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Großes Interesse der Fachöffentlichkeit an Tracer-Based Sorting

Neues Verfahren für die Produkt- und Materialidentifikation verbessert nicht nur das Recycling von Kunststoffen

Wie können Kunststoffverpackungen in Zukunft besser rezykliert werden? Dies wird am Institut für Industrial Ecology im Rahmen des Forschungsprojekts MaReK betrachtet. Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten steht mit Tracer-Based Sorting (TBS) ein innovativer Ansatz zur Sortierung von Produkten und Werkstoffen. TBS ermöglicht die Sortierung von Produkten oder Werkstoffen unabhängig von deren physikalischen Eigenschaften. Der Ansatz verwendet fluoreszierende, anorganische Markerstoffe in minimalen Konzentrationen im ppm-Bereich. Diese können auf Produkten oder direkt in Werkstoffen aus Kunststoffen eingesetzt werden. Mit einer auf die Markerstoffe abgestimmte Identifikationstechnik können dann z. B. Kunststoffverpackungen mit bewährter Anlagentechnik aussortiert werden, um ein sortenreines Recycling zu ermöglichen. Durch TBS kann werkstoffunabhängig identifiziert und anschließend getrennt werden, so dass z. B. Lebensmittel- von Nicht-Lebensmittelverpackungen getrennt werden können, obwohl für beide Anwendungen identische Werkstoffe eingesetzt wurden.

 

Das große Interesse an dem Forschungsansatz der Professoren Dr. Jörg Woidasky und Dr. Claus Lang-Koetz zeigt sich durch zahlreiche Veröffentlichungen, die gemeinsam mit den industriellen Forschungspartnern den aktuellen Entwicklungsstand dokumentieren. In hochrangigen Publikationen, unter anderem der von der Gesellschaft für chemische Technik und Biotechnologie (Dechema) unterstützte Chemie-Ingenieur-Technik (CIT) des Wiley-VCH-Verlages, wurde im März die Fachöffentlichkeit detailliert informiert:

  • Woidasky, J.; Moesslein, J.; Wendler, P.; Kirchenbauer, D.; Wacker, D.; Gao, G.; Lang‐Koetz, C. (2020): Kunststoffidentifikation und ‐sortierung in der Circular Economy durch Fluoreszenzmarker. In: Chemie Ingenieur Technik 51, S. 72. DOI: 10.1002/cite.201900126 . Online verfügbar unter https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1002/cite.201900126

 

Auch auf einer der wichtigsten deutschen Abfallwirtschafts-Tagungen in Berlin wurde das Vorhaben im März 2020 vorgestellt:

 

Potentiale des Verfahren werden auch in der Branche der Oberflächenbehandlung gesehen:

  • Woidasky, Jörg; Oßwald, Kai; Lang-Koetz, Claus: Innovationen bei der Identifikation von Werkstoffen. Teil 1 in: Galvanotechnik 11, November 2019 (110. Band), S. 2148-2151. Teil 2 in: Galvanotechnik 12, Dezember 2019 (110. Band), S. 2330-2333. ISSN 0016-4232. Leuze Verlag, Bad Saulgau

 

Daneben kann das Potential der Kennzeichnung auch für innovative Werkstoffe wie z. B. carbonfaserhaltige Verbundwerkstoffe genutzt werden:

  • Moesslein, Jochen (Polysecure GmbH); Woidasky, Prof. Dr. Jörg (Hochschule Pforzheim): Einsatz von Fluoreszenzmarkern im Recyclingprozess. Vortrag auf dem Fachaustausch des Umweltbundesamtes „Aufbereitung und Verwertung carbonfaserhaltiger Abfälle“. Dessau-Roßlau, 19.-20.9.2019

 

Darüber hinaus wurde in MaReK (und einem weiteren Forschungsprojekt der HS Pforzheim) die Methode einer "integrierten Innovations- und Nachhaltigkeitsanalyse" für neue Technologien entwickelt und angewandt:

  • Gasde, J., Preiss, P., & -Lang-Koetz, C. 2020. Integrated Innovation and Sustainability Analysis for New Technologies: An approach for collaborative R&D projects. In: Technology Innovation Management Review, 10(2): 37-50. http://doi.org/10.22215/timreview/1328

 

Weitere Informationen zum Projekt MaReK finden sich unter www.hs-pforzheim.de/marek