Studierenden sind es Zeitzeugen. „Unser Studiengang hat eine lange Tradition. Mit „before us“ nehmen wir Dinge, die vor unserer Zeit gemacht wurden, wahr und auch ernst“, sagt Susanne Schneider, die ebenfalls in der Holzgartenstraße studiert hat. Für Valentina Michaelis war die Vorbereitung der Ausstellung wie ein belebender Schritt in die Vergangenheit. „Es ist aufschlussreich, diese Arbeiten sehen zu können. Auf der einen Seite sind sie zum Teil sehr ‚goldschmiedelastig’ und unsere heutigen Arbeiten wirken dagegen viel experimenteller“, sagt die Studentin. „Auf der anderen Seite habe ich Besonderheiten entdeckt, die ich selbst einmal ausprobieren könnte. Eine Kette hat mich sehr beeindruckt. Sie besteht aus verschieden großen Gliedern, die mit einem Stift verbunden sind. Sie hat eine tolle Optik!“ Dieses Objekt wird Valentina Michaelis zur Eröffnung der Ausstellung selbst tragen, denn die Studierenden werden neben den Schmuckstücken in den Vitrinen einige der Unikate am Körper präsentieren. 

Eröffnung: Do, 23. November 2017, 18 Uhr
2. Stock der Fakultät für Gestaltung, Holzgartenstraße 36, 75175 Pforzheim

Dauer: 24.11.2017 bis 15.01.2018
Montag bis Freitag 9 – 17 Uhr
während der Weihnachtsferien geschlossen

Eintritt frei