• search
    Suche
  • Login

News |

Der Braunkohle auf den Grund gegangen

Der Tagebau bei Jänschwalde (Lausitz)

Exkursionsgruppe 2019

Der Mai ist Exkursionszeit an der Hochschule Pforzheim. So auch bei den Studiengängen MLICS und REM. Diesmal ging es u.a. zu einer Kfz- und Motorenfertigung bei Mercedes-Benz bzw. Daimler im Raum Berlin, zu einem Stahlwerk bei Eisenhüttenstadt und zu einem Kohlekraftwerk und Braunkohle-Tagebau in der Oberlausitz bei Chemnitz. Organisiert wurde die Exkursion von Professor Niko Thißen.

Eindrucksvoll waren die Ausmaße des Kohleabbaus, der besonders wegen seiner Klimaschädlichkeit in der Diskussion steht und deshalb schrittweise stillgelegt werden soll. Im Tagebau Jänschwalde werden täglich 70.000 Tonnen Braunkohle abgebaut und im nahen Kraftwerk verfeuert. Die Besucher besichtigten das Kraftwerk und den Tagebau und erhielten eine Schnelleinführung in die fossile Stromerzeugung – natürlich aus Sicht der Mitarbeiter, denn dort ist man mit der Stilllegung ihres Kraftwerks keineswegs einverstanden.

Trotzdem sind die Umweltbelastungen beachtlich: Pro Tonne Braunkohle müssen- nach Branchenangaben – ca. 6 Kubikmeter Abraum bewegt und mehr als 6 t Wasser abgepumpt werden. Für eine kWh Strom aus Braunkohle entstehen mehr als 1 kg CO2-Emissionen. In Jänschwalde wurden 2016 ca. 10 Mio. t Braunkohle für das riesige 3000 MWel-Kraftwerk gefördert.

Für Studenten/innen wie Professoren war der Einblick in die fossile Praxis spannend, aber zugleich auch deprimierend, weil ersichtlich wurde, mit welchen Hemmnissen eine nachhaltige Energieversorgung der Zukunft noch zu kämpfen hat.