Motivation und Fortführung

Regionale Verteilung der Fallbeispiele (Schmidt et al. 2018)

Im Rahmen der Initiative „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ gelang es letztlich über 100 Fallbeispiele zu gewinnen. Diese verdeutlichen welche Einsparpotenziale im Energie- und Materialbereich selbst in etablierten Prozessen vorhanden sind. Sie sind darüber hinaus Motivation und Inspiration für andere Unternehmen vorhandene Einsparpotenziale zu identifizieren und zu realisieren.

Um die entstandene Motivation zu erhalten und das Thema Ressourceneffizienz weitervoranzutreiben, ist es das Ziel stetig neue Beispiele zu gewinnen und auszuwählen. Hierdurch soll ein Netzwerk für Ressourceneffizienz aufgebaut werden, dessen Grundstein die bisher ausgewählten und die kommenden Beispiele bilden.

Ergebnisse

Die ausgewählten Fallbeispiele decken 20 verschiedene Branchen ab, wobei die drei Branchen mit dem höchsten Anteil die Metallverarbeitende Industrie, die Chemische Industrie und der Maschinenbau sind. Hinsichtlich der Effizienzgewinne beziehen sich 16 % der ausgewählten Beispiele ausschließlich auf Energieeffizienz, 41 % auf Materialeffizienz und 43 % auf eine Kombination von Material- und Energieeffizienz. Es hat sich gezeigt, dass sich viele Maßnahmen nicht in Effizienzbereiche trennen lassen, sondern Material- und Energieeinsparungen in Unternehmen oftmals zusammen auftreten bzw. einander bedingen. Im Hinblick auf die Ansatzpunkte der Maßnahmen in den Fallbeispielen wurden am häufigsten Prozessinnovationen umgesetzt, darauf folgten Prozessoptimierungen bzw. bedarfsgerechte Steuerungen sowie Energiekonzepte zur Senkung des Energieverbrauchs und Maßnahmen zur Schließung von Stoffkreisläufen.

Realisierte Material- und Energieeinsparungen

Die absoluten Material- und Energieeinsparungen sind enorm und verdeutlichen das Potenzial von Ressourceneffizienzmaßnahmen. So wurden in allen Fallbeispielen zusammen 33.600 MWh Strom, 55.000 l Diesel, 7.500 MWh Erdgas, 3.700 MWh Heizöl und 92 t Steinkohle eingespart. Materialseitig belaufen sich die Einsparungen auf über 3.300 t an Stahl- und Eisenmetallen, 270 t Nichteisenmetall, über 8.100 t Aluminium, mehr als 3.700 t Blei, fast 6.600 t Kunststoff sowie ca. 1.900 t an Farben, Lacken und sonstigen Chemikalien. Holz, Karton und Papier (ca. 300 t pro Jahr) sowie Baustoffe, Trinkwasser, Textilien (ca. 53 t pro Jahr) und sonstige Materialien werden in weitaus geringeren Mengen eingespart.

Beitrag der Ressourceneffizienzmaßnahmen zum Klimaschutz

Transferiert man die absoluten Einsparungen in vermiedene CO2-Emissionen, um den Beitrag der Ressourceneffizienzmaßnahmen zum Klimaschutz zu verdeutlichen, kommt man auf eine jährliche Reduktion von 350.000 CO2. Knapp zwei Drittel der vermiedenen CO2-Emissionen sind dabei auf die Einsparung von Steinkohle zurückzuführen. Bemerkenswert ist, dass allein zwei Unternehmen mit ihren Maßnahmen für diese Einsparung verantwortlich sind. Rund ein Drittel der vermiedenen CO2-Emissionen geht auf Materialeinsparungen zurück. Hierbei sind insbesondere Einsparungen von Aluminium und Polyurethan ausschlaggebend. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Ressourceneffizienzmaßnahmen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und so in der Lage sind ökonomische und ökologische Interessen zu vereinen.

Schmidt, M.; Spieth, H.; Haubach, C.; Preiß, M.; Bauer, J. (2018): 100 Betriebe für Ressourceneffizienz Band 2 – Praxisbeispiele und Erfolgsfaktoren. Springer Spektrum: Berlin, Heidelberg.