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Regionalisierung & Digitalisierung der Gemeinschaftsverpflegung durch Ehrenamtliche

Biolandwirt Horst Reiser (l.) erläutert seine Wirtschaftsweise mit Zweinutzungshühnern (Archivbild: HSPF/Woidasky)

Lamas, eine große Rinderherde, zahlreiche Hühnerküken unter der Wärmelampe und ein schwer tragender Apfelbaum – diese Eindrücke konnten Sabine Kurtz, Staatssekretärin aus dem Landesministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und die Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Ettlingen, Christine Neumann-Martin, von ihrem Besuch auf dem Biolandhof Reiser in Straubenhardt-Feldrennach mitnehmen. Sie folgten einer Einladung eines Projektkonsortiums unter Leitung von Dr. Jörg Woidasky, Professor für Nachhaltige Produktentwicklung im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen der Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim, das die Regionalisierung und Digitalisierung der Gemeinschaftsverpflegung durch Ehrenamtliche vorantreibt. Das Projekt „EAT-Regional“ bringt alle Partner der Lebensmittel-Versorgungskette an einen Tisch: Neben der Hochschule Pforzheim arbeiten hier unter anderem das Evangelische Jugendwerk Württemberg, der Software-Entwickler Key-Work (Karlsruhe) sowie die beiden Lebensmittelproduzenten Biolandhof Reiser und Auenhof (Neulingen-Bauschlott) seit mehreren Jahren zusammen. 

So wurde gemeinsam eine Online-Plattform, die zum einen Ehrenamtliche bei der Auswahl und Hochrechnung von Rezepten für die Gemeinschaftsverpflegung unterstützt und zum anderen den Lebensmittelerzeugern die digitale Direktvermarktung ermöglicht, entwickelt. Diese Plattform soll ab kommendem Jahr durch eine Genossenschaft betrieben und weiterentwickelt werden. „Wir haben unsere Plattform in Anlehnung an unseren Projektnamen EAT-Regional nach langer Überlegung Dieter genannt: Dieter hilft bei der Planung von Freizeitverpflegung, gibt Ideen für das Programm und verschafft beim Lebensmitteleinkauf den entscheidenden Heimvorteil, um regional beschaffen zu können“, beschreibt Jörg Woidasky den Leistungsumfang. Ausgehend von drei Freizeithäusern im Südwesten Deutschlands sollen zukünftig flächendeckend zunächst in Baden-Württemberg und später deutschlandweit Ehrenamtliche einfachen Zugang zu regionalen Direktvermarktern für ihre Gemeinschaftsverpflegung bekommen. Dazu sollen eine Genossenschaft gegründet und weitere ideelle und finanzielle Unterstützung eingeworben werden. 

„Dieser Ansatz bringt die Lebensmittelerzeuger und die Nachfrager zusammen, und das ist ein wichtiges Element für die Zukunftsfähigkeit der landwirtschaftlichen Produktion“, ist Staatssekretärin Kurtz überzeugt. „Das stärkt die Erzeuger und damit auch die Sichtbarkeit des ländlichen Raumes in Baden-Württemberg.“

Das Vorhaben EAT-Regional hat eine Laufzeit vom 01.04.2019 bis 31.03.2022 und wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des Programms „Land.Digital: Chancen der Digitalisierung für ländliche Räume“ finanziell unterstützt und durch den Projektträger PTBLE unter den Fkz. 2819LD011 bis 014 betreut.

 

Besuch von Staatssekretärin Kurtz (3. v. l) und MdL Neumann-Martin (ganz rechts) auf dem Biolandhof Reiser in Straubenhardt. Ganz links: Professor Jörg Woidasky. (Archivbild: Biolandhof Reiser)
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