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A Fair Land Pforzheim

Mit „A Fair Land Pforzheim“ startet die Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim gemeinsam mit der Stadt das Kooperationsprojekt SPIEL MAL und entwirft für den Waisenhausplatz einen Ort des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Auf über 200 Strohballen wachsen ab Mitte Mai Zucchini, die in einem Gewächshaus vorgezogen werden.

Das Pforzheimer Waisenhaus ist die Keimzelle der Schmuck- und Uhrenindustrie. Als „Hilfe zur Selbsthilfe“ wurde hier im 18. Jh. nach verheerenden Kriegen eine Berufsschule eingerichtet, an der die Waisenkinder eineAusbildung zur Goldwarenherstellung erhielten. Gut 250 Jahre später und nach Wochen der Corona-Einschränkungen wächst langsam wieder das Leben – und der verwunschene Ort erwacht. Wenn ab Juni die Bioskulptur saftig grün erstrahlt, beginnt die Zeit der Reife und ganz im Sinne des Gabenzauns werden die Früchte zum Mitnehmen bereitgestellt. 

Natürlich geht es im „Fair Land“ um mehr als nur eine Ernte. Wir experimentieren mit Kunst, Design und Architektur, um so soziale Aktivierung, Koproduktion, poetische Räume sowie ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit zu verbinden. Straw Bale Gardening ist eine Bewegung, die aus Amerika kommt. Das Grundprinzip ist einfach: Nach einiger Zeit zersetzen sich die Strohballen im Inneren und geben dabei Nährstoffe frei. Prinzipiell lässt sich so eine Vielzahl von Gemüse und Blumen kultivieren, aus Gestaltungsgründen haben wir uns für Zucchini entschieden, die hoffentlich zur Freude aller prächtig gedeihen werden.

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Der Prototyp von „A Fair Land“ wurde von der britischen Künstlerorganisation Grizedale Arts 2016 zum ersten Mal im Irish Museum of Modern Art Dublin realisiert. Mit „A Fair Land Pforzheim“ setzt die Fakultät für Gestaltung ihre erfolgreiche Reihe zum partizipatorischen Design fort, in der bisher u.a. Workshops mit Assemble & Grizedale Arts (The Creative Everyday 2016), Assemble & Simon Jones Studio (A Charaterful Family of Furniture 2017) und Van Bo Le-Mentzel & Vitra (Co-Playing-Möbel und -Spielplätze 2018) stattgefunden haben.

 

Personen

Projektleitung: Stefanie Wetzke und Prof. Dr. Silke Helmerdig, HSPF
Konzeption „A Fair Land Pforzheim“: Dr. Robert Eikmeyer, HSPF; Fabian Faylona, Eric Lacheiner-Kuhn, Absolventen HSPF

Gebaut wurde das Haus von der berufsqualifizierenden Vorbereitungsklasse der Carlo Schmid Schule Pforzheim im Fach Holz von Schülern mit überwiegend migrantischem Hintergrund unter der Leitung von Rudolph Petermann.

Partner „A Fair Land Pforzheim“: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Stadt Pforzheim, HEED Institute for Human Engineering & Empathic Design HSPF, Karl Schlecht Stiftung, Carlo Schmid Schule, Mössinger Waterworxx GmbH

 

Die Hochschule Pforzheim, die Stadt Pforzheim, das Kulturhaus Osterfeld und der Stadtjugendring (SJR Betriebs gGmbH) sind Kooperationspartner des Projektes „SPIEL MAL“. Den Auftakt der Kooperation, die die Hochschule koordiniert, bildet das Teilprojekt „A Fair Land Pforzheim“. Gefördert wird das zwei Jahre dauernde Projekt „SPIEL MAL“ vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg – Sonderprogramm „Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Förderung von künstlerischen und kulturellen Projekten. 

Fotos: Martin Schaaf und Lara Zettl

Pressekontakt: birgit.meyer(at)hs-pforzheim(dot)de, Tel: +49 (7231) 28-6718