Krankenhäuser auf „Müll-Diät“

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Forschung der Hochschule Pforzheim unterstützt hunderte Krankenhäuser in Deutschland
Arzt mit Stethoskop steht in Krankenhaus

Die Benchmarkstudie des INEC untersucht die Vermeidung und umweltfreundlichere Entsorgung von Krankenhausabfällen. (Foto: Pixabay)

Krankenhäuser gehören in Deutschland zu den größten Müllproduzenten: Im Durchschnitt fallen pro Krankenhausbett und Jahr über 1500 Kilogramm Abfälle an. In den vergangenen Jahren ist diese Abfallmenge stark angestiegen. Das liegt nicht nur an der Corona-Pandemie mit ihrem außerordentlich hohen Bedarf an Schutzausrüstung wie Einwegkitteln oder Handschuhen, sondern auch an der verstärkten Nutzung von Einwegprodukten bei Operationen und in der Pflege. Wichtige Gründe hierfür sind der Kostendruck und die Haftungsregeln bei der Nutzung von Mehrweg-Instrumenten. Aber: Die Abfallentsorgung ist teuer, und die Abfälle werden meist verbrannt und tragen damit zur Klimaerwärmung bei. Die Entwicklung umweltfreundlicher Ansätze im Krankenhaus ist daher notwendig und wird auch von vielen Angestellten dort gefordert. Doch was sind die richtigen und effizientesten Maßnahmen?

Zur Beantwortung dieser Frage wurde 2024 die Forschungsstelle „Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen“ am Institut für Industrial Ecology (INEC) der Hochschule Pforzheim gegründet. Als eine der ersten Maßnahmen wurde eine detaillierte Erhebung zur Abfallentstehung in deutschen Krankenhäusern initiiert. Damit können wichtige Maßnahmen identifiziert und vor allem Vergleichswerte für Krankenhäuser bereitgestellt werden. „Mit unserer Benchmarkstudie zu Krankenhausabfällen betreten wir Neuland, denn keine der bisherigen statistische Erhebungen ermöglichte saubere Vergleiche verschiedener Krankenhäuser“, erklärt Professor Jörg Woidasky, der die Forschungsstelle an der Hochschule leitet und mit seinem Team die Studie durchführt.

Noch heute werden viele unterschiedliche Abfälle als gemischter Krankenhausabfall gesammelt und verbrannt. Mehr als die Hälfte aller Abfälle bestehen aus solchen gemischten Krankenhausabfällen. Bereits die getrennte Erfassung von Verpackungsmaterial – in privaten Haushalten seit Jahrzehnten praktiziert – kann tonnenweise Abfälle aus der Verbrennung zur stofflichen Verwertung umleiten. „Diesen September beginnen wir die dritte Erhebung, in der wir uns hochwertige OP-Einwegprodukte vornehmen und eigentlich für die Verbrennung zu wertvoll sind“, so Woidasky.