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Verleihung der La Biosthétique Fashion Degree Awards

Mode-Professorin Sibylle Klose (links) und La Biosthétique CEO Jean-Marc Weiser (rechts) gratulieren den Preisträgern Chiara Alissa Estivariz Lopez, Tobias Tengler, Jonas Konrad und Corinna Kolter (von links). Foto: Harald Koch

Mode-Professorin Sibylle Klose (links) und La Biosthétique CEO Jean-Marc Weiser (rechts) gratulieren den Preisträgern Chiara Alissa Estivariz Lopez, Tobias Tengler, Jonas Konrad und Corinna Kolter (von links). Foto: Harald Koch

Markante Stile, innovative Ansätze und außergewöhnliche Konzepte – seit nunmehr zehn Jahren bezeugen die La Biosthétique Fashion Awards das hohe Niveau des Studiengangs Mode der Hochschule Pforzheim. Die Preisträger sind am Donnerstag, 22. Juli 2021, von der Jury-Vorsitzenden Sibylle Klose, Professorin und Leiterin des Studiengangs Mode an der Fakultät für Gestaltung, und Jean-Marc Weiser, CEO von La Biosthétique, ausgezeichnet worden. Die fünf Förderpreise für herausragende Abschlusskollektionen der Jahre 2020 und 2021 wurden von einer hochkarätig besetzten internationalen Designer-Jury ausgewählt und gingen an die Bachelor-Absolventen Martha Hupfauer, Jonas Konrad, Corinna Kolter, Chiara Alissa Estivariz Lopez und Tobias Tengler. Nach einer pandemiebedingten Pause waren in der Jubiläumsausgabe der Awards insgesamt 22 Abschlussarbeiten des Studiengangs Mode aus den vergangenen vier Semestern nominiert.

Für Sibylle Klose, die gemeinsam mit Hochschul-Ehrensenator und Geschäftsführer von La Biosthétique, Siegfried Weiser, die begehrte Auszeichnung vor zehn Jahren initiiert hat, sind die Awards eine Pforzheimer Erfolgsgeschichte und eine „Investition in die Zukunft“. Auch Professor Dr. Ulrich Jautz, Rektor der Hochschule Pforzheim, unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung des Studiengangs Mode als „eines der Aushängeschilder“ der HS PF und den Wert des Fashion Awards für die Studierenden: „Wir sind La Biosthétique dankbar für die jahrelange Unterstützung. Wenn die Absolventen es schaffen, eine so hochkarätige Jury mit ihren Arbeiten zu überzeugen, ist das ein Beleg für die hohe Qualität im Bereich Mode.“ Sibylle Klose betonte den unschätzbaren Wert, den die Auszeichnung zu Beginn der Karrieren der Absolventen habe. Neben dem Preisgeld gehe es vor allem um das unmittelbare Feedback der Fach-Jury, die für die jungen Designer häufig der erste Kontakt zur Industrie darstellt. Der Preis sei inzwischen eine etablierte Größe mit enormer Strahlkraft, die den Ausgezeichneten viele Türen öffne und oft die erste in einer Reihe von Ehrungen ist. Aufseiten der Juroren sei das Interesse an den Awards ebenfalls groß, ermögliche die Jury-Sitzung doch einen Einblick in das Schaffen neuer Modemacher. „Unsere Absolventen, ihre Herangehens- und Denkweisen, werden gebraucht, da sie eine Lücke füllen“, so die Professorin.

An die Zukunft der Absolventen, aber auch die der überaus erfolgreichen Kooperation des Pforzheimer Studiengangs Mode und La Biosthétique, glaubt auch Jean-Marc Weiser, der anlässlich des zehnjährigen Bestehens der La Biosthétique Fashion Awards ein Jubiläumsshooting für die besten Kollektionen der aktuellen Mode-Studierenden geplant hat. „La Biosthétique steht mit seiner Philosophie neben seinen Produkten und Dienstleistungen auch für ein Lebensgefühl – und dazu gehört für uns zwingend die Auseinandersetzung mit Kunst, Kultur und Design. Die Förderung junger Talente liegt uns dabei besonders am Herzen. Die Kooperation mit der Hochschule Pforzheim und dem Studiengang Mode bereitet uns sehr viel Freude, weswegen wir sie in den kommenden Jahren auch weiterverfolgen werden und hoffen, die Preisträger so nachhaltig auf ihrem Weg begleiten zu können“, erklärte der CEO bei der Preisverleihung in der Pforzheimer Niederlassung des Unternehmens.

Freuen sich über die Auszeichnung: Corinna Kolter, Chiara Alissa Estivariz Lopez, Tobias Tengler und Jonas Konrad (von oben). Foto: Harald Koch Freuen sich über die Auszeichnung: Corinna Kolter, Chiara Alissa Estivariz Lopez, Tobias Tengler und Jonas Konrad (von oben). Foto: Harald Koch

Zwischen Schein und Sein - mit ihrem starken Narrativ überzeugte Martha Hupfauer mit ihrer KollektionDes Kaisers neue Kleider“ die Fachjury. Dabei zwingt die Absolventin den Betrachter durch verschiedene Elemente sowohl in der filmischen Aufbereitung ihrer Abschlussarbeit als auch durch die Kollektion selbst zum Nachdenken über die Modewelt als Spielwiese des Narzissmus. Dabei nähert sie sich dem Thema mit viel Humor und ermöglicht so eine Reflexion, ohne die Branche ins Lächerliche zu ziehen.

Jonas Konrad hinterfragt und erweitert mit „das neue blau“ die Definition von Männlichkeit. Dabei löst er die Farbe von jeglichen stereotypen Rollenmustern und entwickelt mit einer einzigartigen Rekomposition ein facettenreiches Spektrum. So erschafft „das neue blau“ einen Bereich außerhalb der binären Unterscheidung von Männlichkeit und Weiblichkeit und bietet Kategorien und Konzepte für ein solches ‚Außerhalb’, in dem Blau nicht mehr nur blau ist, sondern alles sein kann.

Eine klare Botschaft mit modernen Style-Perspektiven vermittelt Corinna Kolter mit „n:einheit", das sich mit dem Erstarken des Nationalismus in vielen Staaten der EU beschäftigt. Ihre Kollektion, in denen Elemente verschiedener Trachten mit Komponenten aus der europäischen Fußballszene kombiniert werden, vereint die Mono-Kultur des Trikots mit der Vielfalt der Tracht und rückt so das Verbindende unabhängig von Nationalität und Kultur in den Mittelpunkt.

Mit einer modernen Perspektive auf Mode, Kunst und Technologie widmet sich Tobias Tengler in seiner Kollektion "iNter" der Multimedialität der Mode im digitalen Zeitalter. Dabei wagt er den Sprung von der analogen in die virtuelle Welt. Mithilfe verschiedener Technologien wie 3D Scans, Simulationen oder auch KI zur Erstellung von Looks und Mustern untersucht Tobias Tengler mit „iNter“ Mode-Phänomene der Sozialen Medien und bereitet diese visuell auf.

Die klassischen Vorgaben der Mode sprengt Chiara Alissa Estivariz Lopez mit "WIE ARTE ROOM". In dessen Mittelpunkt steht der Besucher eines Ausstellungsraums und die Dynamik, die sich darin entwickelt. Unter dem Credo „Erleben erlaubt“ schafft die Arbeit einen Raum für Mode und eine Auseinandersetzung mit der Frage, was Mode ist und sein könnte.

Einen Anerkennungspreis für ihre Kollektionen erhielten Aziz Rebar mit „Ludwig II“, Sara Citella mit "Che Mirabilia" und Tu Uyen Ngo Thi mit "Hikiko[…]MORI".

 

Die Jury-Mitglieder 2021

Mona Buckenmaier – Head of Business Development, Riani GmbH
Nadja Kraemer – womenswear designer. Louis Vuitton, Paris
Jonn Langan – senior designer, creative director, Jack Wolfskin Idstein, Jonn Langan Studio Derbyshire
Antonia Leslie – stylist, editor, creative director in fashion and lifestyle, Antonia Leslie Studio London, Paris
Lisa Reuscher – category director „fast creation“, Adidas Herzogenaurach