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INEC lobt Start-Up-Award aus

Scientific Support Award vom INEC der Hochschule für ein dänisches Start-up: Dr.-Ing. Anette Zimmermann (Umwelttechnik BW GmbH), Priyank Shyam (Nanoscreen), Konrad Dabrowski (Nanoscreen), Professor Dr.-Ing. Claus Lang-Koetz (INEC, Hochschule Pforzheim) und Dr. Jürgen Jähnert (bwcon GmbH, v.l.n.r.).

Auch in diesem Jahr war die Hochschule Pforzheim beim Green Innovation and Investment Forum (GIIF) in Stuttgart zu Gast. Wie in den vergangenen Jahren hat das Institut für Industrial Ecology (INEC) der Hochschule dort den Scientific Support Award vergeben. Mit diesem Preis erhält ein Start-up für ein Semester eine intensive wissenschaftliche Begleitung durch das Institut. Auf dem Forum wurden außerdem der Best Green Tech Idea Awards der sogenannten Early sowie der Advanced Stage ausgezeichnet. Das GIIF ist eine europäische Veranstaltung, auf denen sich Start-ups aus dem Bereich grüner Technologien präsentieren. Im Rahmen der vierten Ausgabe am Mittwoch, den 21. Februar 2018, haben 20 internationale Start-ups bei einem Pitch vor 150 Gästen und Kooperationspartnern um die Auszeichnungen gekämpft.

Wie in den vergangenen Jahren hat das INEC der Hochschule Pforzheim auch 2018 den Scientific Support Award vergeben. Mit diesem Preis erhält ein Start-up für ein Semester eine intensive wissenschaftliche Begleitung durch das Institut. „Wir suchen nach einem Start-up, dessen Lösung uns zunächst überzeugt und bei dem wir das Potenzial sehen, dass es sich durch unsere Unterstützung an kritischen Punkten substanziell voranbringen lässt“, so Dr. Claus Lang-Koetz, Professor für Nachhaltiges Technologie- und Innovationsmanagement am INEC. Die Wahl ist in diesem Jahr auf das dänische Start-up Nanoscreen gefallen. Die vom Unternehmen vorgestellte Lösung basiert auf einer polymerbasierten Beschichtung von großen Glasflächen, die durch integrierte Nanopartikel Wärmeenergie reflektieren, ohne den Lichteinfall zu minimieren. Die technische Lösung kann gerade bei hohen Temperaturen den Bedarf an Gebäudekühlung und Klimatisierung deutlich herunterfahren. „Die Idee von Nanoscreen ist technisch herausfordernd und steht noch am Anfang, hat aber ein großes Potenzial, über eine einfache Anwendung den Energiebedarf von Gebäuden zu senken. Das hat uns überzeugt“, so Claus Lang-Koetz.

Die Erfindung der Feuchttücher gilt als Segen und Fluch zugleich – je nachdem, wen man fragt. Die Benutzer der Tücher nennen sie praktischer und hygienischer als trockenes Toilettenpapier oder Taschentücher. Für Abwassersysteme und Kläranlagenbetreiber gelten sie als Pest der Neuzeit. Anders als Toilettenpapier lösen sich Feuchttücher auf dem Weg durch die Kanalisation zur Kläranlage nicht auf und führen zu Verstopfungen und Bergen von Feststoffabfall. Unter der Prämisse, dass Feuchttücher als Produkt nicht vom Markt verschwinden und auch weiterhin in großem Maße über die Toilette entsorgt werden, kommt eine Lösung der Problematik von einem Start-up aus London. Twipes funktionieren exakt so wie herkömmliche Feuchttücher. Für den Konsumenten ändert sich nichts. Bei Wasserkontakt und Bewegung zersetzen sie sich jedoch sehr schnell und zwar vollständig. Die Innovation für das drängende Verstopfungsproblem ist marktreif und mit geeigneten Partnern schnell global skalierbar. Die Jury des GIIF zeichnete Twipes deshalb mit dem Best Green Tech Idea Award der Advanced Stage aus.

Von den zehn Start-ups der Early Stage, also Firmen, die sich in einem frühen Unternehmensstadium befinden, wurde das Unternehmen Seedforward aus Deutschland für das Produkt Orgiseedfix ausgezeichnet. Um Samen und Setzlinge vor Krankheiten zu schützen, werden Samen mit Substanzen wie Dünger und Pesitiziden ummantelt (Coating). Dem Ökologischen Landbau stehen dabei deutlich weniger Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung als dem konventionellen Landbau. Ernteeinbußen fallen im Fall von Krankheiten bei ohnehin geringerer Produktionsleistung entsprechend gravierender aus. Mit Orgiseedfix haben die Innovatoren von Seedforward ein Coating entwickelt, dass den Wasserbedarf der Keimphase senkt, die Rhizosphäre mit Nährstoffen über einen längeren Zeitraum versorgt, den Keimling gegen bodengebundene Keime schützt und nachhaltig die Vitalität der Pflanze stärkt. Die Coatings sind dabei auf Klima, Boden und Pflanzenart abstimmbar. Die ersten Versuchsergebnisse sind vielversprechend. Die Wurzelbildung konnte um mehr als 80 Prozent, die Schosse des Keimlings um mehr als 50 Prozent verbessert werden. Sowohl das exzellente Verständnis von Produkt, Prozess und Markt als auch die globale Skalierbarkeit der Innovation haben die Jury überzeugt.

„Wir haben auch in diesem Jahr wieder eine beeindruckende Anzahl grüner Lösungen gesehen“, resümiert Dr. Jürgen Jähnert vom Mitveranstalter bwcon GmbH. Über die vier Auflagen des GIIF hat sich die Anzahl der Einreichungen verdoppelt. Der Anteil der internationalen Einreichungen stieg von 25 auf mehr als 50 Prozent. „Das ist umso erfreulicher, als dass sich die Start-up-Landschaft in den vergangenen Jahren ja deutlich verdichtet hat“, so Jähnert. Das Konzept der Veranstalter, vor dem „Pitching Day“ einen Trainingstag mit intensiver Beratung für die Start-ups voranzustellen, ist aufgegangen. „Wir haben zwar den Award nicht gewonnen“, so Torsten Becker von den teilnehmenden Carbonauten. „Wir haben aber wertvollen Input von den Coaches erhalten. Und was für uns noch mehr zählt: Durch die Vernetzung mit anderen teilnehmenden Start-ups sind wir sicher, dass wir nach diesem Event mindestens zwei interessante Kooperationen eingehen werden.“ Das Green Innovation and Investment Forum wurde auch in diesem Jahr von Innoenergy unterstützt. Alle Teilnehmer des diesjährigen GIIF und weitere Informationen finden Sie unter www.green-inno-forum.eu.