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Medizintechnik: Handdesinfektionskontrolle via Wärmebildkamera

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Konzeption einer Smartphone-App, die Vorher-/Nachher-Bilddaten vergleicht



Sind meine Hände tatsächlich ausreichend desinfiziert? Zwei Studenten des Bachelorstudiengangs „Medizintechnik“ der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim haben im Rahmen einer Projektarbeit eine Smartphone-App konzipiert, die auf Grundlage der Auswertung von Messdaten einer Wärmebildkamera das fürs menschliche Auge Unsichtbare auf der Haut sichtbar macht: „Beim Verdunsten des Desinfektionsmittels kühlen die desinfizierten Flächen ab. Vorher-/Nachher-Aufnahmen erfassen entsprechend die Unterschiede der Oberflächentemperatur und die Smartphone-App visualisiert unmittelbar, welche Teilflächen der Hand korrekt und welche erfolglos desinfiziert wurden“, so Christian Reiser und Sebastian Can. In Zahlen: Liegt die Temperaturdifferenz der Aufnahmen zwischen 0.9°C – 1.3°, gilt die Haut als korrekt desinfiziert.
 

Screenshot der App nach der Überprüfung einer Desinfektion. (Foto: Christian Reiser)
Christian Reiser (links) und Sebastian Can (rechts)
Christian Reiser, Sebastian Can und Laboringenieur Max Barchet (von links nach rechts).

Die innovative Projektarbeit könnte von nachfolgenden Studierendengenerationen weiter optimiert werden: „Es wäre ideal, wenn man perspektivisch auf den Greenscreen und die Markierungen zur Handhaltung verzichten könnte, so dass die Kontrolle auch unkomplizierter mobil durchführbar ist“, so die Studierenden. „Das entwickelte Verfahren ist zwar noch weit von der Marktreife oder gar einem Einsatz in Krankenhäusern zur Verminderung von nosokomialen Infektionen entfernt. Dennoch kann die vorliegende Arbeit den Anstoß für weitere Forschungen liefern oder als Ausgangspunkt für die bereits angesprochenen Verbesserungen dienen“, so Professor Dr.-Ing. Sascha Seifert, der die Arbeit wissenschaftlich betreute.

Sascha SeifertSascha Seifert

Neue Medizingeräte entwickeln, den Vertrieb in Medizintechnik-Unternehmen managen oder innovative medizinische Produkte vermarkten: Für die Umsetzung innovativer Ideen in leistungsfähige, praxistaugliche und kostengünstige Anwendungen sind interdisziplinäre Kenntnisse erforderlich, die nicht nur technisches und medizinisches Know-how vereinen, sondern darüber hinaus auch die Biowissenschaften miteinschließen. Dieses Wissen erwerben Studierende des Pforzheimer Bachelorstudiengangs „Medizintechnik“, der in enger Zusammenarbeit mit regionalen Medizintechnik-Unternehmen konzipiert wurde und zum Wintersemester 2012/2013 erstmals an den Start ging. Der Studiengang vermittelt Grundlagen in Chemie, Elektronik, Informatik, Konstruktion, Mathematik, Medizin, und Physik. Im weiteren Verlauf des Studiums folgen fachliche Vertiefungen in Betriebswirtschaft, Kundenkommunikation, Labordiagnostik/Bioanalytik, Medizinischer Gerätetechnik und Medizinischer Informatik.