STI - Institut für strategische Technologie- und Edelmetalle

Auszug aus Benutzer:STI-HSPF/STI - Institut für strategische Technologie- und Edelmetalle, Hochschule Pforzheim – Wikipedia

 

Das STI – Institut für strategische Technologie- und Edelmetalle (Kurzform: STI, früher: Schmucktechnologisches Institut) ist ein Forschungs- und Prüfinstitut der Hochschule Pforzheim. Das Institut betreibt ein nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiertes Prüflabor und bietet materialtechnische Prüfungen, Schadensanalysen sowie Gutachtenerstellungen für Industrie und Forschung an.

Darüber hinaus ist das STI als Koordinator und Partner an nationalen und europäischen Forschungsprojekten beteiligt.

 

Geschichte

Das Institut wurde 1996 als «Schmucktechnologisches Institut» an der Hochschule Pforzheim eingerichtet; die Besetzung der Institutsleitungsstelle im Herbst 1996 markiert den formalen Beginn des Aufbaus. Die Gründung erfolgte vor dem Hintergrund des Strukturwandels der regionalen Schmuck- und Edelmetallbranche und ging auf Initiativen regionaler Unternehmen in Zusammenarbeit mit Landesstellen zurück. Ein Rückblick der Hochschule dokumentiert die Gründungsphase und die frühen Aufbaujahre. 

In den Folgejahren wurde das Institut technisch und personell ausgebaut; das Spektrum der Arbeiten weitete sich von klassisch schmucktechnologischen Fragestellungen auf Werkstoffanalytik, Schadensanalysen und feinwerktechnische Verfahren aus. Das Institut feierte sein 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Juni 2016. 

Prof. Wolfgang Böhm leitete das Institut über viele Jahre und war maßgeblich am Aufbau und an der Entwicklung des Schmucktechnologischen Instituts beteiligt. Nach rund 20 Jahren unter seiner Leitung wurde die Institutsleitung zum 1. April 2017 an Prof. Dr. Carlo Burkhardt übergeben; der Führungswechsel wurde in regionalen Medien und auf der Website der Hochschule dokumentiert. 

Im Laufe der Zeit trat das Institut zusätzlich unter der Bezeichnung «STI – Institut für strategische Technologie- und Edelmetalle» auf. Es betreibt ein nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiertes Prüflabor; Re-Akkreditierungen und Informationen zur DAkkS-Urkunde sind in den Publikationen der Hochschule dokumentiert (zuletzt dokumentierte Re-Akkreditierung: November 2023). 

 

Aufgaben und Leistungsangebot

Das STI unterstützt mit seinen Einrichtungen und Kompetenzen auch kurzfristig bei Produktionsproblemen und bei der Optimierung von verschiedensten Produktionsprozessen. Für diese vielseitigen Aufgabenstellungen stehen uns Methoden und Geräte auf dem neuesten Stand der Technik und erfahrene Mitarbeiter zur Verfügung. Dazu führt das STI zerstörende und zerstörungsfreie Werkstoffprüfungen durch, erstellt Schadensanalysen (Failure Analysis) und fertigt Gutachten sowie Prüfberichte für industrielle und wissenschaftliche Auftraggeber. Das Leistungsportfolio umfasst materialanalytische Untersuchungen, mechanische Prüfverfahren sowie zerstörungsfreie Prüfmethoden; Prüfungen werden norm- und akkreditierungsorientiert durchgeführt.

Durch unsere Geräteausstattung und Fachkunde bieten wir eine Vielzahl unterschiedlicher Dienstleistungen an. 

  • Wir unterstützen bei der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren 
  • Wir untersuchen verschiedenartigste Schadensfälle und Reklamationen und erarbeiten Verbesserungsmaßnahmen. 
  • Fehlersuche und Analyse von Fremdpartikeln in der Oberfläche und im Material, die zu Kommas
  • Messungen der Festigkeit und der Härte an Bauteilen, elektrochemischen Komponenten und an Ringen, Verschlüssen und Ketten
  • Wir untersuchen an Werkstoffen aller Art z. B. das Gefüge, die Korngröße und Ausscheidungen
  • Mit unseren Analysemethoden messen wir die Zusammensetzung von Metallen, Keramiken und Edelsteinen, galvanischen Schichten einschließlich deren Schichtdicke.
  • Mit einem 3D-Laserscan-Mikroskop messen wir berührungslos die Rautiefe an komplizierten Oberflächen und bestimmen feine Oberflächenstrukturen.
  • Die Analyse auch von Beryllium, Bor, Kohlenstoff und Sauerstoff ermöglicht die Bestimmung von Schleifkörpern, Schlacken, Einbettmassen und organischen Stoffen. 
  • Untersuchung der Ursachen von Gießfehlern wie Poren, Risse, Grobkorn 
  • Messung der Schmelztemperatur von Legierungen, Wachsen 
  • Wir messen die Gewichtsveränderung oder das Schmelzverhalten von Stoffen bei Erwärmung.

 

Akkreditierung

Das STI betreibt ein Prüflabor, das gemäß DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert ist. Die Reakkreditierung nach der revidierten Norm DIN EN ISO/IEC 17025:2018 wurde im November 2023 erfolgreich durchgeführt. Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) führt eine Urkunde mit der Referenznummer D-PL-19151-01-00, in der die Erfüllung der Anforderungen der DIN EN ISO/IEC 17025:2018 bestätigt wird. Dem STI ist, ohne dass es einer vorherigen Information und Zustimmung der DAkkS bedarf, die Anwendung der aufgeführten genormten oder ihnen gleichzusetzenden Prüfverfahren mit unterschiedlichen Ausgabeständen gestattet. (Flexibilisierung nach Kategorie A). Das Prüflaboratorium verfügt über eine aktuelle Liste aller Prüfverfahren im flexiblen Akkreditierungsbereich (Urkunde / Anlage online einsehbar).

 

Organisation und Leitung

Das STI ist in die Forschungsstruktur der Hochschule Pforzheim integriert und arbeitet fachübergreifend mit anderen Kompetenzbereichen der Hochschule zusammen. Wissenschaftlicher Direktor des Instituts ist Prof. Dr. Carlo Burkhardt.; weitere Ansprechpartner sind auf der Instituts-Kontaktseite gelistet.

 

Ausstattung und Infrastruktur

Das Institut betreibt mehrere Laborräume im Zentrum für Präzisionstechnik (ZPT) mit ausgewiesenen Räumen für optische Analysen, chemische Analytik sowie Magnetlabore mit einer umfänglichen Ausstattung

 

Forschung und Projekte

Das STI beteiligt sich an nationalen und internationalen Forschungsprojekten und übernimmt Koordinations- und Partneraufgaben in Verbundvorhaben, im Projekt REEsilience (Horizon Europe) hat die Hochschule Pforzheim durch das STI die Leitung und Koordinatorenfunktion.

Aktuelle Forschungsprojekte, in denen das STI (HSPF) als Forschungspartner beteiligt ist, sind (Stand 10/2025):

  • REEsilience (KOORDINATOR; Horizon Europe) More resilient and sustainable supply chains for rare earth magnet materials and products in Europe and creation of new market opportunities for critical raw materials produced more sustainably in Europe. Co-funded by the European Union. REEsilience
  • GREENE (Horizon Europe) Pioneering a Sustainable Future with Single-Grain Re-Engineered Nd-Fe-B Magnets. GREENE, short for SINGLE-GRAIN RE-ENGINEERED ND-FE-B PERMANENT MAGNETS, is an EU-funded project focused on pioneering advancements in high-performance permanent magnets, re-engineering their microstructure to make them more powerful while at the same time reducing Rare Earth (RE) content. Funded by the European Union. GREENE
  • Harmony (Horizon Europe) HARMONY is on a mission to recycle rare earth elements from end-of-life NdFeB permanent magnets more efficiently. It aims at strengthening the independency and the competitiveness of European industry, enabling a resilience value chain of raw materials by developing and validating at pilot scale an innovative, green, and safe closed-loop recycling process of rare earths elements. The goal is to create a comprehensive recycling process for NdFeB magnets). Co-funded by the European Union. Harmony
  • REsolve (FH-Kooperativ) Ultraeffizienzkonzept für die Wiederverwertung von Seltenerdmagneten für Hochleistungsanwendungen in Elektromobilität, erneuerbarer Energie und Digitalisierung
  • PRESERVE (MWK / PAN HAW BW); Kofinanziert von der Europäischen Union // L-Bank Kreislaufwirtschaft für Schlüsselwerkstoffe der Elektromobilität und erneuerbaren Energie – Konzepte für die Bewertung und den Einsatz von Recyclingmaterialien aus Seltenerdmagneten und Li-Ionen-Batterien
  • REfficient (FH-Kooperativ) Lokal verstärkte Dauermagnete für nachhaltige und effiziente elektrische Maschinen
  • ReDriveS (BMWK-Fachprogramm „DNS der zukunftsfähigen Mobilität. Digital – Nachhaltig – Systemfähig; TÜV Rheinland) Automatisierte und digitalisierte Kreislaufwirtschaftslösungen für elektrische Achsantriebssysteme als Schlüsseltechnologien in der Elektromobilität

 

Standort und Kontakt

Das STI ist am Campus der Hochschule Pforzheim angesiedelt. 

Anschrift:

Tiefenbronner Straße 59

75175 Pforzheim

Einzelne Kontaktinformationen finden Sie bei den Ansprechpartnern.