Alzheimer: Forschung gegen das Vergessen mit Prof. Dr. Mathias Jucker
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Mathias Jucker ist Professor für Zellbiologie Neurologischer Erkrankungen an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Foto: Fabian Zapatka
Alzheimer beginnt nicht erst mit der ersten vergessenen Verabredung oder einem verlegten Hausschlüssel. Wenn die Symptome sichtbar werden, hat die Krankheit oft schon viele Jahre im Verborgenen gearbeitet. Doch was geschieht in dieser frühen Phase im Gehirn? Prof. Mathias Jucker, Professor für Zellbiologie Neurologischer Erkrankungen an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, richtet im Studium Generale am 15. April den Blick genau auf diesen unsichtbaren Anfang – und auf die entscheidende Frage: Könnte ein früheres Erkennen der Veränderungen neue Wege zur Vorbeugung eröffnen?
„60-70 Prozent aller Demenzen sind Alzheimer-Demenzen. Die Menschen interessiert aber weniger die Krankheit, sie wollen wissen: Wo ist die Therapie?“, sagt Jucker. Obwohl so viele Menschen daran erkranken, sind noch viele Fragen zu Alzheimer unbeantwortet: Wie entstehen die Eiweißablagerungen im Gehirn, die mit dem Vergessen in Verbindung gebracht werden und wie hängen frühe Veränderungen in Gehirn und Blutgefäßen mit dem späteren Verlust von Nervenzellen und den spürbaren Gedächtnisproblemen zusammen?
Bei der Diagnose hat sich in letzter Zeit einiges bewegt. Was früher oft erst spät und mit aufwändigen Untersuchungen möglich war, lässt sich zunehmend früher erkennen – inzwischen sogar über Biomarker aus einfachen Bluttests. Damit entstehen jedoch auch neue Fragen: Würde man überhaupt wissen wollen, dass ein erhöhtes Risiko besteht, wenn die Behandlungsmöglichkeiten noch begrenzt sind?
Was frühes Erkennen leisten kann, wo die Grenzen liegen und welche neuen Behandlungsansätze dadurch entstehen, erfahren Interessierte am 15. April um 19 Uhr im Audimax der Hochschule. Die Teilnahme an den Vorträgen des Studium Generale ist kostenfrei.
Über den Referenten
Prof. Dr. Mathias Jucker gehört zu den führenden Alzheimer-Forschenden in Deutschland. Er ist Neurowissenschaftler und untersucht Mechanismen der Hirnalterung und altersbedingte neurodegenerative Erkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit. Er hat an der ETH in Zürich studiert und promoviert, forschte in den USA, z.B. am „National Institute on Aging“ und war Assistenzprofessor in Basel, bevor er 2003 an die Eberhard-Karls-Universität in Tübingen berufen wurde. Dort ist er Professor für Zellbiologie neurologischer Erkrankungen und Direktor am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH) und arbeitet zugleich am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).