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Ringvorlesung: Klimaneutralität in Unternehmen als Chance für Start-ups

Um klimaneutral zu werden oder als ersten Schritt den eigenen CO2-Fußabdruck zu berechnen, sind viele Unternehmen auf Unterstützung angewiesen. Zwei Gründer, die sich mit ihren Startups genau dieser Herausforderung stellen, waren am 16. Dezember zu Gast in der Ringvorlesung. Professor Dr. Bastian Schröter von der CO2OP GbR und Altan Günsoy von der Climate Global GmbH stellten unter dem Thema „Klimaneutralität – Innovative Start-up-Lösungen für mehr Klimaschutz in Unternehmen“ die Ansätze ihrer beiden Unternehmen vor. Etwa 80 Zuhörer*innen verfolgten die Ringvorlesung in Alfaview und dem Youtube-Kanal des Instituts für Industrial Ecology und der Studiengänge Life Cycle & Sustainability und BWL/Ressourceneffizienzmanagement.

Treibhausgasbilanzierung einfach und nachhaltig
Der von Dr. Schröter vorgestellte Ansatz von CO2OP fokussiert auf kleine und mittlere Unternehmen. Dafür muss der wissenschaftlich fundierte Ansatz in der Handhabung einfach sein und zugleich eine Verstetigung im Unternehmen ermöglichen. Denn während einige Unternehmen in Sachen Treibhausgasneutralität aktiv sind, halten viele KMUs Treibhausgasbilanzierung immer noch für kompliziert, teuer und aufwendig. Gleichzeitig merken sie aber auch den Druck in ihren Lieferketten, entsprechende Informationen zur Verfügung zu stellen.
CO2OP setzt bei der Berechnung auf einen Excel-basierten Rechner, der übersichtlich und verständlich ist und hinterlegte Formeln und Annahmen transparent macht. Die mit dem Rechner ermittelten Bilanzen sind die Basis für Klimaschutzmaßnahmen, die grüne Beschaffung und Energieeffizienzmaßnahmen, Kompensation nicht vermeidbarer Emissionen und die Untersuchung der eigenen Lieferketten umfassen.  Um die verschiedenen Maßnahmen auch ökonomisch einordnen zu können, wird außerdem eine unternehmensspezifische CO2-Vermeidungskostenkurve verschiedener Maßnahmen berechnet.

Treibhausgasbilanzierung auf Basis von Finanzdaten
Die Idee des Ansatzes, den Altan Günsoy mit der Global Climate GmbH verfolgt, entstand im Rahmen seiner Tätigkeit als Steuerberater und setzt für die Treibhausgasbilanzierung im Finanzwesen von Unternehmen an. Die Idee besteht konkret darin, die Treibhausgasbilanzierung in den Workflow der Warenwirtschaft und Finanzbuchhaltung eines Unternehmens zu integrieren. So werden beispielweise jeder Bestellung, die in der Warenwirtschaft getätigt wird, automatisch CO2-Emissionen zugeordnet. Ebenso beispielsweise Geschäftsreisen, die in der Finanzbuchhaltung bearbeitet werden.
Das Unternehmen bietet neben der Bilanzierung des Corporate Carbon Footprint auch ein Softwaremodul zum Nachhaltigkeitsmonitoring von globalen Lieferketten. Zusätzlich zur Überwachung der Compliance in den Lieferketten kann damit eine globale Treibhausgasemissionsermittlung und -berechnung über die gesamte Wertschöpfungskette erfolgen. Ein drittes Softwaremodul ermöglicht eine Auditierung der Treibhausgasbilanz.
Die Vorteile seines Ansatzes für Unternehmen sieht Herr Günsoy darin, dass Global Climate als Datenbasis vollständig dokumentierbare und auditierbare Informationen einsetzt und die Bilanzierung direkt mit der Buchhaltung verknüpft ist, zu der die Unternehmen ohnehin verpflichtet sind.

Die Ringvorlesung geht am 13. Januar 2022 mit einem Vortrag von Professor Dr. Peter Saling (BASF) zum Thema „Klimaneutralität – Herausforderung und Chance für die Chemieindustrie“ weiter.